Wahlkampf der CDU: Daniel Günther erkrankt – Tobias Koch übernahm

Großhansdorf (ve). Viele kamen zur Veranstaltung am gestrigen Mittwoch mit dem Spitzenkandidaten der CDU für die Landtagswahl – nur Daniel Günther, der kam nicht.

Wahlkampfveranstaltung der CDU Stormarn: Spitzenkandidat Daniel Günther erkrankte und musste absagen. Der Landtagsabgeordnete Tobias Koch gestaltete den Abend. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Wahlkampfveranstaltung der CDU Stormarn: Spitzenkandidat Daniel Günther erkrankte und musste absagen. Der Landtagsabgeordnete Tobias Koch gestaltete den Abend.
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Der Waldreitersaal in Großhansdorf war gut besucht, zu den knapp 120 Stühlen mussten noch etwa 20 Stühle hinzu gestellt werden, damit alle Gäste einen Sitzplatz hatten. Alle warteten auf Daniel Günther, doch erst im Laufe des Abends wurde auch den Veranstaltern klar, dass der Spitzenkandidat nicht kommen würde.

Spitzenkandidat Daniel Günther sagte wegen einer Erkrankung kurzfristig ab

Er sei erkrankt, ließ Günther über Tobias Koch, den CDU-Direktkandidaten für Stormarn Mitte, im Saal ausrichten. Nach drei Veranstaltungen im Laufe des Tages habe sein Kreislauf nach einer Veranstaltung in Kisdorf nicht mehr mitgespielt. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf den noch nicht beendeten Wahlkampf habe Günther auf dem Weg von Kisdorf nach Großhansdorf die Notbremse gezogen und den Weg nach Hause angetreten.

Enttäuschung im Saal, denn der Abend war zu diesem Zeitpunkt schon weit fortgeschritten. Wie vorgesehen hatte zunächst Tobias Koch die Landespolitik mit Blick auf Stormarn geschildert und bewertet und dabei stets auf das Referat des Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt verwiesen. Nun sprang er für seinen Parteifreund ein und gestaltete auch den zweiten Teil des Abends.

CDU-Direktkandidat Tobias Koch gestaltete den Abend als Solist

Koch schilderte, wie die Politik der amtierenden Landesregierung aus SPD, Bündnis90/Die Grünen und SSW Auswirkungen auf Stormarn hätte. Straßensanierung zum Beispiel: „Die Regierung hat den Neubau der Straßen ausgesetzt“, rief Koch in den Saal, „das bedeutet auch, dass zum Beispiel die Autobahnanschlüsse entlang der Autobahn 1 nicht erneuert werden.“

Wahlkampfveranstaltung der CDU Stormarn: Spitzenkandidat Daniel Günther erkrankte und musste absagen. Die CDU probierte es mit einer neuen Sitzordnung und stellte das Podium in die Mitte. Tobias Koch drehte sich während der Veranstaltung zu allen Gästen im Kreis. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Wahlkampfveranstaltung der CDU Stormarn: Spitzenkandidat Daniel Günther erkrankte und musste absagen. Die CDU probierte es mit einer neuen Sitzordnung und stellte das Podium in die Mitte. Tobias Koch drehte sich während der Veranstaltung zu allen Gästen im Kreis.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Auch in punkto Sanierung stellte der Ahrensburger seinen Kieler Kollegen keine guten Noten aus: In Stormarn gebe es alleine an den Landesstraßen 92, 93 und 94 dringenden Sanierungsbedarf. Mit Blick auf Bundesförderung müsse außerdem dringend eine Planung für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 404 erfolgen, Koch: „Nur, wenn das Land Planungen vorlegen kann, können auch Bundesmittel fließen. Und wenn andere Länder wie Bayern Planungen beim Bund einreichen, fließt das Geld halt nach dort.“ Die CDU spreche sich zudem gegen die zwingende Erhebung von Straßenausbaubeiträgen bei der Sanierung von Gemeindestraßen aus, „aus der Muss-Bestimmung muss eine Kann-Bestimmung werden“, so Koch.

Die Themen: Straßenbau, Innere Sicherheit, Bildungspolitik

In Stormarn wichtiges Thema sei im Bereich der Inneren Sicherheit der Wohnungseinbruchsdiebstahl – Großhansdorf und Ahrensburg sind davon stark betroffen. Die Ursache der großen Anzahl von Wohnungseinbrüchen seien nicht nur die gute Situierung der Bürger und die vergleichsweise guten Fluchtmöglichkeiten, sondern auch der fehlende Verfolgungsdruck. „Die Einbrecher gehen eben auch dort hin, wo sie wenig befürchten, erwischt zu werden“, so Koch.

Beim Ausbau des Breitbandnetzes ruhe sich die Regierung auf den Leistungen der Kommunen aus, blickte Koch auf ein weiteres Thema: „Hier vor Ort in Ahrensburg und Großhansdorf machen das die kommunalen Betriebe wie die Stadtwerke. Und die Landesregierung schmückt sich mit einer im Vergleich hohen Ausbauquote des Netzes.“

Mit Blick auf die Bildungspolitik machte Koch deutlich, dass die CDU eine Rückkehr zu G9, also dem Abitur nach neun Jahren an der weiterführenden Schule, fordere. „Das wollen übrigens auch die Schülerinnen und Schüler“, ergänzte Koch.

Kritik übte Tobias Koch an den Beschlüssen der Landesregierung, die Windkraftanlagen gleichmäßig über das Land zu verteilen. Zum einen müssten die Anlagen dort stehen, wo der Wind weht, zum anderen führe diese Politik dazu, dass erschlossene Standorte und die entsprechenden Investitionen zugunsten nicht erschlossener Standort aufgegeben werden müssten und damit neue Investitionen erforderlich werden würden. Betroffen in Stormarn sei davon zum Beispiel Brunsbek, das als Standort für eine Windkraftanlage in Frage kommt.

Wahlkampfveranstaltung der CDU Stormarn: Spitzenkandidat Daniel Günther erkrankte und musste absagen. Der Landtagsabgeordnete Tobias Koch gestaltete den Abend. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Wahlkampfveranstaltung der CDU Stormarn: Spitzenkandidat Daniel Günther erkrankte und musste absagen. Der Landtagsabgeordnete Tobias Koch gestaltete den Abend.
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Und schließlich: Der Blick auf den politischen Gegner

Themen bei der anschließenden Fragerunde waren die HSH Nordbank, das Wahlrecht für Ausländer und der politische Gegner. Zur HSH Nordbank argumentierte Koch, der auch Finanzpolitische Sprecher der CDU ist, dass noch Ende 2015 eine Abwicklung möglich gewesen sei. Finanzministerin Monika Heinold, Bündnis 90/Die Grünen, hatten sich nach Rücksprache auf Bundes- und europäischer Ebene dagegen entschieden, Kredite übernommen und hofft nun auf den Verkauf.

Die CDU sei zudem die einzige Partei im Landtag, die sich gegen ein Wahlrecht auf kommunaler Ebene für Ausländer aus Nicht-EU-Ländern ausspreche, betonte Koch. Bürgerinnen und Bürger der EU dürfen auf kommunaler Ebene innerhalb der Union wählen.

Und dann war da noch die Frage nach dem politischen Gegner: „Wer Albig wählt, bekommt eigentlich Stegner“, formulierte Koch einen knackigen Satz zum Ministerpräsidenten Torsten Albig und dem SPD-Landesvorsitzenden Ralf Stegner und erntete dafür Applaus. Wie auch für einen Abend, den er schließlich ganz alleine gestaltet hatte.