Aktion „Plastikpiraten“ – Das Meer beginnt hier: Schulklassen aus Ahrensburg forschen über Plastikmüll

0

Ahrensburg (sam). Sie wollen sich am Kampf gegen Plastikmüll im Meer beteiligen – und tun dies in Ahrensburg in der Aue. Sechs Ahrensburger Schulklassen beteiligen sich an einem bundesweiten Forschungsprogramm.

Aktion „Plastikpiraten“ - Das Meer beginnt hier: Schülerinnen und Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Stormarnschule beteiligen sich an einer wissenschaftlichen Studie zum Plastikmüll. Tütenweise sammeln die Jugendlichen den Müll. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Aktion „Plastikpiraten“ – Das Meer beginnt hier: Schülerinnen und Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Stormarnschule beteiligen sich an einer wissenschaftlichen Studie zum Plastikmüll. Tütenweise sammeln die Jugendlichen den Müll.
Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Zu 71 Prozent bedecken Meere und Ozeane unseren Planeten. Sie sind Klimamaschine, Nahrungsquelle und Wirtschaftsraum und sie bieten für viele Pflanzen und Tiere Platz zum Leben.

Wird in der Presse über das immer größer werdende Problem Plastikmüll berichtet, fallen vielen von uns Bilder von riesigen Plastikinseln ein, die sich durch die Meeresströmungen bilden, oder Inselstrände, die in Massen von Plastikmüll untergehen. Bilder von verendeten Tieren und Aufnahmen unter Wasser, die keine Unterwasserlandschaft mehr zeigen, sondern nur noch eine trübe stinkende Brühe; oder der mit Plastik belastete Fisch, der auf unseren Tellern landet.

Plastikmüll: Das Problem ist auch schon bei uns angekommen

Die Plastikverschmutzung durch Markro- und Mikroplastik beginnt schon vor unserer eigenen Haustür. Dieses lokale Plastikaufkommen betrifft auch die Ozeane. Im Laufe der Zeit zersetzen sich Plastikreste. Kleinste Teilchen gelangen ins Grundwasser, in die Flüsse oder Seen und landen somit wieder im Ozean.

Dort schließt sich der Kreislauf, denn alle Wasserwege führen ins Meer. Alles, was in Bächen, Flüssen und Strömen landet, kann mit dem Wasser in die Meere und Ozeane geschwemmt werden. Er gefährdet nicht nur die Tiere sondern gelangt in die marine Nahrungskette.

Video/Schnitt:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Die Plastikpiraten unterstützen die Wissenschaft

Das Vorkommen von Plastikmüll in und an deutschen Fließgewässern ist vielerorts noch unerforscht. Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren erheben bundesweit Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern. Sie tun dies im Jahr der Wissenschaft 2017, in dem es um Meere und Ozeane geht.

Passend dazu hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD) im Jahr 2000 die Wissenschaftsjahre initiiert. Sie fördern den Dialog zwischen Forschung und Öffentlichkeit und informieren über aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen.

Sechs Ahrensburger Schulklassen nehmen an dieser Aktion teil, die vom 1. Mai bis 30. Juni 2017 läuft. Mit dabei sind vier zehnte Klassen der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und zwei Klassen der Klassenstufe 8 und 10 der Stormarnschule.

Aktion „Plastikpiraten“ - Das Meer beginnt hier: Schülerinnen und Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Stormarnschule beteiligen sich an einer wissenschaftlichen Studie zum Plastikmüll. Kleine Fundstücke. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Aktion „Plastikpiraten“ – Das Meer beginnt hier: Schülerinnen und Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Stormarnschule beteiligen sich an einer wissenschaftlichen Studie zum Plastikmüll. Kleine Fundstücke.
Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Entnahmegebiet ist ein Streckenabschnitt an der Aue

„Die Entnahmestationen liegen beim Hockeyplatz, beim Ablauf vom Schlossteich und an der Sperre beim Jungborn“, erklärt Katrin Kruse, Lehrerin an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und gleichzeitig abgeordnete Lehrkraft der Kieler Forschungswerkstatt. Sie hat dieses Projekt mit entwickelt. Kruse: „Unsere Daten werden online eingereicht und von der Kieler Forschungswerkstatt in Kiel gemeinsam mit chilenischen Kollegen ausgewertet. Dadurch kann ich diese Arbeit von zwei Seiten betrachten.“

Plastikmüllquellen ausfindig machen, es gibt Hotspots

Die Schülerinnen und Schüler sahen dabei besonders genau hin. Ihre Aufgabe war es, auch kleinste Müllteilchen zu finden, die Fundorte zu dokumentieren, sie zu kategorisieren einzusammeln und mit Notizen versehen zu verpacken.

Aktion „Plastikpiraten“ - Das Meer beginnt hier: Schülerinnen und Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Stormarnschule beteiligen sich an einer wissenschaftlichen Studie zum Plastikmüll. Lehrerin Katrin Kruse mit einer Schülerin. Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

Aktion „Plastikpiraten“ – Das Meer beginnt hier: Schülerinnen und Schüler der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule und der Stormarnschule beteiligen sich an einer wissenschaftlichen Studie zum Plastikmüll. Lehrerin Katrin Kruse mit einer Schülerin.
Foto:©Silke Mascher/ahrensburg24.de

„Besonders viel Müll an Land und damit zu dokumentieren“, berichten sie, „gab es immer da, wo Leute sich länger aufhalten, sprich um Mülleimer und Aschenbecher herum. Dies sollte eigentlich nicht so sein – und unter Bänken zum Beispiel im Schlossgarten.“ Auch im Wasser wurde mit einem Netz nach Plastik gefischt, die Fließgeschwindigkeit von 20 Metern Wasser berechnet um zu ermitteln, wieviel Volumen Wasser durch das Fangnetz fließt. Mit diesem Wert lässt sich zum Beispiel die vorhandene Menge von Mikroplastik sich im Auewasser feststellen.

Auch die Öffentlichkeit soll aufgrüttelt werden

Mit dieser Aktion werden viele wertvolle Daten gesammelt. Doch was können wir damit anfangen? „Es wäre schön, wenn wir dadurch auch lokale Veränderungen anstoßen könnten“, wünscht sich Katrin Kruse, „wie das genau aussehen könnte, müssen wir noch erarbeiten. Zum Beispiel sehen wir heute ganz deutlich, an welchen Stellen sich größere Müllansammlungen häufen und da könnte mit ganz praktischen Maßnahmen gegengesteuert werden. Zunächst einmal kann jeder einzelne etwas dagegen tun, nämlich den Müll in die dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgen und nicht einfach neben die aufgestellten Behälter werfen.“

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren