Bilanz zum Ausbildungsjahr 2015/2016: Es gibt noch freie Ausbildungsplätze

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Bad Oldesloe (ve/pm). Die Situation im Ausbildungsmarkt festigt sich. Immer stärker wird dieser Markt zu einem „Bewerbermarkt“, bei dem nicht arbeitslose Jugendliche, sondern freie Ausbildungsplätze übrig bleiben.

Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses trafen sich am 7. November 2016 in der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe, um eine Bilanz des abgelaufenen Ausbildungsjahres in den beiden Kreisen Stormarn und Herzgtum Lauenburg zu ziehen. Das gemeinsame Fazit: Das Ausbildungsangebot für die Jugendlichen in der Region ist wieder groß, die Unternehmen haben in beiden Kreisen mehr Ausbildungsstellen gemeldet.

Ausbildungsmarkt: Gute Ausbildungschancen, vielfältiges Angebot

„Der Ausbildungsmarkt bleibt aus Sicht der Jugendlichen ein Bewerbermarkt. Sie haben in unserer Region wieder ein vielfältiges Ausbildungsangebot vorgefunden und überwiegend gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz“, fasst Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe die Bilanz zum Ausbildungsmarkt zusammen. Dazu trafen sich heute in der Arbeitsagentur die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses, bestehend aus Vertretern der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, der Kreishandwerkerschaft, der beruflichen Schulen sowie der Schulämter.

Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses werben unvermindert dafür, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. „In unserer Region gibt es ein breites Angebot, engagierte Ausbildungsbetriebe und nach der Ausbildung sehr gute berufliche Perspektiven“, sind sich die Teilnehmer einig.

60 freie Stellen in Stormarn, 86 in Lauenburg

Bei der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe wurden für den diesjährigen Ausbildungsbeginn im Kreis Stormarn 1.475 Ausbildungsstellen gemeldet (plus 90 zum Vorjahr) und im Kreis Herzogtum Lauenburg 926 (plus 47 zum Vorjahr). Davon waren 60 im Kreis Stormarn zum 30. September noch nicht besetzt, im Kreis Herzogtum Lauenburg waren zu diesem Zeitpunkt noch 86 Ausbildungsplätze vakant.

Freie Ausbildungsplätze im Kreis Stormarn gab es zum 30. September noch bei den Anlagenmechanikern, Fachinformatikern Anwendungsentwicklung, Augenoptikern, Gärtnern, Köchen, Fachverkäufern in Bäckereien, Restaurantfachleuten sowie in der Systemgastronomie. Im Kreis Herzogtum waren dies ebenfalls Fachverkäufer in Bäckereien, dazu kommen in dieser Region Bäcker, Konditor, Straßenbauer, Köche, Maurer sowie Metallbauer und Elektroniker, für die sich kein passender Auszubildender fand.

Dem gegenüber standen 1.303 ausbildungssuchende Jugendliche (plus 123 zum Vorjahr) im Kreis Stormarn und 1.364 (plus 89 zum Vorjahr) im Kreis Herzogtum Lauenburg, die sich bei der Berufsberatung als Bewerber gemeldet hatten. Ende September waren 36 von ihnen im Kreis Stormarn und 55 im Kreis Herzogtum Lauenburg noch ohne Ausbildungsstelle.

Trotzdem gilt: Rechtzeitig bewerben

„Leider mussten wir auch in diesem Jahr feststellen, dass es doch immer noch Jugendliche gibt, die sich erst sehr spät auf die Ausbildungssuche begeben und bei uns melden. Ihnen kann es daher passieren, dass sie zum üblichen Ausbildungsbeginn noch ohne Zusage für eine Lehrstelle sind. Ebenso ist die Auswahl der möglichen Berufe bereits eingeschränkt. Der Ausbildungsmarkt ist zwar grundsätzlich ein Bewerbermarkt, ausbildungssuchende Jugendliche sollten sich jedoch nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Berufswahl und Ausbildungssuche bedarf Zeit und guter Vorbereitung“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur.

Daher rät Grote-Seifert, die Angebote der Berufsberatung und die Informationsmöglichkeiten auf den vielen Ausbildungsmessen rechtzeitig zu nutzen. „Unsere Berufsberater sind bereits an den Schulen und auf Messen aktiv. Das Ausbildungsjahr 2017 hat schon begonnen. Ich empfehle allen Jugendlichen, die nächstes Jahr eine duale Ausbildung aufnehmen möchten, sich jetzt bei uns zu melden.“ Termine beim Berufsberater können unter der kostenfreien Servicenummer 0 800 / 4 5555 00 oder per mail an badoldesloe.151-u25@arbeitsagentur.de vereinbart werden.

Wichtig: Flexibilität bei Berufswunsch und -ort

Bei der Wahl ihres Wunschberufes sollten die Ausbildungssuchenden auch Alternativen ins Auge fassen. Es gibt beliebte Berufe, bei denen die Nachfrage der Jugendlichen das Angebot an Ausbildungsstellen deutlich übersteigt. „Das ist bei uns im Bezirk zum Beispiel beim Kfz-Mechatroniker der Fall. Da ist es schon rein rechnerisch nicht möglich, dass jeder seine gewünschte Ausbildungsstelle vor Ort erhält“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur. „Damit möglichst wenige ohne Ausbildungsstelle bleiben, sollten sie regional wie auch bei der Berufswahl flexibel sein.“

Unverändert bleibt die Suche nach Auszubildenden eine Herausforderung für die Unternehmen aus der Region. „Der Trend zum Besuch weiterführender Schulen hält an, zudem übt der Hamburger Ausbildungsmarkt übt eine starke Sogwirkung aus. Hier gilt es für die Ausbildungsbetriebe, alle Potentiale am Ausbildungsmarkt einzubeziehen, damit Ausbildungsplätze nicht unbesetzt bleiben. Deren Zahl nimmt in den vergangenen vier Jahren wieder zu, nachdem sie zuvor kontinuierlich gesunken war“, so Grote-Seifert.

Jobsuche: Die Hilfen der Agentur für Arbeit

Deshalb sollten die Unternehmen aus ihrer Sicht bei der Bewerberauswahl flexibel sein und noch stärker auch Bewerber berücksichtigen, die auf den ersten Blick nicht geeignet erscheinen. „Hier haben wir Unterstützungsangebote für die Unternehmen: die Einstiegsqualifizierung (EQ), die ausbildungsbegleitenden Hilfe (abH) oder die assistierte Ausbildung (AsA)“, so Grote-Seifert. „Viele vermeintlich schwächere Bewerber zeigen in der betrieblichen Praxis Fähigkeiten, die sich nicht in ihren Schulnoten widerspiegeln. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass jeder junge Mensch seine Chance bekommt und möglichst kein Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt“, erklärt die Agenturchefin abschließend.

Quelle: Agentur für Arbeit Bad Oldesloe

Themenbild Agentur für Arbeit. Foto:Dr.Kl.-U.Gerhardt/pixelio.de

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Foto:Dr.Kl.-U.Gerhardt/pixelio.de

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