Neujahrsempfang des Stadtforums: Sie reden gerne über die Einigkeit

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Ahrensburg (ve). Einigkeit präsentierten sie alle auf dem Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg. Und wünschen sich noch mehr davon.

Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg. Ihr Stichwort war "Einigkeit: Stadtforums-Vorsitzender Götz Westphal, Bürgervorsteher Roland Wilde, Landrat Dr. Henning Görtz und Bürgermeister Michael Sarach (von links). Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg. Ihr Stichwort war „Einigkeit: Stadtforums-Vorsitzender Götz Westphal, Bürgervorsteher Roland Wilde, Landrat Dr. Henning Görtz und Bürgermeister Michael Sarach (von links).
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Es ist wie ein zartes Pflänzchen – viel beschworen, oft angemahnt, häufig beteuert. Die sogenannte Einigkeit zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung ihn Ahrensburg. Und sie war Hauptthema auf dem Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg, der Vereinigung der Ahrensburger Kaufleute.

So sehr ist sie Thema, das Überraschungsgast Klaus Plöger, Landrat außer Dienst und als solcher häufiger Gast beim Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg, explizit auf sein Wirken für diese Einigkeit angesprochen wurde. Bürgervorsteher Roland Wilde bezeichnete nicht nur auf dem Neujahrsempfang der Stadt, sondern auch auf dem des Stadtforums dies als neues „Wir-Gefühl“. Er war es, der in Richtung Plöger den Dank aussprach: „Ihr Rat ‚Zofft Euch nicht in der Öffentlichkeit‘ war ein sehr, sehr guter Impuls.“

In seinem Blick auf 2016 und Ausblick auf 2017 lobte Stadtforums-Vorsitzender Götz Westphal das, was in 2016 aus dieser Einigkeit entstanden sei. Die Blue Night zum Beispiel. Sie wurde innerhalb von nur fünf Monaten in einem Gremium organisiert, in dem eben Wirtschaft, Politik und Verwaltung an einem Tisch sitzen, dem Runden Tisch Innenstadt. Und Westphal hoffte auf Einigkeit in 2017, um Sorgen der Kaufleute in der Innenstadt begegnen zu können.

Dem Wunsch nach ausreichend kundenfreundlichen Parkplätzen zum Beispiel, an die die Kaufleute prinzipiell andere Anforderungen setzen, als die Politik oder Verwaltung. Westphal: „Vielleicht hilft es, alle Gesprächspartner zu diesem Thema an eine Art Runden Tisch zu bringen.“ Oder der Ausgestaltung der vier Verkaufsoffenen Sonntage, die nach einer neuen Gesetzgebung nicht explizit unter dem wirtschaftlichen Aspekt des zusätzlichen Umsatzes der Geschäfte stehen dürfen. Sie müssen ein übergeordnetes Motto haben, Westphal: „Das Stadtforum hat immer hohe Ansprüche an diese Veranstaltung gesetzt, das dürfte kein Problem sein.“

Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg, Gastgeber war in diesem Jahr die Filiale der Hamburger Sparkasse am Rathausplatz. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg, Gastgeber war in diesem Jahr die Filiale der Hamburger Sparkasse am Rathausplatz.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Landrat Dr. Henning Görtz ist zwar noch so neu im Amt, dass es für ihn der erste Neujahrsempfang des Stadtforums in dieser Funktion war. Aber er ist doch schon so lange in der Politik, dass er die Einigkeit des Stormarner Modells genau kennt, das auf Kreisebene nicht nur alle Fraktionen und die Wirtschaft, sondern auch den Kreis und die Städte und Gemeinden an einen ausgeglichenen Runden Tisch bringt – und er sich das auch in Ahrensburg vorstellen kann: „Gerade bei so engagierten Menschen, wie sie hier im Stadtforum sind, es ist etwas Besonderes, was Sie in Ahrensburg leisten.“

Und auch Bürgermeister Michael Sarach machte diese Einigkeit zum Thema seines Grußwortes: „Es zeigt sich, welches Potenzial vorhanden ist, das können wir gemeinsam abrufen.“ Zum Beispiel im Engagement gegen eine von vielen als gefährlich erachtete Entwicklung: Die Planung der Deutschen Bahn, sechs Meter hohe Lärmschutzwände entlang der Gleise zu bauen, um die Anwohner vor dem Lärm des vermehrten Verkehrs auf der Strecke nach dem Bau der Fehmarnbelt-Querung und der neuen S-Bahnstrecke S4 zu schützen. Sarach: „Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam das Ziel erreichen, dass der Charme der Innenstadt Ahrensburgs bestehen bleibt.“

Bleibt nur noch eines zu sagen: Je inflationärer der Begriff der Einigkeit in Ahrensburg öffentlich benannt wird, desto stärker kommt einem das Bild von kräftigen Schienbeintritte unter den vielen besagten Runden Tische vor das innere Auge. Gibt es jenseits des Redens über die Einigkeit nachhaltig belastbare Strukturen? Im Sinne einer Vemeidung von blauen Flecken bleibt nur zu hoffen, dass eben jene Tritte ausbleiben – sicher ist das nicht und es würde die vielen Beschwörungen der Einigkeit als Lippenbekenntnisse entlarven.

Der Neujahrsempfang des Stadtforums – mit Gästen aus der Politik, Gesellschaft und Wirtschaft wie einzelne Vertreter fast aller Parteien; Vertreter des Ahrensburger TSV, der Schützengilde und des Bürgervereins sowie Detlev Hinselmann von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) und Niels Thoralf Jarck von der IHK zu Lübeck – diente noch eine Weile einem lockeren Austausch über das Thema Einigkeit. Wir dürfen gespannt sein.

Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Neujahrsempfang des Stadtforums Ahrensburg.
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