Ammersbeker wehren sich gegen Bauplanung: „Keinen Erlenhof in Ammersbek!“

0

Ammersbek (ve/pm). Mit neun Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen ist in der Sitzung des Ammersbeker Bauausschusses für eine Planung einer Bebauung gegenüber der Timmerhorner Teiche gestimmt worden. Doch die Anwohner wehren sich unter dem Slogan: „Keinen Erlenhof in Ammersbek!“.

Eine Skizze der Bebauung, wie sie auf dem Grundstück gegenüber der Timmerhorner Teiche entstehen könnte. Grafik: Auszug aus dem Geotechnischen Gutachten / Ingenieurbüro Dr. Lehners + Wittorf

Eine Skizze der Bebauung, wie sie auf dem Grundstück gegenüber der Timmerhorner Teiche entstehen könnte.
Grafik: Auszug aus dem Geotechnischen Gutachten / Ingenieurbüro Dr. Lehners + Wittorf

In der Planung vorgesehen sind derzeit 28 neuen Wohneinheiten, acht von ihnen sollen über den Heideweg erschlossen werden. Entstehen sollen Einzelhäuser mit bis zu zwei Wohneinheiten oder Doppelhäuser mit je einer Wohneinheit.

Anwohner in Ammersbek sammelten 160 Unterschriften

Die Ammersbeker legen gegen diese Planung Widerspruch vor. Über 160 Unterschriften wurden gesammelt im Bereich Timmerhorner Teiche/Strusbek. Die Betroffenen wehren sich vehement gegen „ungewöhnlich hohe und großvolumige Doppelhäuser mit bis zu drei Wohnebenen“, teilt die Interessensgemeinschaft mit. Diese Bebauung würde den bisherigen Siedlungscharakter sprengen. Und sie befürchten: „Mit der geplanten Änderung wird dem Investor weitgehend ein Freibrief für seine Bauplanung ausgestellt und ein Präzedenzfall geschaffen.“

Dabei geht es nicht grundsätzlich um die Genehmigung einer Bebauung, denn als Baugebiet ist die Fläche seit langem festgelegt. Die Anwohner stoßen sich vielmehr an der Verdichtung und der Höhe der Bauten, die durch die neue Planung entstehen könnten. So sei die Grundflächenzahl von 0,2 auf 0,25 erhöht worden und die zugelassene Bauhöhe auf neun Meter erweitert, in Nebengebäuden auf 9,50 Meter. Von dieser Planung wissen sie seit Frühjahr 2016.

„Die Verdichtung bedeutet“, schätzt Helmut Laudan, Anwohner in der Straße Lange Oth, „das Gebäude entstehen, die bei zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss wie dreigeschossige Gebäude aussehen werden. Ein Wohngebiet mit Häusern, die drei Wohnebenen haben – das passt einfach nicht in diese Siedlung.“

Verdichtung, Verkehrsführung, Entwässerung

Eine zweite große Frage bezieht sich auf die Erschließung. Denn zu dem bisherigen Baugebiet des Bebaungsplanes 17 wurde Gelände bis hin zum Heideweg dazu gekauft. Dadurch können im hinteren Bereich ebenfalls Häuser gebaut werden, die dann über den Schwarzen Weg angefahren werden. Anwohner dort fürchten den zusätzlichen Verkehr und fordern daher, dass das gesamte Gebiet über die Alte Landstraße erschlossen werde.

Und schließlich geht es wie so oft in der Nähe der Timmerhorner Teiche um die Entwässerung. Die Anwohner rund um die Strusbek haben die leidvollen Erfahrungen der Überschwemmungen in 2011 und 2013 durch das Überlaufen der Teiche in bester Erinnerung. Sie wehren daher sich gegen die zusätzlichen Einleitungen von Oberflächenwasser der geplanten Wohneinheiten in die Strusbek, die den Timmerhorner Teichen als Abfluß dient, und fordern ein unabhängiges Gutachten, indem eine Beurteilung der Gesamtlage für jetzt und die Zukunft bewertet wird.

Und die Anwohner werden in einer Mitteilung an die Presse deutlich und fragen „Worin liegt das öffentliche Interesse bei der geplanten Änderung des Bebauungsplanes besteht? Erkennbar ist nur eine Gewinnmaximierungsabsicht eines ortsfremden Investors.“ Für Helmut Laudan geht es aber vor allem um eines: „Wir möchten gerne Gespräche führen mit der Politik über diese Planung. Und wir haben den Eindruck, dass diese Gespräche auch stattfinden werden.“

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren