Sicherheit für Senioren: Was tun bei Trickbetrug, Einbruch, Internetkriminalität?

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Großhansdorf (ve). Der Pflegedienst ist etwas, dem eigentlich jeder vertraut. Doch jetzt wurde er als Schlupfloch für ein Verbrechen genutzt.

So geschehen in Senioreneinrichtungen in Trittau und Ahrensburg. Zwei Trickbetrügerinnen wollten sich als Pflegekräfte in Wohnungen von Seniorinnen einschleichen. Während vermeintlich pflegerischer Handlungen der einen sollte die andere nach Bargeld und Schmuck des Opfers suchen.

Die Sicherheitsberater für Senioren: Die Polizeibeamten Tino Sdunek (links) und Gerd Dietel (rechts) mit den Beratern Hans-Ulrich Raab, Katrin Oldenburg, Jochen Kube und Ulrich Langenberg (von links). Foto:©ahrensburg24.de

Die Sicherheitsberater für Senioren: Die Polizeibeamten Tino Sdunek (links) und Gerd Dietel (rechts) mit den Beratern Hans-Ulrich Raab, Katrin Oldenburg, Jochen Kube und Ulrich Langenberg (von links).
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In Trittau verhinderte eine resolute Seniorin, dass die beiden Frauen Erfolg hatten. Doch in die Wohnung ihrer Nachbarin drangen die beiden ein. Auch in Ahrensburg soll es Ende Mai einen ähnlichen Fall gegeben haben.

Trickbetrug: Auf ihre Maschen können viele reinfallen

Ein Beispiel, dass es immer neue Wege gibt, Senioren zu betrügen. „Das Personal von Pflegediensten wechselt häufig“, beschreibt Polizeihauptkommissar Gerd Dietel das Problem, „nicht jede Seniorin oder jeder Senior schöpft dann Verdacht.“ Dietel ist für Kriminalprävention zuständig. Und registiert: Auch der Trickbetrug am Telefon wird immer perfider. So gelingt es Tätern inzwischen, die angezeigte Anrufnummer zu manipulieren: „Trickbetrüger rufen mit der Nummer der Ahrensburger Polizeidienststelle bei ihren Opfern an.“

In so einem Fall ist es schwer, Verdacht zu schöpfen – doch ein umgehender Rückruf ist die einzige Möglichkeit, die Authentitzität des Anrufes zu überprüfen. Die Polizei rät daher, auch in so einem Fall Fragen nicht zu antworten, sondern zunächst den Anrufer mit der angegeben Nummer zurückzurufen.

Sicherheitsberater für Senioren: Ihre Aufgaben

Dies alles sind Themen, mit denen sich die Sicherheitsberater der Polizei befassen. Diese Sicherheitsberater sind ehrentamtlich arbeitende Menschen, die Seniorinnen und Senioren mit Rat und Tat zur Seite stehen. Sie informieren über Trickbetrug, über Sicherheit im Verkehr und im Internet, über Gewalt in der Pflege.

Meist tun sie dies auf Einladung von Seniorenbeiräten, Verbänden, Kirchen, Einrichtungen der Volkshochschule oder der Familienbildungsstätten oder Nachbarschaftshilfen im Rahmen von Vorträgen. Regelmäßig einmal im Jahr treffen sich die fünf Berater aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg mit Beamten der Polizei zum Erfahrungsaustausch, so geschehen jetzt in Großhansdorf.

„Wir wollen durch Information das Sicherheitsgefühl der älteren Menschen verbessern“, berichten Katrin Oldenburg, Hans-Ulrich Raab, Ulrich Langenberg und Jochen Kube. Senioren seien häufig gut informiert und wüssten über die Risiken Bescheid, „aber sie haben oft Angst. Wir können dann helfen und Tipps geben.“

Ein Tipp zum Beispiel: „Die 110 ist eine Service-Nummer“, betont Hans-Ulrich Raab. Er hat beobachtet, dass viele Seniorinnen und Senioren Taten nicht anzeigen, Polizist Tino Sdunek, der sich ebenfalls in der Kriminalprävention engagiert, ergänzt: „Manches mal bekommen wir auch von Betroffenen zu hören, dass wir ihren Kindern nicht von dem Vorfall erzählen sollen, weil sie sich schämen.“

Das Treffen der Sicherheitsberater und der Polizeibeamten dient dem Austausch über neue Entwicklungen. Dazu gehört zum Beispiel die oben beschriebene Dreistigkeit der Trickbetrüger, „Aufklärung ist wichtig“, so die Berater und die Polizei, „auch zum Beispiel durch die Pflegedienste. Sie sollten ihre Kunden immer über Personalwechsel informieren, damit diese nicht den falschen Leuten die Tür aufmachen.“

Aber auch auf der anderen Seite gibt es Neuerungen, Einbruch etwa gilt jetzt als schwere Straftat. „Deswegen ist es wichtig, dass Betroffene zur Polizei gehen“, betonen die Berater, „denn die Dunkelziffer der nicht angezeigten Straftaten ist sehr hoch.“

Geschulte, ehrenamtlich tätige Kräfte

Die Sicherheitsberater werden zwei Tage lang bei einer Schulung bei der Polizei auf ihre Aufgabe vorbereitet. Dann stehen sie Einrichtungen aller Art für Informations-Vorträge zur Verfügung – übrigens komplett ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung. „Diesen Einsatz achten wir sehr“, so Gerd Dietel.

Im westlichen Kreis Stormarn ist Jochen Kube der Sicherheitsberater. Er war übrigens auch lange der Erste Vorsitzende der Bürgerinitiative Mehr Sicherheit für Großhansdorf. Wer Jochen Kube für einen Vortrag buchen möchte oder anderweitig Fragen hat: Er ist unter der Rufnummer 0160 / 845 06 01 zu erreichen.

Die Sicherheitsberater für Senioren: Hans-Ulrich Raab, Ulrich Langenberg, Tino Sdunek, Katrin Oldenburg, Jochen Kube und Gerd Dietel (von links). Foto:©ahrensburg24.de

Die Sicherheitsberater für Senioren: Hans-Ulrich Raab, Ulrich Langenberg, Tino Sdunek, Katrin Oldenburg, Jochen Kube und Gerd Dietel (von links).
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