InBienNa zur Bienenweide an der Lübecker Straße: Darum muss sie jetzt gemäht werden

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Gastbeitrag der Initiative Bienenfreundliches Ahrensburg (InBienA) zur Bienenweide zwischen der Schloßkirche und der Lübecker Straße in Ahrensburg.

Die Bienenweide in Ahrensburg: Zahlreiche Margariten blühten an den Sonnentagen. Foto:©Metta Braake

Die Bienenweide in Ahrensburg: Zahlreiche Margariten blühten an den Sonnentagen.
Foto:©Metta Braake

Ein langer Frühling neigt sich dem Ende entgegen, welcher auch in Ahrensburg und Umgebung sich von seiner kühleren Seite zeigte, was immer auch Einfluss auf das Wachstum hat. Wer meinte, da wächst doch nichts, der irrt!

InBienA – Initiative Bienenfreundliches Ahrensburg, gegründet Anfang 2015 – geht in regelmäßigen Abständen über die beiden Wiesen und begutachtet das Wachstum. So werfen wir einen neuen Juni-Blick auf die Entwicklung des Projektes Wildblumenwiesen für Ahrensburg auf beiden Seiten der Aue zwischen der Lübecker Straße und den Gottesbuden.

Bienenweide: Wildblumen aller Arten sollen wachsen

Dazu traf sich InBienA kürzlich mit Rainer Kahns, Landschaftsarchitekt aus Schönwalde. Er war begeistert von der Situation! „Man kann es sich kaum besser wünschen“, so die Worte unseres Fachmanns. Wir sprachen über etwas zu viel Rot–Klee und Disteln, wiederum ist das Gräseraufkommen glücklicherweise im Verhältnis geringer als zu erwarten war. Auch der nachträglich eingebrachte Große Klappertopf ist da. Die Vielfalt der Pflanzen sei sehr gut, so Kahns.

Die Bienenweide in Ahrensburg: Margarite mit Honigbiene. Foto:©Metta Braake

Die Bienenweide in Ahrensburg: Margarite mit Honigbiene.
Foto:©Metta Braake

Es gibt demnach jede Menge Pflanzen und mittlerweile auch Insekten zu entdecken, die man anhand der Infotafel an der Bienenwiese aus selber bestimmen kann.

Dazu gehören:
– Blattrosetten – Herbstlöwenzahn, Flockenblume, wilde Möhre, Schafgarbe, Gänsefingerkraut, Rote Lichtnelke, Frauenmantel
– Kleinen Pflänzchen – Platterbse, Hornschoten-Klee, Roter Klee, Gelbklee, Vogelwicke, , Gr. Sternmiere
– Erste Blumen – Wiesenschaumkraut, Löwenzahn, Spitzwegerich, Scharfer Hahnenfuß, Margariten, Wiesenbocksbart, Lichtnelke, Sauerampfer, Ackerwitwenblume, Großer Klappertopf
– sowie besondere Gräser, die von einigen Insekten bevorzugt werden

Natürlich kann man auf der Wiese auch entdecken, ob nicht noch ganz andere Pflanzen sich selber ausgesät haben sowie noch weitere Informationen zur Pflege der Weiden erhalten.

Pflegemaßnahmen: Warum wird die blühende Wiese gemäht?

Wieder scheint es dem Betrachter der Wiese unerklärlich, warum sie gemäht werden soll, denn es blüht doch gerade so schön!

Es ist wichtig zu wissen, dass das Projekt nicht nur für einen kurzzeitigen Effekt sorgen will, sondern langfristig eine möglichst beständige Wildblumenwiesen wachsen soll. Dies erfordert besonders in den ersten Jahren diese bestimmten pflegerischen Eingriffe, welche vom Bauhof der Stadt in Absprache mit dem Umweltamt und InBienA geleistet werden.

Bei der Entwicklung der Wildblumenwiesen und insbesondere, wenn es sich um eine Umwandlung einer Wiese handelt, sind die Schröpf- und späteren Pflegeschnitte unumgänglich. Es konnte im vergangenen Jahr leicht der Eindruck gewonnen werden, dass gerade dann, wenn die Blüten ansetzten, abgemäht wurde. Das sind die sogenannten Schröpfschnitte.

Die Bienenweide in Ahrensburg: der Große Klappertopf. Foto:©Metta Braake

Die Bienenweide in Ahrensburg: der Große Klappertopf.
Foto:©Metta Braake

Der richtigen Zeitpunkt für das Abmähen der Wiese

Die Blütezeit war und ist aber genau der richtige Zeitpunkt, um den guten Wuchs der Artenvielfalt und die Langfristigkeit der Wiese zu gewähren. Unter dem Blühaspekt entwickeln sich viele Staudenpflanzen erst im Laufe der Vegetationsperiode, deshalb brauchen diese auch Licht und Luft.

