Gemeindearchiv Ammersbek: Landesförderung für Restaurierung von 3.400 Akten

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Ammersbek (ve). Ohne Original-Dokumente unserer Ahnen gibt es keine Vergangenheit. Dann gehen Erkenntnisse verloren. In Ammersbek wurde jetzt etwas für deren Erhalt getan. Beitrag mit umfangreicher FOTOSTRECKE.

Gemeindearchiv Ammersbek: 3.400 Akten vom Dachboden gerettet und von Schimmel befreit

Restaurierte Archivalien der Gemeinde Ammersbek: Papier-Restauratorin Gudrun Kühl (links) überreicht die gereinigten Dokumente an Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling und Bürgermeister Horst Ansén. Foto:pm

Restaurierte Archivalien der Gemeinde Ammersbek: Papier-Restauratorin Gudrun Kühl (links) überreicht die gereinigten Dokumente an Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling und Bürgermeister Horst Ansén.
Foto:pm

Die Gemeinde Ammersbek hat in diesem Jahr für ein Archiv-Projekt erstmals Landesmittel aus dem „Programm zur Förderung von Vorhaben zum Erhalt schriftlichen Kulturgutes“ erhalten. Das ist in sofern etwas besonderen, als dass Ammersbek bisher noch nicht in den Genuss von Fördermitteln dieser Art gekommen ist. Gemeindearchivarin Dr. Angela Behrens, die auch Stadtarchivarin in Ahrensburg ist, hat den Wert kürzlich gefundener Objekte erkannt und die Förderung der Restaurierung beantragt. Bei Gesamtkosten des Projektes von 7.080,50 Euro wurde eine Landesförderung „Papiererhalt“ in Höhe von 6.373,00 Euro gewährt, es verbleibt ein Eigenanteil für die Gemeinde Ammersbek in Höhe von 708,50 Euro.

Archivalien aus Ammersbek: Fakten aus dem Ortsteil Hoisbüttel

Bei den Archivalien handelt es sich einen kleinen Aktenbestandes, der bis vor Kurzem auf dem Dachboden der Grundschule Hoisbüttel für die Gemeinde zwischengelagert war. Verborgen in diese Dokumenten und Ordnern: Die Geschichte der Gemeinde Hoisbüttel festgehalten in Akten der Gemeindeverwaltung und der Grundschule Hoisbüttel aus den 1930 bis in die 1970er Jahre. Es handelte sich um etwa 3.400 Blätter im Format von DIN A 6 bis DIN A 3 in 18 Ordnern.

Allerdings: Wie Akten sah das Material beim Auffinden nicht aus. Die Aktenordner waren sehr stark verschmutzt und infolge unsachgerechten Lagerung zum Teil stark verformt. Die Mechaniken waren fast durchweg korrodiert und funktionierten nicht mehr einwandfrei. Die Archivalien selbst waren infolge jahrelanger Lagerung auf dem Dachboden ebenfalls sehr stark verschmutzt. Einige Blätter waren mit den stark korrodierten Metallklammern zusammengeheftet oder in Unterordnern zusammengefasst. Die Mechaniken und Heftstreifen dieser Unterordner waren ebenfalls mehr oder weniger stark korrodiert.

Restaurierte Archivalien der Gemeinde Ammersbek: In diesen Kartons und Ordnern waren die Dokumente über Jahrzehnte gelagert. Foto:pm

Restaurierte Archivalien der Gemeinde Ammersbek: In diesen Kartons und Ordnern waren die Dokumente über Jahrzehnte gelagert.
Foto:pm

Falsche Lagerung der Dokumente: Sie waren voll von Dreck, Staub, Spinnweben und Bakterien

Beim Schmutz handelte es sich überwiegend um Staub und Ruß, aber auch um Laub, Spinnenweben und Insektenrückstände. Vereinzelt war leichter mikrobieller Befall erkennbar.

In diesem Zustand waren die Archivalien nicht nutzbar. Doch das sollen sie sein, so die Überzeugung der Archivarin. Dr. Angela Behrens: „Die Nutzung und Handhabung wäre einerseits mit einer hohen Gefahr von Substanz- und damit von Informationsverlust einhergegangen. Andererseits hätte für die Nutzer eine gewisse gesundheitliche Gefährdung durch den mikrobiellen Befall bestanden.“

Papier-Restauratorin Gudrun Kühl, die auch für Ahrensburg schon Archivalien restauriert hat, wurde mit der Arbeit beauftragt. Kein kleiner Auftrag, denn alle Dokumente mussten aufwändig einzeln von allem Schmutz und Bakterien befreit werden. Auch etwaige Kleber und Rückstände des Rostes mussten schonend entfernt werden.

Restaurierte Papierstücke: Jetzt im Archiv zugänglich

Anschließend wurden die Schriftstücke geglättet und ihre Risse und Brüche repariert. Dabei achtet Gudrun Kühl darauf, Techniken zu verwenden, die nachhaltig sind und einen langfristigen Erhalt der Dokument sicher stellen.

Die gereinigten und in einen benutzbaren Zustand gebrachten Akten werden nun durch das Gemeindearchiv verzeichnet und in gepufferte Archivkartons verpackt. Dann kommen sie im Bestand IV, Gemeindearchiv Hoisbüttel/Bünningstedt des Gemeindearchivs Ammersbek, in das Magazin. Behrens: „Sie sind für die Benutzung im Gemeindearchiv nun zugänglich.“

Quelle: Gemeindearchiv Ammersbek

Restaurierte Archivalien der Gemeinde Ammersbek: Blick auf die Dokumente nach der Restaurierung. Foto:pm

Restaurierte Archivalien der Gemeinde Ammersbek: Blick auf die Dokumente nach der Restaurierung.
Foto:pm

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