Ammersbek: (Fast) eine Einigung zur Bebauung an der Alten Landstraße

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Ammersbek (ve). Es hätte beinahe gereicht für eine Mehrheit und ein Beschluss zur Bebauung an der Alten Landstraße. Denn Dank eines Runden Tisches gab es eine Einigung im Vorfeld der Gemeindevertretersitzung Ammersbek. Doch dann kam ein neuer Antrag und das Thema wurde vertagt.

Der Lageplan der Bebauung an der Alten Öandstraße in Ammersbek. Grafik: ©henning | witt / architektur | planung

Der Lageplan der Bebauung an der Alten Öandstraße in Ammersbek.
Grafik: ©henning | witt / architektur | planung

Investoren, Nachbarn, Stadtplaner und Verwaltung streiten sich gerne einmal über Bebauungspläne. Oft mit verhärteten Fronten und viel Emotionen. So auch zunächst in diesem Fall bei der Bebauung zwischen Alter Landstraße, Heideweg und der Strusbek, dem Bebauungsplan A17. Die Anwohner fürchteten eine zu dichte Bebauung und meldeten unter dem Motto „Kein Erlenhof in Ammersbek“ ihren Unmut an.

Runder Tisch in Ammersbek zum Bebauungsplan A17

Doch dann setzten sich alle an einen Runden Tisch – Investor, Anwohner, Verwaltung, Stadtplanung und Politik mit allen Fraktionen. Politik und Anwohner sprachen im Nachhinein von einer „konstruktiven Atmosphäre“ und „guten Gesprächen“. Und tatsächlich: Ein Kompromiss wurde gefunden, mit dem sich Politik, Anwohner und Investor einverstanden erklärten. „Meines Wissens nach war es das erste Mal, dass so etwas an einem solchen Runden Tisch ausgehandelt wurde“, sagt Jürgen Kestien (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, im Nachhinein, „und ich habe das als sehr positiv empfunden.“

Der Kompromiss bezieht sich insbesondere auf die Gestaltung der Häuser. Sie dürfen nur noch ein Vollgeschoss haben und müssen eine Dachneigung von 30 bis 48 Grad haben. Damit sind Flachdächer mit zwei Vollgeschossen ausgeschlossen. Auch die Firstausrichtung wird vorgegeben und die Firsthöhe, sie darf nicht höher als neun Meter sein. Die Gebäude selber dürfen nicht länger als 16 Meter sein und je Einfamilienhaus oder Doppelhaushälfte nur über eine Wohneinheit verfügen. Der Abstand zur Grundstücksgrenze muss mindestens drei Meter betragen.

Für die Nachbarn sind dies entscheidende Faktoren, denn sie fürchteten bei der vorigen Planung durch bei zweigeschossigen Gebäuden und einer höheren Firsthöhe Nachteile für ihre Grundstücke.

Eine Frage der Zufahrt: Neuer Antrag der FDP

Doch bis in alle Details war der Kompromiss dann doch nicht gefunden. SPD und FDP verdeutlichten in der Sitzung des Bauausschusses und der Gemeindevertretung am gestrigen Dienstag Abend, dass sie einer Zuwegung über den Heideweg nicht zustimmen könnten. Diese sah der Investor nur für die hinteren beiden Gebäude vor. Doch der Heideweg ist nur über den Schwarzen Weg zu erreichen, diese Anwohnerstraßen könnten unter dem erhöhten Verkehrsaufkommen leiden, so SPD und FDP. Richtiger sei es, das neue Baugebiet rein über die auf dem Gelände vorhandene Straße zu erschließen und Anwohner in der Nachbarschaft nicht zu belasten, so die Argumentation von SPD und FDP.

Im Bauausschuss scheiterten noch die entsprechenden Anträge der Sozialdemokraten und der Liberalen. Der Ausschuss stimmte mit 6:5 Stimmen für die Beschlussvorlage. Doch in der Gemeindevertretung änderten sich aufgrund der Befangenheit eines Gemeindevertreters und durch eine Enthaltung der UWA die Stimmenverhältnisse. So wurde zwar der Antrag der SPD abgelehnt, die Straße auf dem Gelände weiter zu planen. Doch dem Antrag der FDP wurde zugestimmt. Er sieht vor, dass der Investor prüfen solle, inwieweit eine Erschließung der hinteren beiden Gebäude auch jenseits einer Zuwegung über den Schwarzen Weg und Heideweg erfolgen kann. Ein Beschluss über die Vorlage wurde daraufhin vertagt.

„In der Sache ist das nicht nachteilig“, so Kestien, „weil jetzt zum Winter sowieso nicht mit den Bauarbeiten begonnen werden würde. Wir haben also genug Zeit, so dass das noch geprüft werden kann.“

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