Elbjazz 2017: Ein Festival für Musik- und Industrie-Genießer

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Hamburg (ve). Das Elbjazz-Festival soll ein Erfolg gewesen sein, melden Medien und der Veranstalter. 30.000 Besucherinnen und Besucher an zwei Tagen, so heißt es. Mit dabei: ahrensburg24.de.

Elbjazz: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Das ist das Festival: Kräne, Hafen, Sonnenuntergang, Jazz. Foto:©www.spahrbier.de von 2013

Elbjazz: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Das ist das Festival: Kräne, Hafen, Sonnenuntergang, Jazz.
Foto:©www.spahrbier.de von 2013

Gut – ich war nur an einem Tag da und nur auf der Werft von Blohm+Voss. Mehr ist – da es ja auch noch andere Verpflichtungen für ahrensburg24.de gibt – nicht zu schaffen. Und wie war es so auf dem Gelände von Blohm+Voss?

Also zunächst einmal – dieses Festival gehört nach Hamburg. Es gehört genau an diesen Standort, die Kulisse und Atmosphäre ist schlicht genial. Unter riesigen Kränen und in riesigen Maschinenbauhallen die Musik zu erleben, ist nicht zu toppen. Werden wir doch noch mal ein bisschen romantisch: Die Musik zu erleben mit Blick über die Kräne in den Hafen und die untergehende Sonne – das ist etwas für Musik- und für Industrie-Genießer.

Elbjazz: Ein Festival, das einfach in die Stadt gehört

Und am besten geht das mit Jazz – er passt einfach in diese Kulisse. Allein für diese Atmosphäre lohnt sich der Besuch des Festivals.

Elbjazz: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Mancher Spielort war während der Konzerte wegen Überfüllung geschlossen. Foto:©www.spahrbier.de von 2014

Elbjazz: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Mancher Spielort war während der Konzerte wegen Überfüllung geschlossen.
Foto:©www.spahrbier.de von 2014

So weit, so gut. Das Pfingswochenende bescherte den Veranstaltern entgegen der schlechten Vorhersage bestes Wetter, das haben die Hamburger und ihre Freunde offensichtlich geahnt und sie sind trotzdem alle gekommen. So viele, dass jeder Spielort ab 18 Uhr wegen Überfüllung geschlossen werden musste und immer wieder reichlich wartendes Publikum draußen vor der Tür stand. Bester Job auf dem Festival: Der Halter der Tafeln, auf denen sinngemäß stand „Dieser Spielort ist voll, auch wenn es von außen wegen noch leerer Plätze nicht so aussieht“ (der Text ist aus meinem Gedächtnisprotokoll).

Elbjazz 2017: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Auf der Bühne Am Helgen spielte auch Hildegard lernt fliegen. Foto:©www.dariodumancic.de

Elbjazz 2017: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Auf der Bühne Am Helgen spielte auch Hildegard lernt fliegen.
Foto:©www.dariodumancic.de

Ein guter Grund, dabei zu sein: Hildegard lernt fliegen

Das ist auch der Grund, warum ahrensburg24.de nicht so wirklich viel mitbekommen hat – ich kam schlicht nicht überall rein. Was habe ich gehört? Die Entdeckung des Abends, möchte man sagen – Hildegard lernt fliegen. Eine Schweizer Band, die nicht nur den Jazz ernst nimmt, sondern ihn sogar bierernst nimmt und richtig Spaß macht. Eine Band mit einem derart genialen Sänger, dass sie einem Leid tun kann.

Zum Beispiel: Sänger Andreas Schaerer und Posaunist Andreas Tschopp gönnen sich ein Duett-Solo, begleitet von Bassist Marco Müller. Man muss wissen: Sänger Schaerer kann nicht nur singen und Human Beatboxing, sondern auch reichlich Instrumente rein vocal auf die Bühne bringen. Das tat er dann auch, also: zwei Posaunen im Wettstreit. Allerdings – der hervorragende Posaunist Tschopp hatte und konnte sich die Seele aus dem Leib spielen, was er auch tat. Das Publikum warf all’ seine Aufmerksamkeit doch auf den Vocalposaunisten.

