Premiere von Frieden für Little Angeles: So macht der Wilde Westen Spaß!

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Großhansdorf (ve). Dies ist ein Stück für Männer. Für echte Männer. Und genauso spielt es das Junge Theater Hoisdorf auch.

Im friedlichen Little Angeles wird erstmal scharf geschossen. Dreht es sich doch in dem Stück „Frieden für Little Angeles“ um den Kleinkrieg zweier verfeindeter Familien. Und da müssen die jeweils drei Söhne der Walkers und der Daniels eben ran und sich mächtig gegenseitig fertig machen. ahrensburg24.de war bei der Premiere dabei.

"Frieden für Little Angeles": Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

„Frieden für Little Angeles“: Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Diese Aufgabe obliegt Jeremy Hirtreiter, Jakob Teichmann, Hauke Thürk, Marius Muhle, Mattys Pohlmann und Nico Krupp. Und die machen das mit so richtig Pfeffer im Hintern. Sie jammern wie kleine Jungs, sie schießen wie die Großen – und sie prügeln sich in einer Szene, dass das Publikum besorgt aufschreit. Vom Körpereinsatz her eine der besten Szenen des Abends übrigens.

Starke Jungs zwischen Revolver, Mutti und den Pastorentöchtern

Und: Sie verlieben sich, sie werden romantisch, hilflos und stark zugleich. Sie entdecken plötzlich die wahre Liebe und werden damit dem Publikum so richtig sympathisch. Mit dem nötigen Schmunzeln übrigens, denn eine Stärke dieser Inszenierung ist es, dass sich das Junge Theater Hoisdorf gerne selber eine bisschen auf den Arm nimmt.

Die wahre Liebe finden sie – wie soll es anders sein – in den sechs Töchtern des Pastorenpaares St. Michaels, gespielt von Mariette Mahl, Anna Wriggers, Fenja Mühlena, Magdalena Bürk, Indira Nicolay und Linne Visscher. Die wollen – „Girls just wanna have fun“ singen sie – auch ein bisschen Spaß haben und wickeln die jungen Herren mit durchaus glaubhafter Ehrbarkeit um ihre Finger. Allen sechs gelingt es, zu zeigen: Ja – sie sind Pastorentöchter, aber deswegen noch lange nicht dröge.

"Frieden für Little Angeles": Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

„Frieden für Little Angeles“: Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Dröge sind auch nicht die Mütter ihrer Liebsten – und auch in diesen Szenen ist das Stück ein echter Brüller. Die Herren der Schöpfung – Vater Johnnie Walker (Lennart Kunz) und Vater Jack Daniels (Alexander Wriggers) – feinden sich aufs Schönste an, prügeln, brüllen und duellieren sich, Wriggers und Kurz machen das richtig gut. Aber Zuhause wartet halt Mutti – soll heißen die Regierung in Form von Rose Walker (Merle Schuschan) und Flora Daniels (Joanna Krupp). Und wie die ihren Männern die Leviten lesen, macht einfach nur Spaß. Ganz so, wie es sich in einem Stück mit echten Männern gehört.

Wo echte Männer sind, sind auch echte Frauen des horizontalen Gewerbes. Milena de la Rubia als Saloondame Polly Pompadur und ihre Saloontänzerinnen gespielt von Mariana Muhle, Delia de la Rubia und Emilia Plock fallen schon durch ihre aufwändig gestalteten Kostüme ins Rampenlicht. Das bringt richtig scharfe Farbe auf die Bühne. Und das Quartett weiß dies in ihren Songs und Choreografien so richtig in Szene zu setzen.

Theater, Choreografien – und große solistische Gesangsnummern

Milena de la Rubia übernimmt zudem zahlreiche Solo-Gesangsnummern. Sie und Jakob Teichmann – beide mal solo und mal im Duett – erweisen sich als starke Sänger auf der Bühne und werden dafür mit reichlich Applaus belohnt. Teichmann übrigens hat als Sohn Luke und als Saloongast Jim Beam gleich zwei große Rollen – was seine Spielfreude und Bühnenpräsenz nur befeuert. Eine tolle Leistung.

"Frieden für Little Angeles": Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

„Frieden für Little Angeles“: Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Doch auch die anderen solistischen Leistungen etwa von Mylena Pohlmann mit „River Deep Mountain High“ funktionieren wunderbar. Und dass bei anderen Solonummern das Gesang-Playback im off mitläuft, ist wie ein guter Spickzettel – es stärkt die Darsteller und sichert das Gelingen.

Kaum alle der 37 Figuren können hier benannt werden, dem ganzen Ensemble ist schlichtweg ein großes Lob auszusprechen. Denn die Inszenierungen des Jungen Theaters Hoisdorf unter der Regie von Angela Görmer sind ein großes Gesamtkunstwerk, das von den Darstellern einiges abfordert. Sie müssen nicht nur spielen, tanzen, singen, sich ständig umkleiden und die Bühne umbauen – sie müssen das auch noch mit der nötigen Spielfreude und Leichtigkeit tun. Was allen gelingt, ist es, jenseits eines mal nicht ganz getroffenen Tones oder einer kleinen Zaghaftigkeit in der Darstellung voller Begeisterung zu spielen. Mehr kann man eigentlich nicht wollen.

Und dann noch: Die Truppe hinter der Bühne

Doch, eines noch: Eine starke Truppe hinter der Bühne. Gefühlt über 200 Kostüme wollen genäht werden, gefühlt fünf Bühnenbilder gebaut werden. Die wirken ganz und gar nicht, als seien sie mit der heißen Nadel genäht, sie geben den Darstellern einen würdigen Rahmen. Und dann sind da noch Maske, Requisite und Technik und all‘ die anderen Aufgaben. Großes Lob an die Tatkräftigen im Hintergrund.

Und daher: Jubelnder Beifall hat das Ensemble des Theaters bei der Premiere belohnt. Nach knapp drei Stunden Musiktheater erhob sich ihr Publikum für stehende Ovationen – nach durchaus zahlreichem johlenden Zwischenapplaus. Denn die Abenteurer des Theaters haben auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erneut einigen Mut bewiesen.

Achtung: Weitere Aufführungstermine

"Frieden für Little Angeles": Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

„Frieden für Little Angeles“: Szenenbilder der neuen Inszenierung vom Jungen Theater Hoisdorf.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Weiteren Aufführungstermine sind am heutigen Sonnabend, 20. Mai 2017, sowie am Freitag und Sonnabend, 2. und 3. Juni 2017; Freitag und Sonnabend, 9. und 10. Juni 2017; Freitag, 30. Juni 2017; Sonnabend, 1. Juli 2017; sowie Freitag und Sonnabend, 7. und 8. Juli 2017. Alle Aufführungen beginnen um 20 Uhr, Einlass ist ab 19.15 Uhr, die Abendkasse öffnet um 18 Uhr.

Die Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei Schreibwaren Wilbert, Eilbergweg 5c in Großhansdorf, im Bürgerbüro Siek, Hauptstraße 49 in Siek, sowie an der MARKT Theaterkasse, Große Straße 15a in Ahrensburg. Es gibt zwei Preiskategorien: Die Karten im Block A, das sind die Reihen 1 bis 7, kosten 14 Euro, die Karten im Block B, das sind die Reihgen 8 bis 14, kosten zwölf Euro. Im Vorververkauf werden zusätzlich Gebühren erhoben.

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