Neujahrsempfang Ammersbek: Sorgen um das Ehrenamt

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Ammersbek (ve). Das Ehrenamt ist weit mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Und so kam neben einem „Danke schön“ auch ein „Bitte“ von Bürgervorsteherin und Bürgermeister auf dem Ammersbeker Neujahrsempfang.

Neujahrsempfang 2017 in Ammersbek im Dorfgemeinschaftshaus. Foto:ahrensburg24.de

Neujahrsempfang 2017 in Ammersbek im Dorfgemeinschaftshaus.
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Kaum etwas im gemeindlichen Leben geht ohne Ehrenamt. Jugendarbeit, Feuerwehr, Kommunalpolitik, Integration der Flüchtlinge, Kulturveranstaltungen – all‘ das und noch vieles mehr wird in vielen Kommunen von Ehrenamtlichen organisiert. So auch in Ammersbek. Jetzt haben Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling und Bürgermeister Horst Ansén darauf gedrungen, dass sich auch genug Nachwuchs für die Vereine und Verbände findet.

Ehrenamt: „Personalnot“ bei den freiwilligen Diensten

Ein Seniorenbeirat zum Beispiel konnte in Ammersbek gar nicht erst zur Wahl gestellt werden, weil es nicht genügend Bewerberinnen und Bewerber gemeldet haben. Oder: Im März 2017 scheidet die Schiedsfrau Franziska Hausendorf aus ihrem Amt aus, dafür muss jemand Neues gefunden werden. Im Amt bleibt Hartmut Thater. „Das Amt der Schiedsperson ist eine nicht ganz einfache Tätigkeit“, so Ingeborg Reckling, aber es verhindere, dass Streitigkeiten vor Gericht landen.

Sowohl der Ammersbeker Kulturkreis als auch der Ammersbeker Bürgerverein, die beide für ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm in Ammersbek sorgen, brauchen neues Personal. Zum einen für Vorstands-Posten, zum anderen für ihre umfangreiche Arbeit. Auch der Freundeskreis für Flüchtlinge – inzwischen ein Verein – kann sich ein Nachlassen im ehrenamtlichen Einsatz jetzt, wo es um die Integration der Geflüchteten geht, kaum leisten. Ansén: „Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist keine nette Dreingabe, sondern ihre Arbeit ist ganz entscheidend für das Gelingen der Integration.“ Und obwohl es bei den Freiwilligen Feuerwehren keine Personalsorgen gibt, sorge doch die vielfältige Belastung der Kameradinnen und Kameraden, dass Sonderveranstaltungen wie das Oktoberfest oder das Tannenbaumverbrennen nicht angeboten werden können.

Neujahrsempfang 2017 in Ammersbek im Dorfgemeinschaftshaus: Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling dankte den zahlreichen Ehrenamtlichen der Gemeinde. Foto:ahrensburg24.de

Neujahrsempfang 2017 in Ammersbek im Dorfgemeinschaftshaus: Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling dankte den zahlreichen Ehrenamtlichen der Gemeinde.
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Und dann ist da auch noch die Kommunalpolitik, „Ehrenamtler“, so Ingeborg Reckling, „die nicht so oft mit Lob und Auszeichnungen überhäuft werden.“ Aber: „Ich hoffe und wünsche, dass sich unter Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, die sich zu verschiedenen Themen engagiert einbringen, auch Kandidaten für die nächste Gemeindevertretung finden. Dass Sie sich damit anfreuden können, Verantwortung zu übernehmen, die sie in Bürgerinitiativen nicht haben.“

Wenig Probleme gibt es derzeit noch bei den Feuerwehren. Zwei gut aufgestellte Jugendwehren in Hoisbüttel und Bünningstedt lassen in diesen Bereichen keine Sorge aufkommen.

Investitionen in öffentliches Leben, öffentliches Gebäude und den Straßenbau

Bürgermeister Ansén blickte auf das zweite große Thema einer Kommune: Investitionen. Die Gerätehäuser der Feuerwehren müssten saniert werden, Ansén: „Die Sanierung oder Neubau ist eine Investition in unsere Sicherheit, wir tun dies zuallererst für uns.“ Die Grundschule Bünningstedt muss saniert werden, auch hier steht die Frage Neubau oder Sanierung noch aus. Straßen müssen saniert werden, Ansén: „Die Alternative wäre Kaputtsparen zu Lasten der nächsten Generation, was also keine Alternative ist – also können wir unsere Infrastruktur nicht verkommen lassen.“ Dies alles sei bei knappen Mitteln und trotz moderater Steuererhöhungen nicht ohne ein Haushaltsdefizit zu finanzieren.

Investieren möchte die Gemeinde auch in ein neues Gemeindeleben – vor dem Hintergrund von zwei Entwicklungen. Zum einen ziehe sich die Nordkirche aus der Finanzierung und Erhaltung des Gemeindezentrums Lottbek zurück, zum anderen gebe es immer weniger Zuspruch in den Jugendzentren. Für die entsprechenden Gebäude entwickelt Ansén die Vision von Gemeindezentren. Das hat Ammersbek zum Thema einer Umfrage unter Jugendlichen gemacht.

Neujahrsempfang 2017 in Ammersbek im Dorfgemeinschaftshaus: Bürgermeister Horst Ansén verwies auf die Investitionen, die Ammersbek tätigen müsse. Foto:ahrensburg24.de

Neujahrsempfang 2017 in Ammersbek im Dorfgemeinschaftshaus: Bürgermeister Horst Ansén verwies auf die Investitionen, die Ammersbek tätigen müsse.
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