Kreis Stormarn: Kunstwerke im öffentlichen Raum sollen ins Rampenlicht

0

Stormarn (ve/pm). Zahlreiche Kunstwerke gibt es im öffentlichen Raum der 55 Stormarner Gemeinden. Doch welche sind es und wo stehen sie warum?

Fie Titelseite der Broschüre „Kunst im öffentlichen Raum Stormarn“.

Fie Titelseite der Broschüre „Kunst im öffentlichen Raum Stormarn“.

„Kunst im öffentlichen Raum“ bezeichnet Kunstwerke, Skulpturen und Installationen, die von Künstlern geschaffen wurden und so präsentiert werden, dass sie für Betrachter jederzeit öffentlich zugänglich sind. Eine Zeitlang war es gesetzliche Vorgabe, einen Teil der Bausumme eines öffentlichen Bauprojektes in diese Kunst im öffentlichen Raum zu investieren. Gleichzeitig haben aber auch die Gemeinden und insbesondere der Kreis aus eigenen Mitteln Kunst am Bau finanziert.

Diese Kunstwerke sind für den Kreis Stormarn bisher nicht strukturiert erfasst und aufbereitet. Der Schul-, Kultur- und Sportausschuss (SKSA) des Kreises ist der Anregung der Kreiskulturreferentin Tanja Lütje gefolgt und hat die Umsetzung und das Budget für das Projekt „Kunst im öffentlichen Raum Stormarn“ für drei Jahre bewilligt. Den Auftakt zum Projekt macht eine Broschüre, die in Zusammenarbeit mit zehn Gemeinden entstanden ist und erstmals zehn Kunstwerke kreisweit porträtiert.

Kunst im öffentlichen Raum: Die Galerie der Hände von Rolf Laute

Die gedruckte Broschüre ist kostenlos bei der Kreiskulturabteilung erhältlich und wird auch in den beteiligten Gemeinden ausgelegt. Neben der Broschüre gibt es eine begleitende Online-Galerie, in der weitere Kunstwerke aufbereitet sind. Unter www.kunst-stormarn.de finden Interessierte nach Ort und Künstler sortierbar aktuell rund 25 Werke. Aus Ahrensburg ist dort die „Galerie der Hände“ von Rolf Laute genannt, die sich im Fußgängertunnel unter der Manhagener Allee befindet. Aus Großhansdorf ist dort das Werk „Synergia“ genannt.

Der Kieler Kunsthistoriker Dr. Jens Rönnau begleitete das Projekt fachlich. Seine Fotos sowie die beschreibenden und interpretierenden Texte zu Kunstwerken und Künstlern führen in die Werke ein. Dr. Rönnau hat bereits mehrfach Projekte zu Kunst im öffentlichen Raum anderer Städte, unter anderem Kiel, begleitet.

Gemeinden bitte melden: Der Kreis braucht Informationen zu Ihren Kunstwerken

Im ersten Projektteil wird die Kunst nach 1945 aufbereitet. Das gesamte Projekt sowie die Erfassung und Umsetzung soll gemeinsam und in Kooperation mit den 55 Gemeinden geschehen. Von einigen gab es schon Rückmeldungen, doch es sind weiterhin alle Gemeinden herzlich aufgefordert, uns ihre Kunstwerke und vorhandene Quellen zu nennen. Dann können die noch fehlenden Kunstwerke erfasst werden. Auch aufmerksame Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, Kunstwerke, die noch nicht in der Online-Galerie vorhanden sind mit Foto und Standort unter kultur@kreis-stormarn.de zu melden.

Die kulturpolitischen Sprecherinnen aller Fraktionen unterstützen das Vorhaben. Die Fraktions-Sprecherinnen der Fraktionen mit Dr. Jens Rönnau, Heidrun Tacke, Forum 21; Dr. Jens Rönnau; Wiebke Garling-Witt, Bündnis 90/Die Grünen; Sigrid Kuhlwein, SPD; Kirstin Krochmann, CDU; Gabriele Späte, FDP( von links). Foto: Kreis Stormarn

Die kulturpolitischen Sprecherinnen aller Fraktionen unterstützen das Vorhaben. Die Fraktions-Sprecherinnen der Fraktionen mit Dr. Jens Rönnau, Heidrun Tacke, Forum 21; Dr. Jens Rönnau; Wiebke Garling-Witt, Bündnis 90/Die Grünen; Sigrid Kuhlwein, SPD; Kirstin Krochmann, CDU; Gabriele Späte, FDP( von links).
Foto: Kreis Stormarn

Ausschussvorsitzende Kuhlwein lobt die Möglichkeit, über die Kunstwerke aufzuklären

Sigrid Kuhlwein, Vorsitzende des SKSA, freut sich über den Projekt-Auftakt: „Der Fachausschuss hat den Vorschlag der Kulturreferentin, die öffentlich zugängliche Kunst zu katalogisieren und mit einer Beschreibung des Künstlers und der Entstehungsgeschichte online bekannt zu machen, von Beginn an unterstützt. An die meisten Kunstwerke hat sich die Öffentlichkeit vielleicht gewöhnt ohne sie zu beachten oder sie streitet jahrelang über die Sinnhaftigkeit einer Skulptur. Wir begrüßen, dass mit der Erfassung der Kunstwerke die Geschichte, die jeweiligen Künstlerinnen und Künstler sowie die Absicht, die zur Aufstellung einer Skulptur geführt hat in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Nun haben alle Stormarner Bürger die Möglichkeit, sich über Werke, die vor Ort stehen, zu informieren. Denn die Kunst im öffentlichen Raum ist auch ein Teil unserer Kreisgeschichte: von gesellschaftspolitischen Themen und sozialen Strömungen der jeweiligen Zeiten.“

Lust auf eine kunsthistorische Radtour?

Die Kreiskulturabteilung sieht in dem Projekt auch eine Chance für den Standortfaktor der Gemeinden: „Einige Gemeinden bieten kleine Touren oder Spaziergänge an. Man kann Besucher, Touristen und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen auf die besonderen Kunstwerke aufmerksam machen und einen kulturellen Mehrwert schaffen“, so Tanja Lütje. Geplant sind kunsthistorisch geführte Radtouren im Sommer sowie eine Wanderausstellung mit ausgewählten Fotos der Stormarner Kunstwerke.

Wanderausstellung zu Kunst im öffentlichen Raum

Eine Wanderausstellung ist vom 23. Januar bis 17. Februar im Foyer des Gebäudes F der Kreisverwaltung zu sehen. Danach kann sie von Gemeinden, Kommunen und weiteren Interessierten ausgeliehen werden. „Im Rahmen des Kreisjubiläums wollen wir dem Thema und den Kunstwerken mehr Raum geben. Mit neuen Formaten und Präsentationen möchten wir das Interesse für die Stormarner Kunst im öffentlichen Raum wecken und die Vielfalt vorhandener Kunst und Kultur sichtbarer machen“, ergänzt Lütje.

Folgende Werke sind in der Broschüre abgebildet:
„Abendlied – Denkmal für Matthias Claudius“, Reinfeld
„Kubushochzeit“, Bad Oldesloe
„Wappen“, Bargteheide
„Galerie der Hände“, Ahrensburg
„Synergia“, Großhansdorf
„Die vier Jahreszeiten“ (Großensee)
„Ballwerfer“, Trittau
„Balance“, Glinde
„Marktfrauen“, Oststeinbek
„Miteinander oder aneinander vorbei/Eris/La Nuit“, Reinbek

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren