Bildungsministerin Ernst an der Woldenhorn-Schule: Inklusion von der Schule bis zur Arbeitswelt

0

Ahrensburg (sam). Der Neubau der Grundschule am Schloss ist auch der Neubau der Woldenhorn-Schule. Er wurde landesweit gelobt – jetzt hat sich Bildungsministerin Britta Ernst zusammen mit Bürgermeister Michael Sarach darüber informiert, wie die Inklusion klappt.

 Bildungsministerin Britta Ernst zu Besuch an der Woldenhorn Schule mit Bürgermeister Michael Sarach (links) und Schulleiter Henning Rohwedder (rechts). Foto:©Silke Mascher / ahrensburg24.de


Bildungsministerin Britta Ernst zu Besuch an der Woldenhorn Schule mit Bürgermeister Michael Sarach (links) und Schulleiter Henning Rohwedder (rechts).
Foto:©Silke Mascher / ahrensburg24.de

Im August 2015 wurde der Neubau der Grundschule am Schloss eingeweiht. Dieses Gebäude bietet die Möglichkeit, behinderte und nicht behinderte Kinder beider Schulen gemeinsam zu beschulen als Campuslösung, die räumliche Nähe bietet und Inklusion lebendig und lebbar macht. Durch den Neubau des Gebäudes konnten die Woldenhorn-Schule und die Grundschule am Schloss ihre schon zuvor bestehende Kooperation der inklusiven Beschulung ausbauen und optimieren. Zurzeit besuchen 135 Kinder die Woldenhorn-Schule, 25 von ihnen sind in vier Klassen im Gebäude der Grundschule am Schloss untergebracht.

UN-Behindertenrechtskonvention: Inklusion als Aufgabe

Die Inklusion ist eine nach der UN-Behindertenrechtskonvention eine Aufgabe der Gesellschaft. Der Schul-Neubau in Ahrensburg nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein und zog landesweit Aufmerksamkeit auf sich. Um zu sehen, wie Inklusion in den beiden Schulen in der Praxis funktioniert, besuchte Britta Ernst, Ministerin für Schule und Berufsbildung in Schleswig Holstein, beide Schulen. Sie nehmen in Schleswig-Holstein im Hinblick auf die Inklusion eine Vorreiterrolle ein.

„Ab dem Jahr 1990 haben viele Regelschulen in Schleswig-Holstein die Türen für Kinder mit Förderbedarf geöffnet. Bei der Inklusion haben wir im Land eine Förderquote von ungefähr 80 Prozent. Aber wenn wir uns den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung anschauen, dann liegen wir da im Schnitt bei 15 Prozent“, so Britta Ernst. Eine inklusive Gesellschaft könne nur funktionieren, wenn Kinder mit und ohne Behinderung sich da, wo sie lernen, kennen lernen – im Unterricht aber auch in den Pausen. Ernst: “Heute bin ich hier um zu sehen, wie das, was wir uns überlegen, in der Praxis funktioniert.“

Es sei ein schöner und eindrucksvoller Schulbesuch gewesen, resümiert die Ministerin. In der Grundschule am Schloss seien durch die Investitionen des Schulträgers so schöne bauliche Rahmenbedingungen geschaffen worden, dass man das Gebäude als eine Schule wahrnehmen würde, obwohl dort tatsächlich Kinder aus zwei Schulen unterrichtet würden. Diese Voraussetzungen würden in der pädagogischen Arbeit Perspektiven zur Weiterentwicklung eröffnen.

Die Woldenhorn Schule in Ahrensburg. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Die Woldenhorn Schule in Ahrensburg.
Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Auch ginge es darum, die Kinder zu befähigen, später nicht nur den beruflich oftmals vorgezeigten Weg in eine Werkstatt für Behinderte zu gehen. In diesem Bereich müsse gesellschaftlich noch mehr erreicht werden, befand Britta Ernst. Ihr Eindruck vom Schulstandort Ahrensburg sei sehr positiv, weil die Schulleitungen und Lehrkräfte sehr engagiert seien. Kooperationen würden nur dort funktionieren, wo sich Menschen gut verstehen und zusammen arbeiten, das sei in Ahrensburg der Fall.

Dank an die Stadt Ahrensburg und nach Kiel

„In der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren etwas entwickelt, das sich auch für die Landesregierung als sehr vorbildlich und musterhaft darstellt”, ergänzte Bürgermeister Michael Sarach. “Ich denke, dass diese Entwicklung nur möglich war, weil allen Beteiligten vor Ort im schulischen Bereich, der Politik und Verwaltung, sowie denjenigen, die die Umsetzung finanziert haben, das Thema Inklusion wichtig ist. Das ist dann auch sehr erfreulich, wenn die Signale von außen zeigen, dass wir auf einem guten und richtigen Weg sind. Wir sind stolz auf das, was sich hier entwickelt hat. Wir haben etwas auf die Beine gestellt, was wir in diesem Jahr noch mit der Fertigstellung des Schulhofes abrunden möchten.“

Die Inklusion entwickelt sich noch sehr vorsichtig: Wünsche für die Zukunft

Henning Rohwedder, Leiter der Woldenhorn-Schule, sieht da noch weiteres Potenzial: „Denkbar wären auch Campuslösungen an Gemeinschafts- oder Berufsschulen, langfristig wäre das vielleicht ein Weg. Momentan aber fehlt den Schulen einfach der Platz dafür, die Umsetzung liegt noch in weiter Ferne. Es gibt noch viele Bereiche, in denen die Gesellschaft lernen muss, inklusiver zu denken. Hier möchte ich noch einmal die positive und engagierte Arbeit des Behindertenbeirats der Stadt erwähnen, der ganz wichtige Arbeit leistet. An vielen Ecken wird gearbeitet, aber es dauert.“

Britta Ernst sieht das als politische Aufgabe: „Für uns wird in der nächsten Wahlperiode auch ein Schwerpunkt der Übergang von Schule in den Beruf sein. Wir haben gerade ein Gutachten in Auftrag gegeben. Er wird uns sicherlich beraten können, wie wir Inklusion in diesem Bereich besser gestalten können. Hierzu gibt es bereits Modellprojekte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel das Inge-Projekt in Kappeln, in dem Schüler und Schülerinnen aus der Berufsvorbereitung aus der Werkstufe gemeinsam mit der klassischen Berufsvorbereitung beschult werden, und das mit großem Erfolg.”

Behindertenbeirat der Stadt Ahrensburg muss unterstützt werden

Auch Bürgermeister Michael Sarach griff die Arbeit des Behindertenbeirats auf. Er möchte sich dafür stark machen, dass dieser seitens der Verwaltung und seitens der Politik Unterstützung erfährt. Konkret nannte er hierfür die Entwicklung von mehr Personalkapazitäten. Dieses sei ein wichtiges Signal für die Stadt. Nur so sei es möglich, Prozesse auf diesem Gebiet viel intensiver zu entwickeln und begleiten.

 

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren