Aktion gegen „Gewalt gegen Frauen“: Zum Seelenschmerz kommt die soziale Not

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Ahrensburg (ve). Jedes Jahr in den Novembertagen ist Gewalt gegen Frauen Thema in Ahrensburg.  Anlass ist der „Tag gegen Gewalt gegen Frauen“ am 25. November.

Aktionstag "Gewalt kommt nicht in die Tüte" auf dem Ahrensburger Rondeel mit Patricia Zimmermann von der Internationalen Frauengruppe, Elke Mahr und Carolin Henker vom Frauenhaus, Bürgermeister Michael Sarach, Gudrun Wramp von der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, Claudia Rattmann vom Frauenhaus und Evelyn Böttger von der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen (von links).

Aktionstag „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ auf dem Ahrensburger Rondeel mit Patricia Zimmermann von der Internationalen Frauengruppe, Elke Mahr und Carolin Henker vom Frauenhaus, Bürgermeister Michael Sarach, Gudrun Wramp von der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen, Claudia Rattmann vom Frauenhaus und Evelyn Böttger von der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen (von links).

Dieser Tag wird aufgegriffen vom dem Aktionstag „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ der Bäcker- und Konditoren-Vereinigung Nord, der auch in Ahrensburg gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Gabriele Fricke und verschiedenen Ahrensburger Vereinen auf das Problem aufmerksam macht. Heute mit einem Aktionsstand auf dem Rondeel.

Gewalt gegen Frauen und die Folgen

Mit dabei waren Vertreterinnen des Frauenhauses Ahrensburg, der Beratungsstelle für Frauen und Mädchen BEST sowie der Internationalen Frauengruppe und Bürgermeister Michael Sarach. Und nicht nur die Gewalt gegen Frauen und Kinder war Thema, sondern die existenziellen Folgen für die Frauen gerade in Ahrensburg und Umgebung.

„Frauen, die ihre gewalttätigen Männer verlassen wollen“, berichtet Claudia Rattmann vom Frauenhaus, „stehen vor dem Nichts. Denn sie finden oft nichtmals eine Wohnung.“ Der Hintergrund: Ohne Einkommen haben Mütter und ihre Kinder oft nur Anspruch auf eine Wohnung nach Vorgaben von Hartz IV. Wohnungen dieser Größe und Mietkosten aber gibt es schlichtweg nicht – nicht in Ahrensburg und vielfach auch nicht in anderen Städten.

Frauenhäuser: In ganz Schleswig-Holstein manches Mal ausgebucht

„In den vergangenen 20 Jahren ist der soziale Wohnungsbau sehr vernachlässigt worden“, bestätigt Bürgermeister Michael Sarach, „derzeit wird versucht, dass wieder ein bisschen auszugleichen.“ So wird in der Kastanienallee eine Anlage mit über 100 günstigen Wohnungen errichtet werden.

Doch die Frauen heute stehen nahezu auf der Straße: „Wir mussten im Notfall kürzlich eine Frau mit ihren drei Kindern im Wohnzimmer unseres Frauenhauses unterbringen“, sagt Claudia Rattmann. „Trotzdem: Wir müssen ungefähr doppelt so viele Frauen abweisen, wie wir unterbringen können.“ Es gäbe Zeiten, zu denen in keinem der Frauenhäuser landesweit ein Platz frei sei.

„Das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder spielt eine große Rolle“, so Michael Sarach, „wir müssen uns damit befassen.“ Das Netzwerk an Institutionen, die auch die heutige Aktion organisieren, könne dies leisten. Mit Aktionen wie der heutigen oder auch dem Kümmern im Frauenhaus. Das übrigens feiert in genau einer Woche seinen 20. Geburtstag: „20 Jahre Frauenhaus Stormarn: Geburtstagsfeier im Marstall„.

Aktionstag "Gewalt kommt nicht in die Tüte" der Bäcker- und Konditoren-Vereinigung Nord, der Gleichstellungsbeauftragten und weitere Akteure - Themenbild.

Aktionstag „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ der Bäcker- und Konditoren-Vereinigung Nord, der Gleichstellungsbeauftragten und weitere Akteure – Themenbild.

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