Neuer Standort und neue Bauweise: Container-Kindertagsstätte im Helgolandring

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Ahrensburg (ve). Ahrensburg wird eine weitere Kindertagsstätte bekommen – und zwar in Schnellbauweise. Denn die Gruppen werden in Containern untergebracht.

Themenbild Kindererziehung. Foto:©Ines Friedrich/pixelio.de

Themenbild Kindererziehung.
Foto:©Ines Friedrich/pixelio.de

Die zahlreichen Container, die ursprünglich für die Unterbringung von Flüchtlingen gebaut worden sind, können nun durch den geringeren Bedarf anderen Funktionen zugeführt werden – zum Beispiel einer Kindertagsstätte. Davon profitiert die Stadt Ahrensburg. Sie wird im Helgolandring Container aufstellen, in denen zwei Kindergarten-Gruppen untergebracht werden sollen.

Container stammen von einer Hamburger Kindertagesstätte

Diese Lösung hat vor allem einen Vorteil: Sie ist kurzfristig umsetzbar. Sollte alles klappen, könnte bereits zum Kindergarten-Jahr 2017/2018 die Betreuung angeboten werden. Das ist notwendig in einer Stadt, in der derzeit die Nachfrage nach Betreuungsplätzen höher ist, als das Angebot, und viele Kinder noch keinen Betreuungsplatz haben. Zudem konnte eine Maßnahme des Trägers teachbeyond gGmbH nicht umgesetzt werden.

An dem Standort soll es eine Krippen- und eine Elementargruppe geben. Die Container stammen aus Hamburg und wurden bereits als Kindertagesstätte genutzt. Daher können sie auch kurzfristig aufgestellt werden. Allerdings ist das Grundstück im Helgolandring noch nicht erschlossen, es müssen noch Versorgungsleitungen gelegt werden. Die Stadt rechnet mit Investitionen in Höhe von etwa 700.000 Euro. Darin enthalten sind auch der Kauf der Container in einer Höhe von etwa 360.000 Euro.

Politische Konzeption für das Grundstück Helgolandring

Einstimmig beschlossen wurde dies jetzt auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtverordenten waren sich dabei bewusst darüber, dass eine Kindertagesstätte in Containern und an diesem Standort vor allem als Soforthilfe zu verstehen sei.

Insbesondere die SPD verwies allerdings darauf, dass sie sich für das Grundstück am Helgolandring eine andere Nutzung wünsche, sie favorisiert die Errichtung von sozialen Wohnraumes inklusive einer Kindertagesstätte. Doch dies könne an diesem Standort nicht umgesetzt werden, weil er langfristig für einen Erweiterungsbau der Grundschule freigehalten werden soll. Darauf verweisen die anderen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung.

Auch vor diesem Hintergrund wurde die Lösung mit Containern von der Stadtverordnetenversammlung jetzt beschlossen, denn die Container könnten unkompliziert wieder abgebaut werden. So schließt die jetzige Nutzung einen eventuell erforderlichen Schulbau nicht aus. Die Trägerschaft soll dem Deutschen Roten Kreuz angeboten werden, der auch schon die anderen Kindertagesstätten-Einrichtungen im Stadtteil Gartenholz betreibt.

Bericht auf ahrensburg24.de:

Kindertageseinrichtungen in Ahrensburg: Es fehlen Betreuungsplätze

Kinderbetreuung in Ahrensburg: Eltern empört über Gruppenerweiterung

Haus der Kirche Gartenholz: Ein neuer Kindergarten für die Stadt

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4 Kommentare

  1. Gertrud Tammena on

    Die Einrichtung eines christlich-fundamentalistischen Konzeptes aus USA in der hiesigen Kindererziehung-/-betreuung ist sicherlich nicht öffentliches Interesse für die Stadt Ahrensburg und sollte es auch nicht sein.

    • Da in Deutschland Religionsfreiheit herrscht, steht es jedem zu ein Kindergarten seiner Konfession zu wählen. Dazu gehört auch ein Kindergarten der christlich ist! Zumal es in Ahrensburg weniger Kindergartenplätze, als Kinder gibt!

      • Lieselotte Jürgensen on

        Religionsfreiheit bedeutet aber nicht, dass öffentliche Gelder für christlich-fundamentalistische Erziehung bereitgestellt werden müssen. Die Anzahl der Kinder, für die Betreuungsplätze gebraucht werden, deren Eltern sie aber nicht christlich-fundamentalistisch erziehen wollen, dürfte um ein vielfaches Größer sein als die der fundamentalistischen Christen hier in Ahrensburg. Man sollte schon unterscheiden zwischen der Freiheit der persönlichen Religionsausübung und öffentlichem Interesse!

  2. Warum wird die Trägerschaft nicht in diesem Fall „teachbeyond gGmbH“ übertragen, wenn ihnen schon mal abgesagt worden ist?

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