Gastbeitrag der Gleichstellungsbeauftragten: Stellenkürzung ist „Politischer Schnellschuss“

Ahrensburg (ve/pm). Die Stadtverordnetenversammlung hat die Stelle der Ahrensburger Gleichstellungsbeauftragten auf eine halbe Stelle reduziert, Jetzt haben die hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in Stormarn eine Stellungnahme dazu verfasst, die ahrensburg24.de als Gastbeitrag veröffentlicht.

Politischer Schnellschuss: Umwandlung der Vollzeitstelle der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten in Ahrensburg in eine halbe Stelle – kein gutes Signal für die Stadt Ahrensburg. „Das ist ein politischer Schnellschuss ohne Weitsicht“, so die hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn zu der Halbierung der Gleichstellungsbeauftragtenstelle in Ahrensburg.

Zufällig vier Tage nach dieser Entscheidung ist ein Landesgesetz für Schleswig-Holstein in Kraft getreten. Das Gesetz zur Absicherung der Arbeit der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten besagt, dass die Beschäftigung von Gleichstellungsbeauftragten in Vollzeit für alle Kommunen ab 15.000 Einwohner und Einwohnerinnen verpflichtend ist. Damit sollte der Trend der willkürlichen Stundenreduzierung gestoppt werden. Die Stadt Ahrensburg hat trotz besseren Wissens eine Stellenkürzung beschlossen und handelt damit nicht gesetzeskonform.

Bedeutung der Tätigkeit der Gleichstellungsbeauftragten

Gleichstellungsbeauftragte sind wichtige Ansprechpartnerinnen der Kommunen in vielfältigen Bereichen. Sie beraten Frauen und Männer bezüglich Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bekämpfen nach wie vor bestehende Geschlechterunterschiede im Lohnverhältnis oder in Führungspositionen. Gleichstellungsbeauftragte treiben Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit voran.

„Die Grundsatzarbeit einer Gleichstellungsbeauftragten sollte, wie notwendigerweise nun gesetzlich verankert, auf kommunaler Ebene nicht nur halb betrieben werden.“, so die hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn. Die ehemaligen Amtsinhaberin, Gabriele Fricke, hat bis zu ihrem Ausscheiden immer wieder betont, dass die Gleichstellungsarbeit in Ahrensburg nicht mit einer reduzierten Stundenzahl zu bewältigen ist. „Deswegen muss Ahrensburg die Stelle unbedingt in Vollzeit besetzen.“ fordern die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn.

Das Schreiben haben unterzeichnet: Maria de Graaff-Willemsen, Stadt Reinbek; Dr. Sophie Olbrich, Kreis Stormarn; Inge Diekmann, Amt und Gemeinde Trittau; Kerstin Schoneboom, Stadt Glinde

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Ein Bild der Gleichstellungsbeauftragten und für Frauen Engagierte vom Februar 2017 in Stormarn: Gabriele Fricke (Ahrensburg), Marion Gurlit (Bad Oldesloe), Maria de Graaff-Willemsen (Reinbek), Marion Böttger und Claudia Rattmann und eine weitere Vertreterin vom Frauennetzwerk Ahrensburg sowie Inge Diekmann (Trittau, von links).<br /> Foto:pm

Ein Bild der Gleichstellungsbeauftragten und für Frauen Engagierte vom Februar 2017 in Stormarn: Gabriele Fricke (Ahrensburg), Marion Gurlit (Bad Oldesloe), Maria de Graaff-Willemsen (Reinbek), Marion Böttger und Claudia Rattmann und eine weitere Vertreterin vom Frauennetzwerk Ahrensburg sowie Inge Diekmann (Trittau, von links).
Foto:pm