Neue Moorwanderwegbrücke: Auf Edelstahl über den Holzweg wandern

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Ahrensburg (ve). Als „einfache Lösung“ wurde das neue Modell der Moorwanderwegbrücke im Dezember 2016 vorgestellt. Nun ist bei einer konkreteren Vorstellung aus der einfachen Lösung ein Bau aus Holz und Edelstahl geworden mit Gesamtkosten von etwa einer Million Euro.

Schaubild der neuen Moorwanderwegbrücke, vorgestellt vom Architektenbüro Büro 51. Grafik:©Büro 51

Schaubild der neuen Moorwanderwegbrücke, vorgestellt vom Architektenbüro Büro 51.
Grafik:©Büro 51

Die Architekten Peter Fenske und Thomas Beecken vom Büro 51 haben jetzt im Umweltausschuss die ausgearbeitete Planung für die Brücke vorgestellt. Dazu waren sie auf der Sitzung im Dezember aufgefordert worden, vergleiche den Beitrag „Vorschlag für die Moorwanderwegbrücke: Gibt es eine einfache Lösung?„. Es zeigt sich ein entscheidender Unterschied zu der Variante vom Dezember: Statt auf Schwimmkörpern aus Kunststoff soll die Brücke nun auf Schwimmkörpern aus Edelstahl ruhen.

Moorwanderwegbrücke: 58 Brückenteile mit 228 Edelstahlkörpern

Das bedeutet konkret: Die Brücke soll bestehen aus Bauteilen in einer Größe von zwei mal vier Metern. Der Holzweg, über den die Passanten gehen sollen, wird auf ein Stahlgerüst montiert. An diesem wiederrum hängen vier Edelstahlquader in der Größe von 240 Zentimeter Breite mal 80 Zentimeter Tiefe mal 50 Zentimeter Höhe. Diese Körper hätten genügend Auftrieb, so dass die Brücke auf einer Länge von etwa 200 Metern auf dem Wasser schwimmen würde, erläutern die Architekten. Etwa 100 Meter führt die Brücke über verlandete Moor, dort reichen Quader in einer geringeren Höhe. Sie würden auf dem Untergrund aufliegen.

Diese 228 Schwimmkörper sollen aus vier Millimeter starkem Edelstahl gebaut werden. Ursprüngliche Planung war es, diese Körper mit Polyurethan-Hartschaum zu füllen. Dies sei allerdings nicht zwingend erforderlich, wurde auf der Sitzung klar. „Wir können diese Behälter auch mit Luft füllen“, räumte Peter Fenske gegenüber den Ausschussmitgliedern ein. Der Bau eines solchen Behälters mit Schaum gefüllt kostet 1.785 Euro.

Von der Idee der Schwimmkörper aus Kunststoffschaum und Kunstharz hätten die Architekten wieder Abstand genommen, hieß es. Zum einen sei die Herstellung der Schwimmkörper sehr aufwändig. Zum zweiten sei es den Architekten nicht gelungen, einen Nachweis über die Umweltverträglichkeit der Kunststoffe zu bekommen – zwingend erforderlich allerdings an diesem Standort. Denn das Gelände, über das die Moorwanderwegbrücke führen soll, liegt in einem Schutzgebiet der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FHH-Schutzgebiet).

Aufbau des Holzweges: Eine Brücke in Leichtbauweise

Nun also Edelstahl. Diese Konstruktion ermögliche es, so die Planer, dass die Brücke insgesamt wenig in das Naturschutzgebiet eingreife – ein vorheriger Vorschlag hätte eine aufwendige Gründung des Bauwerkes erforderlich gemacht – und dass auch der Aufbau umweltverträglich gestaltet werden könne. Denn die jeweils vier Meter langen Brücketeile sollen Stück für Stück auf dem Wasser gebaut werden. Schweres Gerät sei dafür nicht erforderlich und auch die Bereiche neben dem Brückenlauf würden kaum in Mitleidenschaft gezogen werden.

Einzig an den Brückenköpfen sei der Aufwand größer. Die Brücke soll an zwei große Betonfundamente gehängt werden, die an den Brückenkopf in den Boden eingelassen werden. Dieses Betonfundament wiederum soll mit fünf Mikropfählen im Boden verankert werden, die sieben Meter in die Tiefe gebohrt werden und an ihrem Ende ein Betonfundament erhalten sollen.

Keine klare Einigung bestand im Ausschuss darüber, ob die Brücke zwei Meter breit sein solle, manche Ausschussmitglieder halten das für zu breit. Das Gegenargument der Planer: Die Verkehrssicherheit wäre gegeben und die Reduzierung der Breite würde sich nur unwesentlich auf die Kosten auswirken.

Neubau der Moorwanderwegbrücke: Die Architekten Thomas Beecken und Peter Fenske (von links) vom Büro51 stellten ihren Vorschlag im Umweltausschuss erneut vor - das Foto entstand auf der Ausschussitzung im Dezember 2016.<br /> Foto:ahrensburg24.de

Neubau der Moorwanderwegbrücke: Die Architekten Thomas Beecken und Peter Fenske (von links) vom Büro51 stellten ihren Vorschlag im Umweltausschuss erneut vor – das Foto entstand auf der Ausschussitzung im Dezember 2016.
Foto:ahrensburg24.de

Kosten für Rückbau und Neubau: Gut 800.000 Euro

Bei dem Vorschlag handelt es sich jetzt um eine Vorplanung ohne Detailgenauigkeit. Der Umweltausschuss hatte gestern Abend die Aufgabe, dem Büro 51 die Fortführung der Planungsarbeit zu genehmigen, damit für diese ariante eine konrkete Planung erstellt werden könne. Die Planungskosten liegen bei 115.000 Euro plus 50.000 Euro für einen Statiker, der jetzt beauftragt werden könnte. Die Kosten für den Rück- und Neubau der Brücken sollen laut Architekten 826.725 Euro betragen. Damit würden Gesamtkosten von etwa einer Million Euro entstehen. Der Umweltausschuss und die Stadtverwaltung hoffen auf Fördermittel in Höhe bis zur Hälfte der Baukosten.

Der Umweltausschuss ging über diese Brücke – und stimmte dem Vorschlag einstimmig zu, weitere Planungen in Auftrag zu geben.

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