Alles hängt natürlich auch immer vom Wetter ab! Nun soll in diesem Jahr im Juni die erste Mahd erfolgen. Um den genauen Zeitpunkt besser zu bestimmen war auch Sieglinde Thies, Leiterin des Bauhofes, mit vor Ort. Es wird eine sogenannte Teilmahd mit nicht zu kurzem Schnitt vorgenommen. Außerdem wird ein Streifen auf der großen Wiese bei der Kirche nicht gemäht, damit die Wildbienen dort noch Nahrung finden. Die abgemähten Flächen werden auch schnell wieder nachwachsen und es werden sich dann die nächsten Pflanzensorten zeigen.

Die Teilmahd war früher eine selbstverständliche Vorgehensweise der Bauern. Sie haben immer nur soviel Heu geschnitten, wie sie für die Tiere am Haus oder im Stall benötigten. So konnte ein Teil nachwachsen und der andere Teil blieb stehen und diente als Nahrungsquelle für die Insekten. Es gab dadurch keine sogenannte „Trachtlücke“ im Laufe des Sommers.

Bereits gemäht: Ein Abschnitt der Bienenweide in Ahrensburg an der Lübecker Straße. Foto:ahrensburg24.de

Bereits gemäht: Ein Abschnitt der Bienenweide in Ahrensburg an der Lübecker Straße.
Foto:ahrensburg24.de

Die Rolle der städtischen und landwirtschaftlichen Flächen

Heute wird aus wirtschaftlichen Gründen großflächig gemäht. Doch es sollte sollte unbedingt wieder mehr Beachtung finden, das Insekten stets genug Nahrung finden. Besonders im ländlichen Agrarraum, denn in den Städten leben bald mehr Insekten, als auf landwirtschaftlichen Flächen. Sie finden in den Monokulturen nicht genug Nahrung, die Biomasse der Insekten ist daher stark zurück gegangen. Das wiederum bewirkt einen Rückgang der Vögel. Blühstreifen, Knicks und Säume sind notwendiger Lebensraum unserer Natur!

Bienenweide und mehr: Das ist zu finden am Standort Lübecker Straße

Was finden die Besucher beim Besuch des Wildblumenprojektes von InBienA seit Herbst 2015
– Informationen über die Umgestaltung der etwa 5.000 Quadratmeter großen Wildblumenwiese mit den sich entwickelnden Wildpflanzenstauden
– Infotafeln mit Erläuterungen zur „Laborsituation“
– Informationen und Material zum Projekt auch zum Mitnehmen
– seit Herbst 2015 eine große, überdachte Insektennisthilfe mit Wildbienen und anderen Insekten.
– seit Herbst 2016 einen Steinhaufen als Nisthilfe für Wildbienen, Wespen Hummel und andere Kleinlebewesen
– seit Frühjahr 2017 einen Totholzhaufen als Nisthilfe und Unterschlupf für die Tiere

Weitere Informationen

Die Aushänge an den Infotafeln werden in unregelmäßigen Abständen erneuert und bieten dadurch immer wieder neue Einblicke und Kenntnisse über die Bienenweiden.

Die Kunstaktion wurde wegen der andauernden Zerstörung vorerst unterbrochen und im Zuge eines Kunst-Happenings repariert und kam auch dort schon zum Einsatz. Die Zukunft wird es bringen in welcher Form und wo die Kunstobjekte wieder auftauchen.

Wenn Sie selber eine Bienenweide anlegen wollen, können Sie im Bienen- Lehr- und Schaugarten, Bagatelle 2 in Ahrensburg, für einen kleinen Spendenbeitrag Informationen und Samen zur Aussaat erwerben. Geöffnet ist dieser Garten an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat. Weitere Saat und Informationen auch über InBienA unter der Telefonnummer 04102 / 57 511.
InBienA und der Bienen- Lehr- und Schaugarten freuen sich, wenn Sie auch ohne Bienenhaltung bei kleinen Aufgaben ehrenamtlich helfen wollen.

Wir wünschen allen Besuchern etwas Zeit und Muße für eine schöne „Wildbeobachtung“ und den Mut, selbst eine kleine Wildblumenecke im Garten oder auf dem Balkon einzurichten.

Für die Initiative „InBienA“
Claas-Christian Dähnhardt und Metta Braake

Die Bienenweide in Ahrensburg an der Lübecker Straße. Foto:ahrensburg24.de

Die Bienenweide in Ahrensburg an der Lübecker Straße.
Foto:ahrensburg24.de

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