Neuer Kirchengemeinderat: „Wir sind voller Dynamik, kreativ und engagiert“

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Ahrensburg (ve). Seit etwa drei Monaten ist der neue Gemeinderat der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg jetzt im Amt. Und präsentiert sich erstmals öffentich.

Mitglieder des Kirchengemeinderates der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg: Florian Lemberg, Susanne Geißler-Schön, Margit Kress, Pastorin Ursula Sieg und der Vorsitzende Herbert Meißner (von links). Foto:ahrensburg24.de

Mitglieder des Kirchengemeinderates der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg: Florian Lemberg, Susanne Geißler-Schön, Margit Kress, Pastorin Ursula Sieg und der Vorsitzende Herbert Meißner (von links).
Foto:ahrensburg24.de

„Wir brauchten einfach die Zeit, um uns einzuarbeiten und uns auch kennen zu lernen“, sagen Vertreter des Rates im Gespräch mit der Presse. Denn neben den Pastoren und dem Kirchenmusikdirektor Ulrich Fornoff sind alle Mitglieder des Rates neu gewählt worden. Nach dem Ausscheiden von Pastor Hans-Martin Bruns, der in den Ruhestand gegangen ist, hat der Rat jetzt noch 16 Mitglieder.

Der Kirchengemeinderat gründete neue Ausschüsse

So war eine erste Aufgabe die Organisation der Arbeit des Kirchengemeinderates (KGR) überhaupt. Neben Ausschüssen wie dem Finanzausschuss und dem Bauausschuss hat der Rat zwei neue Ausschüsse gegründet, den Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit und den Ausschuss für Gemeindeleben. Denn auch, wenn bis jetzt noch keine Sitzung des Kirchengemeinderates öffentlich war, so soll doch genau diese hergestellt werden.

„Nach den Sommerferien werden alle Sitzungen des Kirchengemeinderates öffentlich sein“, sagen Florian Lemberg, Susanne Geißler-Schön und Margit Kress, Mitglieder des Ausschusses. „Wir alle sind in unseren Bewerbungen für den Rat darauf eingegangen, das wir uns Transpranz bei der Arbeit des Kirchengemeinderates wünschen und das der Rat bei seinen Entscheidungen die Gemeinde mitnimmt.“ Das solle mit der Herstellung der Öffentlichkeit umgesetzt werden.

Auch der Ausschuss für Gemeindeleben soll verloren gegangenes Vertrauen innerhalb der Kirchengemeinde wieder aufbauen. „Wir wollen schauen, wie wir in dieser Gemeinde miteinander umgehen. Und wir wollen auch auf Neubürger zugehen“, sagen die Verantwortlichen.

Zwei neue Pastoren werden in die Gemeinde kommen

Aktuell stehen Entscheidungen an, die die Geschicke der Kirchengemeinde weitreichend beeinflussen können. Zum einen ist die noch ungelöste Personalfrage, „eine der wichtigste Aufgaben des Kirchengemeinderates in den ersten Monaten dieses Jahres“, so Pastorin Ursula Sieg, stellvertretende Vorsitzende des KGR. Denn derzeit sind von den fünf Pastorenstellen mit ihr selber sowie den Pastoren Angelika Weißmann und Pastor Helgo Matthias Haak nur drei besetzt.

Kürzlich hat sich in Ahrensburg Pastor Oliver Okun vorgestellt. Für die Ahrensburger habe sich dabei herausgestellt, dass er im Team willkommen wäre. Nun allerdings müssten noch – auch durch den Wechsel des Bundeslandes, Okun kommt aus Hessen – Formalien erledigt werden, so dass Okun erst in einigen Wochen seine Arbeit in Ahrensburg aufnehmen kann. Die zweite Pastorenstelle könnte, so wünscht es sich der KGR, mit einem Berufsanfänger besetzt werden. Das würde zum einen das Auswahlverfahren erleichtern, es sei, so berichtet der Vorsitzende Herbert Meißner, kurzfristig umsetzbar und es würde zudem das Pastorenteam verjüngen. Die Entscheidung darüber, wer die Stelle in Ahrensburg einnehmen könnte, liegt dann bei der Landeskirche, sie könnte eventuell bereits diese Woche getroffen werden.

Auf eines weist Meißner besonders hin: „Der Ahrensburger Kirchengemeinde wurden vom Kirchenkreis fünf Pastorenstellen bewilligt, obwohl den Zahlen nach eigentlich nur viereinhalb Planstellen vorhanden sind.“ Das freue ihn ganz besonders und zeige, dass der Kirchenkreis zugunsten Ahrensburgs entscheiden könne.

