Zwischenbilanz am Ausbildungsmarkt: Gute Möglichkeiten für Schulabgänger bei der Ausbildungssuche

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Mölln (je/pm). Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses zogen im Jobcenter in Mölln eine Zwischenbilanz zum aktuellen Ausbildungsmarkt in den beiden Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn.

Bundesagentur für Arbeit meldet gute Chancen für Schulabgänger bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Foto:Dieter Schütz/pixelio.de

Zwischenbilanz: Die Bundesagentur für Arbeit meldet gute Chancen für Schulabgänger bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Foto:Dieter Schütz/pixelio.de

Das gemeinsame Fazit: Das regionale Ausbildungsangebot für die Jugendlichen ist unverändert gut, die Unternehmen engagieren sich stark in der Ausbildung junger Menschen und haben in der Summe nahezu so viele Ausbildungsstellen gemeldet wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Bundesagentur für Arbeit: Zwischenbilanz zum aktuellen Ausbildungsmarkt

„Bislang wurden uns seit Herbst 2016 1.866 Ausbildungsstellen gemeldet. Die hohe Zahl gemeldeter Stellen, die zweithöchste seit 2003/04 und nur knapp unter dem Wert des letzten Jahres zeigt den ungebrochenen Willen der Unternehmen, junge Menschen betrieblich auszubilden“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe in der aktuellen Zwischenbilanz zum Ausbildungsmarkt. Aus dem Kreis Stormarn wurden bislang 1.079 Ausbildungsstellen gemeldet und aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg 787.

Die Zahl der bei der Arbeitsagentur für den diesjährigen Ausbildungsbeginn bislang gemeldeten ausbildungssuchenden Jugendlichen liegt mit 2.162 über der des Vorjahres. „Ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind unverändert gut. Gerade vor dem Hintergrund, dass auch in den Nachbarregionen deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber gemeldet sind, ist der Ausbildungsmarkt weiterhin ein Bewerbermarkt“, so Grote-Seifert.

Die Mitglieder des regionalen Ausbildungsbündnisses werben dafür, sich über die Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. “In unserer Region gibt es ein breites Ausbildungsangebot, engagierte Ausbildungsbetriebe und nach der Ausbildung sehr gute berufliche Perspektiven“, sind sich die Teilnehmer einig.

Bei den ausbildungssuchenden Jugendlichen hat der Anteil derer mit Abitur oder Fachhochschulreife zugenommen. Lag ihr gemeinsamer Anteil im vergangenen Jahr noch bei 26,3 Prozent, so ist dieser jetzt auf 29,8 Prozent gestiegen, was unter anderem auf den doppelten Abi-Jahrgang zurückzuführen ist.

Viele Unternehmen beklagen rückläufige Bewerberzahlen, weil sich immer mehr Schulabgänger für einen weitergehenden Schulbesuch und ein Studium und gegen eine duale Ausbildung entscheiden. „Wir stellen einen anhaltenden Trend in Richtung weiterführende Schulen und Studium fest“, sagt Grote-Seifert. Dabei ist das Abitur oder die Fachhochschulreife aus ihrer Sicht nicht zwingend Voraussetzung für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang. „Auch mit einer betrieblichen Ausbildung stehen den jungen Leuten alle Karrierechancen offen. Mit dem erfolgreichen Berufsabschluss wird zugleich der Realschulabschluss erworben. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ermöglicht zudem die Weiterbildung zum Betriebswirt, Meister oder Techniker. Und die hohe Zahl von Studienabbrechern ist ein klarer Indikator, dass die Entscheidung zwischen Studium und dualer Ausbildung wohl abgewogen werden sollte.“

Unternehmen, die auf ihre Ausbildungsangebote keine ausreichende Zahl an Bewerbungen erhalten, rät Grote-Seifert, das vorhandene Bewerberpotential noch stärker auszuschöpfen. „Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, allen Jugendlichen eine Chance zu geben, ihr Können unter Beweis zu stellen, auch denjenigen ohne oder mit einem schwachen Schulabschluss. Viele entwickeln in der betrieblichen Praxis Fähigkeiten, die sich nicht in ihren Schulnoten spiegeln“, erklärt die Chefin der Arbeitsagentur. Gerade für sie sei der Praxisbezug in der betrieblichen Ausbildung eine besondere Motivation. „Agentur für Arbeit und Jobcenter können in diesen Fällen mit der assistierten Ausbildung unterstützen. Den Jugendlichen können wir insbesondere beim Abbau von Bildungsdefiziten oder beim Erwerb fachtheoretischer Kenntnisse und Fähigkeiten zur Seite stehen. Regelmäßige Gespräche und kontinuierliche Betreuung im Verlauf der Ausbildung sollen helfen, frühzeitig Schwierigkeiten zu erkennen, Abbrüche zu vermeiden und die Ausbildung gemeinsam mit dem Betrieb zum Erfolg zu führen“, so Grote-Seifert.

Darüber hinaus unterstützt die Agentur für Arbeit auch Praktika vor einer Ausbildung (Einstiegsqualifizierungen) oder bietet Stützunterricht und sozialpädagogische Betreuung (ausbildungsbegleitende Hilfen) während einer Ausbildung an. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass jeder junge Mensch seine Chance bekommt. Kein Jugendlicher darf ohne Ausbildungschance bleiben“, sagt Grote-Seifert. (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

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