Fehmarnbelt-Region: Arbeitsmarkt zwischen Deutschland und Dänemark

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Nykøbing F./Lübeck (ve/pm). Der Fehmarnbelt-Tunnel rückt Deutschland und Dänemark näher aneiander. Die Handwerkskammer Lübeck sieht darin eine Chance für den Arbeitsmarkt. Lesen Sie einen Beitrag der Handwerkskammer.

Der Tunnel nach Dänemark: Die Fehmarnbelt-Querung schafft eine neue Verbindung zwischen Skandinavien und Mitteleuropa. Grafik: Femern AS

Der Tunnel nach Dänemark: Die Fehmarnbelt-Querung schafft eine neue Verbindung zwischen Skandinavien und Mitteleuropa.
Grafik: Femern AS

Bewohner der Fehmarnbelt-Region sollen zukünftig verstärkt dafür sensibilisiert werden, welche Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten es auf deutscher und dänischer Seite gibt. Mit einer Auftaktveranstaltung im dänischen Nykøbing Falster startete das Projekt „Boost – Greater Mobility across Femern Belt”, in dem Arbeitsmarktakteure aus der gesamten Region unter Federführung der dänischen Berufsschule CELF grenzüberschreitend zusammenarbeiten werden.

Gemeinsam wollen die Projektpartner daran arbeiten, die Barrieren eines grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes abzubauen und die Mobilität in der Fehmarnbelt-Region zu steigern. Dazu sollen unter anderem Lehrlingsaustausche, Jobmessen sowie Workshops für Berufsschüler gefördert werden. Auch ein Arbeitsplatztausch für Mitarbeiter der Arbeitsagenturen sowie Lehrer der beteiligten Berufsschulen ist geplant.

„Schon bei früheren Projekten haben wir erlebt, welche guten Möglichkeiten es für eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark gibt“, sagt Svend Erik Jessen, Projektleiter der CELF. „Um den gemeinsamen Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu stärken, müssen wir die Menschen in der Fehmarnbelt-Region über die bestehenden Möglichkeiten informieren. Diejenigen, die sich eine Arbeit oder Ausbildung im Nachbarland vorstellen können, sollen aktiv unterstützt werden“, so Jessen.

Arbeiten zwischen Deutschland und Dänemark: Das sagt die Handwerkskammer und die IHK

Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck, erklärt: „Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt der Fehmarnbelt-Region endet künftig nicht mehr an der Landesgrenze. Die Menschen können die gesamte Fehmarnbelt-Region nutzen, um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu finden.“

Friederike C. Kühn, Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck betont: „Das Zusammenwachsen der Region am Fehmarnbelt schreitet zügig voran und spätestens mit der Fertigstellung des Tunnels erwartet die Wirtschaft eine noch stärkere Kooperation mit dem Nachbarland. Der Schlüssel dazu sind Mitarbeiter, die in den jeweiligen Unternehmensstrukturen zu Hause sind. Diese wollen wir bereits heute ausbilden und anstellen.“

Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, möchte, dass die Grenzen für Jugendliche, Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch durchlässiger werden. „In der Europäischen Union sind die Arbeits- und Ausbildungsmärkte noch immer kulturellen und sozialen Traditionen unterworfen. Dies gilt auch in der deutsch-dänischen Grenzregion. Bereits in der Vergangenheit haben wir intensiv mit unseren dänischen Partnern zusammengearbeitet. Durch das neue Projekt werden diese etablierten Modelle verstetigt und weiter ausgebaut. Wir möchten zusätzliche Fachkräftepotenziale für die Betriebe in Grenznähe erschließen und Defizite auf den lokalen Arbeitsmärkten ausgleichen.“

Thomas Müller, Geschäftsführer des Grone Bildungszentrums in Lübeck, betont, dass gerade vor dem Hintergrund des prognostizierten Fachkräftebedarfs im Bereich der Altenpflege ein Erfahrungsaustausch über die Landesgrenzen hinweg notwendig sei, um eine Mobilitätsbereitschaft auch junger Erwachsener zu fördern. „Grenzüberschreitende Netzwerke und Ausbildungsinitiativen helfen individuelle Bedarfe besser zu koordinieren und nachhaltiger zu gestalten. Das Projekt bringt behutsam erste Einblicke über diese grenzübergreifenden Möglichkeiten“, so Müller.

Projektpartner sind die dänische Berufsschule CELF (Leadpartner), die Jobcenter Guldborgsund und Lolland, die berufliche Schule für Gesundheits- und Sozialberufe SOSU Nykøbing F., die Agentur für Arbeit Lübeck, die Berufliche Schule des Kreises Ostholstein in Oldenburg, das Grone Bildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe in Lübeck, die IHK zu Lübeck und die Handwerkskammer Lübeck. Darüber hinaus unterstützt die Region Seeland das Projekt finanziell.

„BOOST“ wird gefördert durch Interreg Deutschland-Danmark mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Quelle: Handwerkskammer Lübeck

Das Logo der Handwerkskammer Lübeck. Grafik:Handwerkskammer Lübeck

Das Logo der Handwerkskammer Lübeck.
Grafik:Handwerkskammer Lübeck

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