Haus der Kirche Gartenholz: Ein neuer Kindergarten für die Stadt

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Ahrensburg (ve). Die Stadt Ahrensburg bekommt eine neue Kindertagesstätte – für etwa 350.000 Euro.

So hat es die Stadtverordnetenversammlung auf ihrer letzten Sitzung des Jahres 2016 beschlossen. Und es ist eine Kindertagesstätte, die der Stadt quasi in den Schoß gefallen ist – sie wird im Haus der Kirche im Gartenholz untergebracht.

Haus der Kirche im Gartenholz wird umgebaut

Das Haus der Kirche im Gartenholz gehört zu den Gebäuden der Kirchengemeinde Ahrensburg, die im Rahmen des neuen Gebäudekonzeptes nicht mehr von der Kirchengemeinde genutzt werden sollen. So ist es zu – inzwischen erfolgreichen – Verhandlungen zwischen der Kirchengemeinde Ahrensburg und der Stadt gekommen, aus dem gemeindlichen Räumen des Hauses eine Kindertagesstätte zu machen.

Im Rahmen dieses Vertrages wird das Haus an die Stadt vermietet, bleibt also im Besitz der Kirchengemeinde. Die Stadt wird nun die Räume so umbauen, dass dort zwei Ganztags-Kindergartengruppen im Elementarbereich untergebracht werden können. Betreiber der Kindertagesstätte wird das Deutsche Rote Kreuz sein, das bereits die Kindertagesstätte direkt neben im Langeneßweg 4a betreibt.

Sozialausschussvorsitzende Doris Brandt auf der Stadtverordnetenversammlung: „Eltern haben einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder im Kindergarten. Den können wir ohne diese neuen Gruppen nicht erfüllen.“ Entstehen sollen im Haus der Kirche zwei Gruppen für je 20 Kinder. 50 Ahrensburger Kinder haben nach Aussagen von Brandt ab August 2017 zwar einen Anspruch, aber bis jetzt noch keinen Platz in einer der Kindertagesstätten. Für 40 dieser Kinder würden mit diese Maßnahme Plätze entstehen.

Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung: Neue Gruppen erforderlich

Auch die Position der CDU erläuterte Doris Brandt: „Die Stadt wünscht sich, das junge Familien nach Ahrensburg ziehen – wenn wir uns demographisch verjüngen willen, geht das nur, indem wir Geld in die Hand nehmen. Es ist gut angelegtes Geld, das es Planungssicherheit für die Eltern bedeutet.“ Zudem sei im Vergleich zu anderen Lösungen dieses Konzept relativ günstig – in der Adolfstraße und im Erlenhof wurden für mehrere Millionen Euro neue Kindertagesstätten gebaut.

Kritik und Enthaltung der SPD

Die anderen Fraktionen trugen bis auf die SPD die Entscheidung mit. Bela Randschau von der SPD: „Es ist eine umkomfortable Situation, in der wir uns befinden. Wir sehen die Notwendigkeit und sind gesetzlich verpflichtet, die Kinderbetreuung zu gewährleisten. Doch ist es für uns eine relativ hohe Summe, die wir in ein Gebäude investieren, das uns nicht gehört.“ Aufgrund dessen enthielten sich die Fraktionsmitglieder bei der Abstimmung.

Kritik kam trotz der Zustimmung auch von Michael Stukenberg von der FDP – Richtung Bundesregierung: „Bildung steht bei uns an erster Stelle, der Rechtsanspruch wird umgesetzt auch im Sinne der Kinder. Allerdings sind die steigenden Betriebskosten, die aus diesem Rechtsanspruch entstehen, nicht ausreichend im Länderfinanzausgleich berücksichtigt. Die laufenden Betriebskosten der Kitas drängen uns wirklich, die vorgeschriebenen Plätze müssten auch vom Bund gegenfinanziert werden.“

Der Umbau im Haus der Kirche wird circa 350.000 Euro kosten, für die Miete fallen jährlich etwa 23.000 Euro an. Hinzu kommt der Zuschuss für die Kinderbetreuung, die die Stadt Ahrensburg gewährt. Die Planer gehen davon aus, dass die Umbauarbeiten bis zum Ende des Sommers 2017 fertiggestellt sein werden, so dass der Kindergarten im Haus der Kirche am 1. September 2017 eröffnet werden könnte.

Das Wappen der Stadt Ahrensburg.

Das Wappen der Stadt Ahrensburg.

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