P+R-Anlage Lottbek: Vier neue Ladestationen für E-Autos in Ammersbek

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Ammersbek (ve). Sönke Behrends hatte bisher einen recht weiten Weg vom Parkplatz seines Autos bis zu seiner Wohnung: zwei Stationen mit der U-Bahn. Seit heute sind es nur noch ein paar Meter.

Vier Ladestationen für E-Autos in Ammersbek: Bürgermeister Horst Ansén eröffnete sie gemeinsam mit Projektkoordinatorin Ulrike Thiessen von Metropolregion Hamburg auf dem Sommerfest in der Georg-Sasse-Straße. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Vier Ladestationen für E-Autos in Ammersbek: Bürgermeister Horst Ansén eröffnete sie gemeinsam mit Projektkoordinatorin Ulrike Thiessen von Metropolregion Hamburg auf dem Sommerfest in der Georg-Sasse-Straße.
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Der Ammersbeker fährt seit vier Jahren ein E-Mobil, einen Opel Ampera. Den hat er gekauft, obwohl es in Ammersbek keine Ladestation gab, die nächst gelegene war in Hamburg Volksdorf. Doch den Umstand, von dort mit der Bahn nach Hause zu fahren, nahm er gerne in Kauf.

Das ist seit heute vorbei. In der Park-&-Ride-Anlage am Bahnhof Hoisbüttel wurden heute vier Ladestationen eingeweiht – quasi direkt gegenüber der Wohnung von Familie Behrends. Bürgermeister Horst Ansén: „Herr Behrends hat den Vorschlag, eine Ladestation in Ammersbek einzurichten, in die politischen Gremien eingebracht. Und das Parkhaus hier am Bahnhof stellte sich als bester Standort heraus.“

Ladestationen in Ammersbek: Im Rahmen von HansE wissenschaftlich begleitet

Denn Ammersbek hat nicht einfach nur eine Ladestation aufgebaut – es ist Teil eines Projektes „HansE“ der Metropolregion Hamburg. Die Organisation will das Netz an Ladestationen in und um Hamburg ausbauen, gefördert mit 3,4 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium. Wissenschaftlich begleitet wird das alles von der Universität Aachen, die insbesondere die Frage der Standorte klärt. Projektkoordinatorin Ulrike Thiessen: „Die Kommune Ammersbek hat ihr Interesse bekundet und wir haben schnell festgestellt, dass sich der Standort hier sehr gut eignet.“

Das hat vor allem einen Grund: Das Laden von E-Autos ist nicht zu vergleichen mit dem Betanken eines Benziners oder Diesels. „Die Fahrt zur Tankstelle gibt es nicht mehr“, beschreibt es Sönke Behrens, „denn sie laden das Auto immer dann auf, während sie gerade etwas anderes tun.“ Das kann in Lottbek zum Beispiel das Einkaufen sein oder auch die Fahrt mit der U-Bahn nach Hamburg, beispielsweise zur Arbeit. Das Nutzen der Ladezeit für andere Dinge ist am Standort im Parkhaus besonders gut gegeben. Damit das funktioniert, hat der Gesetzgeber sogar eine Regelung erlassen, wie lange ein Fahrzeug auf dem Parkplatz der Ladestation stehen darf.

Bürgermeister Ansén: Kommunen müssen Vorreiter sein

Bürgermeister Horst Ansén steht hinter dem Projekt: „Wir müssen als Kommune ein Beispiel geben und die E-Mobilität fördern. Nur mit diesen Fahrzeugen schaffen wir es, die Städte von Lärm freizuhalten. Stellen Sie sich vor, es fahren viele Autos an ihnen vorbei – und sie hören sie nicht!“

Vier Ladestationen für E-Autos in Ammersbek. Zahlreiche E-Mobil-Fahrer stellten bei der Gelegenheit ihre Fahrzeuge interessierten Ammersbekern vor. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Vier Ladestationen für E-Autos in Ammersbek. Zahlreiche E-Mobil-Fahrer stellten bei der Gelegenheit ihre Fahrzeuge interessierten Ammersbekern vor.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Mit diesen Worten eröffnete er auf dem Straßenfest in der Georg-Sasse-Straße offiziell die Ladestationen unter reger Beteiligung übrigens. Über das Portal http://www.goingelectric.de war aufgerufen worden, zur Feier der Stunde nach Ammersbek zu kommen und etwa 15 E-Mobil-Fahrer aus ganz Norddeutschland kamen nach Ammersbek. Im Parkhaus stellten sie ihre E-Autos aus und sich selber neugierigen Fragen all‘ derer, die (noch) kein elektisches Auto fahren.

Reinhard Schmidt-Moser zum Beispiel aus Heikendorf bei Kiel. Er fährt seit vier Jahren einen Renault Zoe, „der schafft etwa 90 Kilometer mit einer Ladung. Das ist genau die Strecke von Heikendorf nach Hamburg. Dort besuchen wir unsere Tochter und können gleichzeitig die Akkus wieder aufladen.“ Rund 70.000 Kilometer ist er auf diese Weise schon elektrisch gefahren und überzeugt von der Technik.

Vier Ladestationen für E-Autos in Ammersbek. Gleich mal ausprobieren: Der Heikendorfer Reinhard Schmidt-Moser (rechts), im Bild mit Bürgermeister Horst Ansén und Projektkoordinatorin Ulrike Thiessen von Metropolregion Hamburg, war extra gekommen, um die Eröffnung der Ladestation mit zu feiern. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Vier Ladestationen für E-Autos in Ammersbek. Gleich mal ausprobieren: Der Heikendorfer Reinhard Schmidt-Moser (rechts), im Bild mit Bürgermeister Horst Ansén und Projektkoordinatorin Ulrike Thiessen von Metropolregion Hamburg, war extra gekommen, um die Eröffnung der Ladestation mit zu feiern.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Noch mehr als Pionier fühlte sich Wolfgang F.W. Paul aus Hamburg. Er kaufte sich vor sieben Jahren einen Mia, dessen Karosserie noch ganz nach besonderem Auto aussieht – heute sind die E-Autos von den anderen nicht mehr zu unterscheiden. „Das Laden war eigentlich nie ein Problem“, argumentiert Paul gegen das größte Bedenken, das viele vom Kauf eines E-Autos abhält, „ich fahre regelmäßig zum Einkaufen in ein Center mit Ladestation – und schließe das Auto dort einfach an. Auf diese Weise ist mein immer Auto aufgeladen, ohne dass ich dafür einen besonderen Aufwand habe.“ Auch die Akkus würden nicht darunter leiden, Paul: „Vor sieben Jahren hatten sie eine Reichweite von 125 Kilometern, heute sind es noch 118 Kilometer.“

In Ahrensburg übrigens gibt es noch keine Ladestation – nur eine, die gerade in Bau ist, sie entsteht im neuen Erlenhof-Center. Doch die Kommune Ahrensburg sei auch an die Metropolregion Hamburg heran getreten, erzählt Ulrike Thiessen: „Derzeit sind wir dabei, den richtigen Standort zu finden. Dabei müssen wir neben der günstigen Lage zum Beispiel auch bedenken, dass möglichst wenig öffentliche Parkplätze verloren gehen.“ In Ammersbek war das in der P&R-Anlage kein Problem, da diese nicht voll ausgelastet ist.

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