Kinderarmut und Hartz IV im Kreis Stormarn: DKSB begrüßt Forderung des Bundesrates

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Stormarn (ve/pm). Der Deutsche Kinderschutzbund Stormarn (DKSB) begrüßt die aktuelle Stellungnahme des Bundesrates zur geplanten minimalen Anhebung der Hartz-IV-Regelsätze zum Jahresbeginn 2017.

Jedes Jahr gibt diese Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn der Armut ein Zeichen: Für jedes Stormarner Kind, das in Armut lebt, steckt in der Wiese vor dem Schloss Ahrensburg ein blaues Fähnchen. Foto:ahrensburg24.de

Jedes Jahr gibt diese Aktion des Deutschen Kinderschutzbundes Stormarn der Armut ein Zeichen: Für jedes Stormarner Kind, das in Armut lebt, steckt in der Wiese vor dem Schloss Ahrensburg ein blaues Fähnchen. Foto:ahrensburg24.de

Ingo Loeding, Geschäftsführer des DKSB erklärt in einer Mitteilung des Kinderschutzbundes Stormarn: „Die Vertretung der Bundesländer hat in überraschender Deutlichkeit die geplanten Änderungen an den Hartz-IV-Regelsätzen besonders für Kinder als nicht ausreichend kritisiert. Außerdem betonen die Landespolitiker, dass die Leistungen aus dem sogenannten ‚Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder‘ dem Bedarf der Kinder nicht gerecht werden und in ihrer Verteilung zu geradezu absurden Bürokratiekosten führen. Wir vom Kinderschutzbund weisen seit Jahren genau darauf hin und hoffen sehr, dass diese Eingabe endlich zu grundsätzlichen Verbesserungen für die Kinder im kommenden Jahr führt.“

Kinderschutzbund Stormarn: „Kritik des Bundesrates ist berechtigt“

„Der DKSB ist ohnehin der Meinung, dass die Lebens- und Chancensicherung von Kindern aus der Arbeitslosenpolitik herausgenommen werden muss“, meint Ingo Loeding. „Allein im Kreis Stormarn sind die Arbeitslosenzahlen in der ersten Jahreshälfte ständig zurückgegangen während gleichzeitig immer mehr Kinder mit Hartz IV auskommen mussten. Während der Arbeitsmarkt also scheinbar floriert, rutschen immer mehr Kinder in die Armut und bleiben dort. Das betrifft in unserem Kreis über 3.300 Kinder und noch mal so viele beziehen andere Sozialleistungen, wie Wohngeld, Kinderzuschlag und so weiter in etwa gleicher Höhe.“

Der Kinderschutzbund zitiert den Bundesrat, der jetzt festgestellt habe, dass die Leistungen für die Kinder viel zu gering seien. Beispielsweise bemängelten die Politiker in ihrer Stellungnahme, dass die Schulkostenunterstützung von 100 Euro nicht überprüft worden seien. Die tatsächlichen Kosten seien viel höher, Umfragen des Kinderschutzbundes hätten ergeben, dass sie teilweise um das 5 bis 10fache höher sind. Loeding: „Unser System hilft Kindern zu überleben, aber es ermöglicht keine Lebenschancen. Mit der Armut steigt die Gefahr für Kinder eine schlechtere Gesundheit zu haben, in der Schule schlechtere Noten zu haben und weder sozial noch kulturell an unserer Gesellschaft teilhaben zu können.“

„Skandalös“: Hartz-IV-Regelsätze würden mit statistischen Tricks kleingerechnet

„Für uns ist besonders skandalös, dass diese Problematik der Bundesregierung schon lange bekannt ist und trotzdem werden die Hartz-IV-Regelsätze mit statistischen Tricks immer wieder künstlich kleingerechnet. Auch das wird von der Stellungnahme des Bundesrates bestätigt. Wenn das gute Aufwachsen und die Chancengleichheit von Kindern wirklich im Mittelpunkt stünden, müsste eine Unterstützung von Kinder unabhängig von der beruflichen Situation ihrer Eltern stattfinden, zum Beispiel durch eine Kindergrundsicherung die allen Kindern zusteht.“

Der DKSB unterstützt Familien mit Kindern in finanziellen Notsituationen mit seinem Familienhilfe-Notfonds. Dazu Ingo Loeding: „Die Nachfrage nach Hilfen ist ungebrochen hoch. Durch den Notfonds erkennen wir auch immer wieder neue Problembereiche im Alltag der Familien, die wir vorrübergehend lindern können. Für uns ein deutliches Zeichen, dass den Familien insgesamt zu wenig Geld für einen normalen und einfachen Alltag zur Verfügung steht. Wir brauchen kinderfreundliche Lösungen, so schnell wie möglich, um die Belastungen der Familien und Kinder zu verringern!“

Wer weitere Informationen zur Situation von armen Kindern sucht oder den Familienhilfe-Notfonds unterstützen möchte, kann sich an den DKSB wenden unter Telefon 04532 / 28 06 80 oder per E-Mail info@dksb-stormarn.de.

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