Geisterfahrerin auf der Autobahn: Wer wurde geschädigt? Wer wurde Zeuge?

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Stormarn (ve/ots). Eine lange Geisterfahrt von Lübeck bis Reinfeld: Gibt es Betroffene, die durch diese Fahrt einer Mercedes-Fahrerin geschädigt worden sind? Die Polizei sucht Zeugen und Geschädigte.

Am Donnerstag Abend (27. Oktober 2016) gegen 20.40 Uhr meldete eine Zeugin der Polizei über Notruf, dass ihr auf der Bundesstraße 75, in Höhe der Abfahrt zum Skandinavien-Kai, ein grauer/silberner Mercedes als Geisterfahrer entgegengekommen sei. Der Mercedes sei auf dem autobahnähnlichen Teil der Bundesstraße in Richtung Lübeck gefahren, allerdings auf der Richtungsfahrbahn Travemünde.

Geisterfahrt von der Bundesstraße 75 auf die Autobahnen 1 und 226

Im weiteren Verlauf fuhr der Mercedes weiter die Autobahn 226 entlang und dann auf die Autobahn 1. Auf der Autobahn 226 in Höhe der Anschlussstelle Dänischburg hatte nach Zeugenaussagen mindestens ein Autofahrer dem Mercedes ausweichen müssen, um einen Frontalzusammenstoß zu verhindern.

An der Anschlussstelle Reinfeld auf der Autobahn 1 sperrte die Polizei die Fahrbahn Richtung Norden vollständig für den Verkehr, um weitere Gefährdungen und die Weiterfahrt als Geisterfahrer zu verhindern.

Polizei setzte Stop-Kelle und Nagelgurtsperre ein

Der Sperre vorgelagert versuchte ein Beamter den Mercedes durch Haltezeichen mit der Stop-Kelle zum Anhalten zu bewegen. Dieser verringerte zwar die Geschwindigkeit, ignorierte jedoch die Aufforderung zum Halten und fuhr weiter. Jetzt legten die Beamten vorsorglich eine Nagelgurtsperre, die sogenannten Stop-Sticks, um das Fahrzeug zu stoppen. Erst jetzt hielt der Mercedes unmittelbar vor der Sperre selbständig an. Die Fahrerin war eine 74-jährige Frau von der Insel Fehmarn.

In einer ersten Befragung gab die 74-jährige gegenüber den Beamten an, dass sie froh war, endlich anhalten zu können. Sie hätte wohl bemerkt falsch gefahren zu sein, wusste jedoch nicht, was sie dann hätte machen sollen. Ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wurde eingeleitet. Ferner wird geprüft, ob die 74-jährige möglicherweise nicht mehr zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet ist.

Zeugenaufruf: Bitte beim Polizeiautobahnrevier Bad Oldesloe melden

Nach bisherigem Erkenntnisstand ist durch die Geisterfahrt niemand zu Schaden gekommen. Die Polizei sucht nun Zeugen der Geisterfahrt, die durch das Falschfahren der 74-Jährigen konkret gefährdet wurden, insbesondere auch den oben genannten Autofahrer, der auf der Autobahn 226 ausweichen musste. Die Zeugen und Geschädigten mögen sich bitte unter der Rufnummer 04531 / 1706-0 mit dem Polizeiautobahnrevier in Bad Oldesloe in Verbindung setzen.

Themenbild Polizei. Foto: © Silke Mascher

Themenbild Polizei.
Foto: © Silke Mascher

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