Wahl des Kirchengemeinderates: Neue Zeiten in der Ahrensburger Kirchengemeinde AKTUALISIERT

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Ahrensburg (ve). Es gibt einen neuen Kirchengemeinderat: Die Arbeit in der Ahrensburger Kirchengemeinde wird sich komplett verändern.

Die Wahl des Kirchengemeinderates in der Ahrensburger Kirchengemeinderat. Foto:ahrensburger24.de

Die Wahl des Kirchengemeinderates in der Ahrensburger Kirchengemeinderat.
Foto:ahrensburger24.de

Die meisten Stimmen bei der Wahl zum neuen Kirchengemeinderat hat Jan Hansen auf sich vereinen können, im Weiteren werden Ulrich Fornoff, Dr. Elisabeth Tuch, Fabian Garthe, Florian Lemberg, Hans-Peter Hansen, Irene Karsten, Wiebke Pinkowsky, Susanne Geißler-Schön, Jessica Heinrich, Herbert Meißner, Margit Kreß und Ursula-Inga Mühlfeld voraussichtlich im Kirchengemeinderat sitzen. Diese Namen wurden als Wahlergebnis nach Auszählung der Stimmen verkündet, amtlich ist das Ergebnis derzeit noch nicht und es wird hier ohne Gewähr mitgeteilt. Eines ist deutlich: Jenseits der Pastoren hat nur Ulrich Fornoff dem vorigen Kirchengemeinderat angehört, Mitglieder des Beauftragtengremiums wurden nicht wieder gewählt.

AKTUALISIERT: Inzwischen wurde das Wahlergebnis vom Kirchenkreis Hamburg Ost bestätigt.

Diese Wahl des Kirchengemeinderatges schreibt Geschichte. Viele im neuen Rat stehen dem Förderverein St. Johanneskirche nahe oder sind dort sogar Mitglied. Einige von ihnen haben sich in den vergangenen Jahren kämpferisch mehr Demokratie für die Gemeinde gewünscht und die Beschlüsse hinter verschlossenen Türen des Beauftragtengremiums oder des vorigen Kirchengemeinderates kritisiert. Der Förderverein selber hatte schon im Vorfeld der Wahl vermutet, dass sie eine „Schicksalswahl für die Johanneskirche“ werde.

Neuer Kirchengemeinderat – neue Debatte um die St. Johanneskirche?

Denn genau diese Beschlüsse kann es jetzt gehen. Der Beschluss zum Beispiel, die St. Johanneskirche aus dem Raumkonzept der Kirchengemeinde auszugliedern, hat zwar Bestand, kann aber neu debattiert werden. Soll die St. Johanneskirche als Stadtkirche erhalten bleiben, müssten jetzt Juristen und Kirchenrechtler einen Weg finden, wie die Beschlüssen des vorigen Kirchengemeinderates neu formuliert werden können. Bei dem Personal des neuen Rates scheint die Wahrscheinlichkeit groß, dass er sich stark dafür einsetzen wird. Laut Beschluss der Synode vom April dieses Jahres gilt St. Johannes allerdings als „nicht mehr förderwürdig„.

Mit dem Ausscheiden des Beauftragtengremiums ist nicht nur die Zeit eines nicht demokratisch gewählten Gremiums vorbei, sondern auch die eines Gremiums ohne Beteiligung der Pastoren. Denn auch die hauptamtlichen Seelsorger hatten in den vergangenen Jahren keine Möglichkeit, auf die Beschlüsse des BAG Einfluss zu nehmen. Ein Zustand, der in der Gemeinde kritisiert wurde.

Wahl zum neuen Gemeinderat der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg: 25 der 30 Kandidatinnen und Kandidaten am Abend der Vorstellung in der Schloßkirche.

Wahl zum neuen Gemeinderat der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg: 25 der 30 Kandidatinnen und Kandidaten am Abend der Vorstellung in der Schloßkirche.

Die Beteiligung an der Wahl zu Kirchengemeinderat soll in Ahrensburg höher gewesen sein, als in anderen Kirchengemeinden, doch auch hierzu gibt es noch keine offiziellen Zahlen. Die Wahlleitung hatten Klaus Nicolai und Norman Christiansen aus dem Beauftragtengremium. Dieses Gremium wird heute Abend in nicht öffentlicher Sitzung tagen und bis zum 15. Januar 2017 die Geschicke der Gemeinde leiten.

Das BAG kann auch innerhalb der kommenden drei Wochen zwei weitere Mitglieder in den neuen Kirchengemeinderat berufen. Falls es das BAG zum Beispiel für erforderlich hält, bestimmte Sachkenntnisse über eine Person im Kirchengemeinderat abzubilden, kann es diese Person berufen. So genannte „geborene Mitglieder“ und damit qua Amt Mitglied sind die Pastoren der Gemeinde. Das sind Pastorin Angelika Weißmann, Pastor Helgo Matthias Haak sowie Pastor Hans Martin Bruns. Am Donnerstag, 1. Dezember 2016, wird Pastorin Ursula Sieg neu in der Gemeinde ihren Dienst antreten. Bis zum Ruhestand von Hans-Martin Bruns, der am 1. April 2017 seinen aktive Dienst beenden wird, sind damit vier Pastoren in der Gemeinde tätig.

„Für mich entsteht die Hoffnung“, sagt Pastor Bruns zu der Wahl, „das Frieden in die Arbeit des Kirchengemeinderates und der Gemeinde einkehrt. Das scheint mir möglich.“ Für Pastor Helgo Matthias Haak ist  wichtig, „dass es wieder ein demokratisch legitimiertes Gremium für diese Gemeinde gibt. So, wie es sich jetzt darstellt, ist es ein guter Querschnitt aus allen Teilen der Gemeinde und eine große Friedfertigkeit ist wieder möglich.“

Übrigens: Die Bekanntgabe des Wahlergebnisses erfolgte erst am späten gestrigen Abend gegen 22.30 Uhr. Zu dem Zeitpunkt waren neben der Wahlleitung nur noch etwa 15 Interessenten im Gemeindezentrum anwesend.

 

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