Sanierung der Schlosskirche und Gebäudekonzept

Das nächste große Projekt, zu dem im Bauausschuss derzeit die Vorbereitungen laufen, ist die Sanierung der Schlosskirche. Das Mauerwerk des Kirchenturms ist mürbe und muss erneuert werden, das Gebälk, an dem auch die Glocken hängen, ist marode. So sehr, dass aus diesem Grund seit Weihnachten die Glocken nicht mehr läuten dürfen.

Gutachten dazu sind noch vom Beauftragtengremium in Auftrag gegeben worden. Allerdings gibt es noch keine Aussage dazu, wie viel die Sanierung kosten könnte. Ausschreibungen laufen derzeit. „Wir sind gerade dabei, zu ermitteln, welche Förderanträge gestellt werden können“, so Ursula Sieg. So sei zu prüfen, ob europäische Mittel, Mittel vom Landesdenkmalschutz, vom Landeskirchenamt und andere eingeworben werden können. Auch könne sich der Kirchengemeinderat vorstellen, erneut eine Integration in das Städtebauförderungsprogramm für die Stadt Ahrensburg zu prüfen.

Denn – am Ende soll die Schlosskirche nicht nur für die Kirchengemeinde von Wert sein, sondern auch für die Stadt, „diese Kirche ist mit den Gottesbuden zusammen eine Perle“, so Ursula Sieg. Die Türen der Kirche sollen daher auch tagsüber weiterhin geöffnet bleiben, derzeit sind sie bis 16 Uhr offen.

Finanziell steht die Kirchengemeinde derzeit ohne größere Probleme da, der Haushalt 2017 – noch vom Beauftragtengremium erstellt – ist ausgeglichen. Das hat verschiedene Gründe, der größte dürfte die Übertragung der kirchlichen Kindergärten in den Verband im Kirchenkreis Ost gewesen sein. Denn damit sind die Kindergärten in der Stadt Ahrensburg zwar noch unter der inhaltlichen Obhut der Ahrensburger Kirchengemeinde, finanziell jedoch spielen sie in der Gemeinde keine Rolle mehr. Ein weiterer Grund ist die Neuordnung des Gebäudekonzeptes, das zum Verkauf des Gemeindezentrums an St. Johannes geführt hat – „einer der ärgerlichen Punkte, die Gebäude fehlen für das Gemeindeleben“, so Ursula Sieg – und das auch zur Vermietung der Gemeinderäume im Haus der Kirche geführt hat, dort soll ein Kindergarten des Deutschen Roten Kreuzes entstehen. Das weitere Verfahren mit der St. Johanneskirche spielt dabei noch keine Rolle, Meißner: „Der Vertrag mit dem Förderverein St. Johannes läuft bis 2019, das gibt uns die Ruhe, das Thema derzeit nicht bearbeiten zu müssen.“ Gleichzeitig würde im Gebäude der St. Johanneskirche derzeit ein aktives Gemeindeleben stattfinden.

Mit ausdrücklich lobenden Worten beschreiben die Ratsmitglieder die Atmosphäre und die gute Gesprächskultur im neuen Kirchengemeinderat. „Wir debattieren sehr intensiv und von verschiedenen Positionen ausgehend“, beschreibt es Margit Kress, „aber die Debatten sind immer notwendig, konstruktiv und informativ.“ So gebe es zwar mal unterschiedliche Meinungen im Rat, aber ein Riss, die Bildung von Fraktionen oder Profisierungssucht sei kein Thema. Bei den Sitzungen würde engagiert bis gegen Mitternacht gearbeitet. Da trotzdem noch immer einiges auf dem Zettel stehe, hat sich der neue Kirchengemeinderat eine Klausurtagung verordnet, für die er sich im Juni treffen wird.

Übrigens: Am 8. Juli 2017 feiert die Kantorei St. Johannes ihr 25-jähriges Jubiläum und am 16. Juli 2017 feier die Kirchengemeinde ihr Kirchenfest an der Schlosskirche.

Der neue Kirchengemeinderat der Evanglisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg vor der St. Johanneskirche. Foto:pm

Der neue Kirchengemeinderat der Evanglisch-lutherischen Kirchengemeinde Ahrensburg vor der St. Johanneskirche.
Foto:pm

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