Gang des Erinnerns: So begeht Ahrensburg den 9. November

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Ahrensburg (ve). Mehr als 200 Menschen sind heute durch die Ahrensburger Innenstadt gegangen und haben der Verbrechen der Nazizeit gedacht.

Gang des Erinnerns, organisiert vom "Runden Tisch Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus". Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben teilgenommen und sind von der Hagener Allee über die Waldstraße und Rondeel zum Rathaus gewandert. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Gang des Erinnerns, organisiert vom „Runden Tisch Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus“. Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben teilgenommen und sind von der Hagener Allee über die Waldstraße und Rondeel zum Rathaus gewandert.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der 9. November ist der Tag der Erinnerung an die Reichspogromnacht im Jahr 1938. In Ahrensburg gibt es seit fünf Jahren an diesem 9. November einen „Gang der Erinnerung“. Organisiert wird er vom „Der Runde Tisch Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus“.

Gang des Erinnerns: Drei Stationen bei den Stolpersteinen

Zwei Stunden dauert dieser Marsch zu wichtigen Punkten in der Stadt. Die Teilnehmer wandern dabei zu allen Stolpersteinen, die in der Stadt zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus gelegt worden sind. Das sind die Stolpersteine für Anneliese Oelte in der Hagener Allee/Ernst-Ziese-Straße, die Stolpersteine für die Familie Rath in der Waldstraße und der Stolperstein am Rondeel für Magnus Lehmann.

An jeder dieser Stationen haben Teilnehmer Originaltexte oder Berichte aus der Zeit oder über die Personen verlesen. Die Stolpersteine für die Familie Rath zum Beispiel, die erst in diesem Jahr verlegt worden sind, werden von Schjülerinnen und Schplerin der Stormarnschule betreut. Sie haben umfangreich die Geschichte der Familie Rath verlesen.

Gang des Erinnerns, organisiert vom "Runden Tisch Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus". Station in der Waldstraße bei den Stolpersteinen der Familie Rath. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Gang des Erinnerns, organisiert vom „Runden Tisch Ahrensburg für Zivilcourage und Menschenrechte, gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus“. Station in der Waldstraße bei den Stolpersteinen der Familie Rath.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

So waren auch viele Schülerinnen und Schüler unter den Teilnehmern des Gang des Erinnerns. Auch Bürgervorsteher Roland Wilde, Bürgermeister Michael Sarach sowie Vertreter der Stadtverordnetenversammlung und von Vereinen folgten dem Aufruf zum Gedenken. Geleitet wurde der Gang des Erinnerns von Winfried Kümpel-Jurgenowski und Jürgen Plage vom Runden Tisch.

An den einzelnen Stationen bat Winfried Kümpel-Jurgenowski um eine Gedenkminute. Und an der Gitarre begleitet von der ehemaligen Lehrerin der Gemeinschaftsschule am Heimgarten, Katrin Peters, sangen die Teilnehmer ein Friedenslied.

Ausstellung ‚BESA – Ein Ehrenkodex‘ der israelischen Stiftung Yad Vashem

Anschließend wurde im Foyer des Rathauses die Ausstellung ‚BESA – Ein Ehrenkodex‘ der israelischen Stiftung Yad Vashem eröffnet. Die Ausstellung erinnert an die Rettung von geflohenen Jüdinnen und Juden, die in Albanien Zuflucht finden. Die albanische Bevölkerung weigerte sich auch nach der Besetzung durch die Nationalsozialisten die Verfolgung der Juden etwa durch Denunziation zu unterstützen. Vielmehr hielten sie sich nach dem Brauch des „Besa“ an das einmal gegebene Versprechen, den Juden gastfreundlich gegenüber zu treten und sie zu schützen. Getragen von weiten Teilen der Bevölkerung gelang es so dem Land, dass fast alle der nach Albanien geflohenen Juden gerettet werden konnten.

Die Ausstellung ist im Foyer des Rathauses noch bis zum 30. November zu sehen.

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