Vortrag beim Förderverein St. Johannes: Die Massentierhaltung und ihre Folgen

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Ahrensburg (ve/pm). Auch Tiere sind Geschöpfe – betont der Förderverein St. Johannes Ahrensburg. Und lädt damit zu einem Vortrag mit einem in der Kirche eher seltenen Thema: Der Massentierhaltung.

Massentierhaltung - im Bild ein Betrieb für Putenhaltung: Eine Herausforderung für die christliche Weltsicht? Foto: © soylentnetwork

Massentierhaltung – im Bild ein Betrieb für Putenhaltung: Eine Herausforderung für die christliche Weltsicht?
Foto: © soylentnetwork

Schwein, Pute und Huhn – Sache oder Mitgeschöpf? Über diese Frage auch im alltäglichen Leben nachzudenken, das fordert Dr. Hans-Heinrich Fiedler in seinem Vortrag „Über die Mitgeschöpflichkeit der Tiere“. Am Dienstag, 24. Januar 2017, ist er damit in der St. Johanneskirche in Ahrensburg, Rudolf-Kinau-Straße, zu Gast.

Massentierhaltung: „Auch Tiere müssen vor Leiden, Schmerzen und Schäden bewahrt werden“

Der Förderverein St. Johannes Ahrensburg lädt Interessierte ab 19.30 Uhr zu einem Vortrag des Tierschutz-Experten über die Massentierhaltung und ihre Folgen. Dabei vertritt der Tierarzt und engagierte Christ eine klare Position: Eine große Rolle bei dem Vortrag spielen die Nutztiere, also Tiere, die vom Menschen wirtschaftlich als Mast- und Schlachttiere gehalten werden. Fiedler plädiert dafür, dass auch die Nutztiere wie der Mensch Teil von Gottes Schöpfung seien und daher auch sie vor Leiden, Schmerzen und Schäden bewahrt werden müssten. Diese These vertritt der Tierschützer auch in seinem 2014 erschienenen Buch „… und herrschet über das Vieh …“.

Dr. Hans-Heinrich Fiedler: Dr. Hans-Heinrich Fiedler kam als Fachtierarzt die Folgen der Massentierhaltung für Tiere und Menschen erlebt. Foto: © privat

Dr. Hans-Heinrich Fiedler: Dr. Hans-Heinrich Fiedler kam als Fachtierarzt die Folgen der Massentierhaltung für Tiere und Menschen erlebt.
Foto: © privat

Der soll der Vortrag als Informationsquelle und Denkanstoß dienen. Vor allem will Fiedler über sein entwickeltes Prinzip der „Mitgeschöpflichkeit“ informieren und daran erinnern, dass wir als Menschen – und auch als Christen – eine Verantwortung den Tieren gegenüber haben. Durch das Aufkommen der industriellen Landwirtschaft habe auch die Ausbeutung der Tiere eine neue Dimension erreicht. Zwar wachse die Sensibilität der Bürger gegenüber der Massentierhaltung, doch werde noch zu wenig getan. Fiedler geht davon aus, dass Tiere weder die „besseren Menschen“, noch Rohlinge für tierische Produkte wie Eier, Milch und Fisch seien. Denn auch Nutztiere seien mit einer eigenen Würde ausgestattet, die neu entdeckt und geschützt werden müsse.

Der Fachtierarzt für Pathologie liefert dazu Informationen über artgerechte Tierhaltung in der nachhaltigen Bewirtschaftung sowie Massentierhaltung. Dabei wird ebenso auf die artspezifischen, natürlichen Verhaltensweisen der einzelnen Tierarten eingegangen. Auch werden Hinweise zu Qualitätssiegeln, Labels, Kennzeichnung von Eiern, zu Zucht, Mast, Transport und Schlachtung gegeben. Zudem geht Fiedler auf die globalen Folgen des hohen Fleischkonsums für Welthunger, soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, für Ökologie und biologische Vielfalt ein. So wird erläutert, welche Folgen eine auf Konsum und Wachstum ausgerichtete landwirtschaftliche Tierhaltung hat.

Dr. Hans-Heinrich Fiedler ist Mitglied des Tierärztlichen Forums für verantwortbare Landwirtschaft. Als Fachtierarzt für Pathologie, einem Teilgebiet der Medizin, das sich mit abnormen und krankhaften Vorgängen und Zuständen von Lebewesen beschäftigt, arbeitete er über dreißig Jahre in einem Untersuchungsamt in Niedersachsen. So kam Fiedler auch mit den Folgen der Massentierhaltung in Berührung.

Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei, Spenden dienen dem Erhalt der St. Johanneskirche.

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