Immer weniger Vögel: Vogelführung in Ammersbek mit dem Nabu

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Ammersbek (ve/pm). Die Vogelwelt beobachten – in diesen Tagen geht das kaum, ohne einen Blick auf den Rückgang der Artenvielfalt zu werfen.

Die heimische Vogelwelt: Lausch- und Beobachtungsgang mit dem Nabu Ammersbek. Foto:NABU Ammersbek

Die heimische Vogelwelt: Lausch- und Beobachtungsgang mit dem Nabu Ammersbek. Foto:NABU Ammersbek

Das Naturschutzgebiet Ammersbek-Niederung, das bis an den Duvenstedter und Großhansdorfer Brook heranreicht, zeichnet sich durch eine Vielfalt von Lebensräumen aus. Kennzeichnend sind Feuchtgebiete wie Au- und Bruchwald, durchzogen von der mäandrierenden Hunnau/Ammersbek mit Ried- und Hochstaudensäumen, aber auch alter Laubwald und offene Grünlandflächen mit Knicks gehören dazu.

Nabu Ammersbek: Lausch- und Beobachtungsgang

Entsprechend vielfältig ist auch die Vogelwelt dieses Gebietes. Die Vogelexpertin des Nabu Ammersbek bietet am kommenden Wochenende ihren dritten Lausch- und Beobachtungsgang in diesem Frühling an. Im vergangenen Jahr konnten die Teilnehmer dort 20 verschiedene Vogelarten entdecken. Mit Grau- und Trauerschnäpper über Nachtigall, Waldlaubsänger und Sommergoldhähnchen bis zu verschiedenen Grasmücken und einem Schwarzkehlchen kamen Vogelfreunde voll auf ihre Kosten.

Auf dem Rundgang warten auch dieses Jahr wieder ornithologische Überraschungen. Die Vogelführung ist am Sonntag, 21. Mai 2017, von 8 bis 11 Uhr. Der Treffpunkt ist Ecke Rothwegener Weg/Schnakenredder bei der Bank und Info-Tafel (neben KGV) Festes Schuhwerk, Regenzeug oder Sonnencreme und ein Fernglas sind von hilfreich.

Immer weniger Vögel: Thema im Bundestag

Eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen betrachtet das Thema des Rückganges der Vögel. Der Kiebitzbestand zum Beispiel ging in den vergangenen 30 Jahren um über 80 Prozent zurück, die Zahl der Rebhühner seit 1990 um 84 Prozent. Auch ein Zusammenhang mit der sogenannten Reduktion der Biomasse der Insekten – soll heißen, dass auch zahlreiche Insekten als Nahrungsgrundlage für die Vögel in ihrer Anzahl stark reduziert sind – wird hergestellt.

Dass auch in Ammersbek die Vögel schwinden, zeigten die jährlich vom Nabu durchgeführten Brutvogelkartierungen im Naturschutzgebiet Heidkoppelmoor, schreibt der Naabu Ammersbek. Trotz möglicher methodischer Unsicherheiten sei der Trend erkennbar: Von 69 Brutvogelarten im Heidkoppelmoor zeigten innerhalb von sieben Jahren 21 Arten eine Abnahme, nur fünf Arten eine Zunahme. Diese Zunahme sei vor allem der vom Nabu durchgeführten Moorwiedervernässung zu verdanken.

Zwar könnten die Ursachen auch in methodischen Ungenauigkeiten liegen, betont der Nabu, oder am Witterungsverlauf, an menschlichen Störungen und den freilaufenden Hunden und Katzen. Auch beeinflusse die Form der Grünlandbewirtschaftung im Naturschutzgebiet einige Brutvögel wie beispielsweise den Baumpieper. Die wesentliche Ursache aber seien externe Faktoren, ist sich der Nabu sicher: Neben Einbußen auf dem Vogelzug würden die Vogelbestände vor allem an der Landschaftsveränderung und der Insektenvernichtung durch die intensive Agrarwirtschaft leiden.

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