Fünf Jahre Literatur Live: Zum Geburtstag gibt es Barock plugged in

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Ahrensburg (ve). „Unplugged“ kennt man. Bands, meist mit umfangreicher Tontechnik sauber abgemischt, stellen den Strom ab und spielen akustisch. Doch es geht auch anders herum, wie ein neues Quartett beweist.

Rotary Rock-Pop-Blues-Masters: Konzert allen Dozenten beim Workshop 2014, im Bild Gary Husband, Thomas Rohde, Fiete Felsch und Achim Rafain (von links). Foto: ©Rotary Rock-Pop-Blues-Masters

Rotary Rock-Pop-Blues-Masters: Konzert allen Dozenten beim Workshop 2014, im Bild Gary Husband, Thomas Rohde, Fiete Felsch und Achim Rafain (von links).
Foto: ©Rotary Rock-Pop-Blues-Masters

Zu Zeiten von Barock zum Beispiel, also im 17. Jahrhundert, da gab es gar keinen Strom, die Musiker spielten immer unplugged. Für moderne Jazz- und Rockmusiker ist das ungewohnt. Dazu gehören der Saxofonist Fiete Felsch, der Bassist Achim Rafain und der Pianist Boris Netsvetaev. Sie wollten aber gerne Barockmusik spielen. Wie das klingt, zeigen sie in der Reihe „Literatur Live“ am Donnerstag, 17. November 2016, um 20 Uhr im Marstall, Lübecker Straße 10 in Ahrensburg.

Rotary Rock-Pop-Blues-Master: Das Abschlusskonzert war der Beginn

Zusammen mit dem Solooboisten des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg Thomas Rohde, der es gewohnt ist, unplugged zu spielen, wurde daraus ein Quartett. Und zwar an einem besonderen Abend: Dem ersten Abschlusskonzert des Ahrensburger Workshops „Rotary Rock-Pop-Blues-Masters“. Der Rotary Club veranstaltet regelmässig diesen Workshop, bei denen Profimusiker mit Jugendlichen musizieren. Dozenten des ersten Workshops waren unter anderem Thomas Rohde, Fiete Felsch, Erster Altsaxofonist bei der NDR-Bigband, und der Bassist Achim Rafain.

Beim Abschlusskonzert der Dozenten im Jahr 2014 wurde außer Rock, Pop, Blues und Jazz auch ein Stück von Johann Joachim Quantz (1697 bis 1773), dem Flötenlehrer Friedrichs des Großen, gespielt. Da ein Cello und ein Cembalo nicht zur Hand waren, mussten ein E-Bass und das Keyboard ran. Das war die Geburtsstunde des Ensembles „Barock Plugged In“.

Die Zusammensetzung diese Ensembles und die Übersetzung der Continuogruppe auf E-Bass und Keyboard setzt neue rhythmische und melodische Energien in den Musikstücken frei. Bei diesem Konzert werden die Zuhörer Stücke aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen hören. Sie hören Musik vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Aufgeführt werden neben Barocksonaten von Quantz und Carl Phillip Emanel Bach auch Stücke von George Gershwin und Charlie Parker.

„Literatur Live“: Veranstaltungsreihe gibt es seit fünf Jahren

Nur wenige Monate nach dem damaligen Konzert hat das Quartett sich ins Studio begeben und eine CD „Barock plugged in“ aufgenommen. „Diese CD zu hören, macht so viel Spaß, dass wir meinen, dieses phantastische Ensemble muss einfach auf die Bühne!“, betonen die Veranstalter der Reihe Literatur Live, Joachim Becker von der Buchhandlung Stojan, Armin Diedrichsen vom Kulturverein Marstall und Sven Dohrendorf vom Weinhandel 20 Wines. Sie laden zu diesem Konzert, dem sie den Titel „Grenzüberschreitungen“ gegeben haben. Sie feiern mit diesem Abend gleichzeitig das fünfjährige Betehen der Reihe, die viele Autoren und spannende Bücher auf die Bühne des Marstalls gebracht hat.

Zusammen mit Achim Rafain und Boris Netsvetaev sind sie das Quartatt "Barock unpluggd": Der Oboist Thomas Rohde (links) und der Saxofonist Fiete Felsch (rechts). Foto Felsch:©Thomas Schloemann/Montage:ahrensburg24.de

Zusammen mit Achim Rafain und Boris Netsvetaev sind sie das Quartatt „Barock unpluggd“: Der Oboist Thomas Rohde (links) und der Saxofonist Fiete Felsch (rechts).
Foto Felsch:©Thomas Schloemann/Montage:ahrensburg24.de

Barock plugged in: Die Musiker

Thomas Rohde (Oboe) ist seit 1988 Solooboist der Hamburger Philharmoniker. Er spielte unter bedeutenden Dirigenten wie Zubin Mehta, Lorin Maazel, James Levine, Christian Thielemann, Gary Bertini, Christoph Eschenbach, Simone Young, Kent Nagano und Seiji Ozawa. Er gastierte in großen Orchestern wie den Münchener Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin und zuletzt 2015 im Bayreuther Festspielorchester unter Kyrill Petrenko, dem künftigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker.

Fiete Felsch (Querflöte & Blockflöte) ist immer auf der Suche nach dem kreativen Moment. Der in Ahrensburg lebende Saxophonist, Flötist und Klarinettist ist Erster Saxofonist bei der NDR Big Band und Professor für Saxofon und Improvisation an der Musikhochschule in Hamburg. Er gehört zu den herausragenden Solisten seiner Instrumente in Europa. Ausgedehnte Konzert- und Studiotätigkeit führten den Ausnahmemusiker um den gesamten Globus. Er spielte oder nahm unter anderem auf mit Al Jarreau, Wayne Shorter, Joe Williams, Till Brönner, Nils Landgren, Clark Terry, Dave Holland, Thomas Quasthoff, Manfred Krug, Inga Rumpf, Echt, Joao Bosco, Bobby Mc Ferrin und Vladislav Sendecki.

Achim Rafain (E-Bass) spielte in der Schule Cello, Gitarre und mit 18 schliesslich Bass. 1989 kam er nach Hamburg und spielte für Inga Rumpf und ab 1992 für Otto Waalkes. Er arbeitete unter anderem für Howard Carpendale sowie Achim Reichel und tourte mit Lotto King Karl und Stefan Gwildis.

Boris Netsvetaev (E-Piano, Orgel & Synthie) ist ein russischer Jazzpianist. Er kam im Alter von 18 nach Hamburg und studierte an der Musikhochschule unter Dieter Glawischnig und Wolfgang Schlüter. Er spielte viele Jahre mit dem amerikanischen Schlagzeuger Steve Reid, mit dem er auch verschiedene Alben aufnahm. Boris Netsvetaev spielte als Bandleader im „Hammer Klavier Trio” und als Pianist im „Wolfgang Schlüter Quartett”.

Eintrittskarten für „Grenzüberschreitungen“

Eintrittskarten für den Abend kosten 15 und 18 Euro. Eintrittskarten bekommen Sie in der Buchhandlung Stojan, Hagener Alle 4 in Ahrensburg, und unter www.ticketmaster.de.

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