Richtfest beim Verein Heimat: Der letzte Bauabschnitt in Fannyhöh ist bald fertig

0

Ahrensburg (ve). 1949 hatten zehn Ahrensburger eine weitreichende Idee – sie gründeten den Verein Heimat. Und dessen Bauprojekte haben noch heute eine wichtige Bedeutung in der Stadt.

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes. Foto:ahrensburg24.de

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes.
Foto:ahrensburg24.de

Auf der Basis von Ehrenamt setzt der Verein Heimat das um, was Wirtschaft und Politik nur schwer schaffen: Er schafft bezahlbaren Wohnraum. Eine Miete von 5,80 pro Quadratmeter ist gesetzt in den Häusern des Vereins Heimat, gebaut werden sie für Rentnerinnen und Renter mit geringem Einkommen. Allerdings: Die Wohnungen sind vorrangig für Vereinsmitglieder.

Fannyhöh: 21 von 60 neuen Wohnungen

Der erste Standort, an dem der Verein Heimat seine Wohnungen gebaut hat, war in der Straße Fannyhöh. Und dort sind aktuell in den vergangenen Jahren 60 neue Wohnungen im Rahmen einer Nachverdichtung entstanden. Der letzte Bauabschnitt mit 21 Wohnungen wurde heute mit einem Richtfest gefeiert.

Es sind kleine Wohnungen, die dort entstehen, für Paare oder Einzelpersonen. Alle Wohnungen sind barrierefrei, die Häuser mit Fahrstühlen versehen. Insgesamt sieben Millionen Euro hat der Verein seit 2011 in den Standort Fannyhöh investiert, der letzte Bauabschnitt jetzt hat ein Volumen von 2,5 Millionen Euro.

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes. Vereinsvorsitzender Jürgen Wahl begrüßt die Gäste. Foto:ahrensburg24.de

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes. Vereinsvorsitzender Jürgen Wahl begrüßt die Gäste.
Foto:ahrensburg24.de

„Uns kommt zugute“, benennt Vereinsvorsitzender Jürgen Wahl die Hintergründe, „dass die Zinsen so günstig sind und wir über geförderte Darlehen sowieso keine großen Zinskosten haben.“ Zudem sei das Gelände Eigentum des Vereins, dadurch sei die Eigenkapitalquote von 15 Prozent der Bausumme realisierbar gewesen. „Und das Land hat uns zudem 200.000 Euro an Fördermitteln zugestanden“, ergänzt Wahl.

Verein Heimat: Projekt in der Kastanienallee gefährdet?

Denn vor welchen finanziellen Problemen ein Verein wie dieser stehen kann, erläutert Wahl mit Blick auf das nächste vom Verein geplante Objekt – den Bau an der Kastanienallee. „Dort sind direkt neben den Eisenbahn-Gleisen hohe Investitionen in den Lärmschutz gesetzlich vorgeschrieben“, so Wahl. 25 Wohnung wollte der Verein in dem dortigen Neubaukomplex bauen, ergänzend zu 102 Wohnungen des Bauträgers. „Damit wären 1,2 Millionen Euro Kosten für den Lärmschutz verbunden. Das können wir nicht leisten“, so Wahl. Zudem müsste das Grundstück dort für den Bau vom Verein anteilig gekauft werden.

An diesem Projekt zeigt sich die Problematik des sozialen Wohnungsbaus: „Wir können die Miete nicht erhöhen“, so Wahl, „die muss bei der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe für sozialen Wohnungsbau liegen.“ Doch mit diesen Mieteinnahmen seien insbesondere die Lärmschutzmaßnahmen nicht zu refinanzieren. „Wenn nicht ein andere Weg der Finanzierung gefunden wird, müssen wir das Projekt am Ende nacher aufgeben“, sagt Wahl mit Blick auf politische Verhandlungen.

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes. Der Gastgeber und seine Gäste: Stephan Wulff, Geschäftsführender Gesellschafter des ausführenden Bauunternehmens Otto Wulff, Bürgermeister Michael Sarach, Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, Bürgervorsteher Roland Wilde sowie Jürgen Wahl und Axel Bärendorf, der Vorsitzende und sein Stellvertreter vom Verein Heimat (von links). Foto:ahrensburg24.de

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes. Der Gastgeber und seine Gäste: Stephan Wulff, Geschäftsführender Gesellschafter des ausführenden Bauunternehmens Otto Wulff, Bürgermeister Michael Sarach, Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, Bürgervorsteher Roland Wilde sowie Jürgen Wahl und Axel Bärendorf, der Vorsitzende und sein Stellvertreter vom Verein Heimat (von links).
Foto:ahrensburg24.de

In der Straße Fannyhöh hingegen klappt alles, der Bau läuft reibungslos, unfallfrei und termingerecht. Der Rohbau steht, jetzt erfolgt der Innenausbau und zu Weihnachten sollen die Bewohnerinnen und Bewohner einziehen können. Um das zu feiern, waren auch Kreispräsident Hans-Werner Harmuth mit Ehefrau Cornelia Harmuth, Bürgervorsteherin in Bargteheide, sowie Bürgervorsteher Roland Wilde und Bürgermeister Michael Sarach gekommen.

Gäste beim Richtfest: Harmuth, Wilde und Sarach

Harmuth nutzte den Rahmen und wandte sich an alle Stormarner Politiker: „Es muss mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden in Stormarn.“ Dem pflichtete Bürgermeister Sarach bei und gabe die Bitte dennoch weiter: „Es ist uns ein gemeinsames Anliegen, günstigen Wohnraum zu schaffen, doch dafür brauchen wir Grundstücke. Wir sind auch auf die Grundstückseigentümer angewiesen, damit solche Projekte auch umgesetzt werden können.“

Dass dies in Ahrensburg durch den Verein möglich ist, ist für Bürgervorsteher Wilde etwas Besonderes: „Es ist eine besondere Leistung des Vereins, für dieses Klientel Wohnraum zu schaffen.“ Das Glück für den Bau jedenfalls wurde mit dem Richtfest beschworen und die Scherben des Glases zersplitterten nach dem Richtspruch des Zimmermanns ordnungsgemäß an der Hauswand.

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes. Foto:ahrensburg24.de

Wohnraum des Vereins Heimat in der Straße Fannyhöh: Richtfest für den letzten Bauabschnitt des Projektes.
Foto:ahrensburg24.de

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren