150 Jahre Stormarn Kultur- und Geschichtstage: Sommerfrische und Natursehnsucht um 1900

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Ahrensburg (ve/pm). Warum und wie entstand das Villenviertel der Schlossstadt südlich des Bahnhofes? Ein Vortrag gibt nicht nur darüber Aufklärung.

Postkartenmotiv eines Ausflugsortes zur Sommerfrische - Forsthaus Hahnheide Trittau Foto: © Kreisarchiv Stormarn

Postkartenmotiv eines Ausflugsortes zur Sommerfrische – Forsthaus Hahnheide Trittau
Foto: © Kreisarchiv Stormarn

Die Professorin Brigitta Schmidt-Lauber von der Unviersität Wien hält einen Vortrag über den Trend der „Sommerfrische“ in der Zeit um 1900. Als in Deutschland Industrialisierung und Verstädterung weit vorangeschritten waren, entfaltete sich eine verbreitete Sehnsucht nach der freien Natur. Deren Auswirkungen stehen im Mittelpunkt des Vortrages von Brigitta Schmidt-Lauber. Sie betreffen insbesondere auch die Stadt Ahrensburg.

Der Vortrag ist am Sonnabend, 6. Mai 2017, um 19 Uhr, im Peter-Rantzau-Haus, Manfred-Samusch-Straße 9 in Ahrensburg. Er steht im Rahmen der Kultur- und Geschichtstage, die in diesem Jahr rund um die Feierlichkeiten zu 150 Jahre Stormarn stattfinden. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Bereits frühzeitig waren landschaftlich schön gelegene Orte oder Regionen zum Schauplatz von Natursehnsucht und Erholung geworden. Es entstanden Kurbäder, die mit ihren Anwendungen und Anlagen einerseits der mondänen Gesellschaft Zerstreuung boten, zugleich aber zu einem beliebten Ziel der Großstädter Sommerfrische wurden. Ebenso kamen Wanderausflüge in Mode, wovon nicht zuletzt zahlreiche Ausflugslokale in reizvollen Gegenden zeugten, die zudem für Tagesausflügler gut erreichbar an neu entstandenen Verkehrswegen wie der Bahn lagen.

In diesem Zusammenhang entstand gleichfalls der Trend zu den „Sommerfrischen“, also saisonal genutzten Häusern auf dem Land, zumeist in besonders schönen Gegenden. Begüterte Großstädter ließen sich hier eigene, teils aufwendig gestaltete Villen oder Jagdhäuser bauen. Und für die Wanderer, Wochenendausflügler, Naturfreunde, Badegästen oder Erholungsuchenden boten Hotels, Landgasthöfe und Pensionen Unterkunft und Verpflegung an. All‘ das hat auch die Entwicklung Ahrensburgs nachhaltig beeinflusst.

Brigitta Schmidt-Lauber ist Professorin am Institut für Europäische Ethnologie an der Universität Wien. Zu ihren Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten zählen Ethnizität und Migration, Stadtforschung und regionale Ethnografien. Zu ihren kürzlich abgeschlossenen Forschungs- und Buchprojekten gehört „Sommerfrische – Bilder, Orte, Praktiken“. Darüber hinaus forschte und veröffentlichte sie unter anderem zu den Themen Urbanität, Mittelstadt, Universitätsalltag, Kultur und Ökonomie, Küstenkultur sowie zum Fußball-Verein FC St. Pauli.

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