Trotzdem und genau deswegen: Hildegard lernt fliegen ist für mich eine Sternstunde des Festivals – ohne das dies jetzt eine repräsentative Aussage sein kann. Noch ein Beispiel: Das Publikum wird ja gerne zum Singen animiert, was dann oft belanglos bleibt. Aber wenn ein einzelner gesummter Ton eines Publikum-Chores wunderbar zum Fundament des Jazzens wird, ist das einfach nur ein besonderer Moment.

Elbjazz 2017: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Blick von der Hauptbühne auf das Festival-Gelände. Foto:©www.schwalfenberg.eu

Elbjazz 2017: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Blick von der Hauptbühne auf das Festival-Gelände.
Foto:©www.schwalfenberg.eu

Gregory Porter war da, Nighthawks nicht

So – und das war es dann auch schon fast mit Elbjazz. Wie gesagt, so mancher der Spielorte war wegen Überfüllung nicht zu erreichen. Gregory Porter war als Haupact am Sonnabend Abend zu erreichen auf der Hauptbühne. Das Publikum auf dem gut gefüllten Platz genoss das Konzert berechtigterweise, er bleibt ein großer Könner. Und sein Auftritt hoch professionell.

Ein genialer Gegenpart zu dem Highlight Porter wäre Nighthawks gewesen, die Band um NDR-Bigband-Trompeter Reiner Winterschladen und Bassisten Dal Martino. Nach Hildegard lernt fliegen ein absoluter Wunsch-Programmpunkt von mir. Allerdings: Reiner Winterschladen war erkrankt, Nighthawks abgesagt. Stattdessen kam das Bigband-Projekt Operation Grand Slam auf die Bühne. Nein, nicht mit Roger Federer oder Julia Görges, sondern mit Christin Neddens und Sebastian Hoffmann. Satt gesetzter Bigband-Sound, kräftig und mutig. Mit Spaß und Schalk gespielt. Das war ok, aber etwas Film-Musik-lastig.

Elbjazz 2017: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Die Bühne in der Alten Maschinenbauhalle. Foto:©www.schwalfenberg.eu

Elbjazz 2017: Das Jazz-Festival in der Hamburger Innenstadt, Bilder vom Festival-Gelände auf der Werft Blohm+Voss. Die Bühne in der Alten Maschinenbauhalle.
Foto:©www.schwalfenberg.eu

Fazit: Ich kann mich als Besucher auf den Spielort Blohm+Voss beschränken und einen wunderbaren Abend haben. Mit dem Wissen, reichlich Highlights in der Elbphilharmonie und sonstwo – nicht zuletzt auf dem Werftgelände selber – verpasst zu haben. Das ist bei einem Festival so. Doch sollte die Größe des Festivals es bitte nicht wieder gefährden oder mehr noch: Kompromisse im Programm zu sehr notwendig machen.

Denn trotz allem gilt: Der große Aufwand des Festivals, dass ja große Bereiche der Hamburger Innenstadt bespielt, muss sich ja leider auch rechnen – inklusive Barkassen, Servicepersonal und Tafel-Halter. Blöd ist das mit der Kunst, die nach dem Brot geht. Mögen es dem neuen Team gelingen, das Festival und den Jazz gut unter einen Hut zu bringen. Ohne Elbjazz fehlt definitiv reichlich Jazz auf der Werft von Blohm+Voss und in der Hamburger Innenstadt.

Fotos vom Festival: Aktuelles Pressefotos fehlen noch

Eines noch: Eine Foto-Akkreditierung war für ahrensburg24.de leider nicht drin, was mir einen etwas entspannteren Abend verschaffte. Leider ist es dadurch aber nur möglich, hier offizielle Pressefotos zu zeigen. Ich habe die ausgewählt, die meinen Beobachtungen am ehesten entsprechen – sie sind allerdings nicht unbedingt aus dem Jahr 2017. Denn die aktuellen Bilder sind unter dem Link derzeit noch nicht zu finden. Der Link zu den Bildern: http://www.elbjazz.de/de/pressefotos

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