Realpolitik bei Jugend im Rathaus: Auf diese Ideen kommen die Schüler

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Ahrensburg (ve). Wer entscheidet eigentlich, für welche Projekte die Steuern ausgegeben werden? Kürzlich war das die Jugend – zumindest hypothetisch bei „Jugend im Rathaus“.

Jugend im Rathaus: Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger weiterführenden Schulen übten Politik bei "Jugend im Rathaus". Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Jugend im Rathaus: Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger weiterführenden Schulen übten Politik bei „Jugend im Rathaus“.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Sie sitzen in Fraktionssitzungen und im Plenarsaal und reden sich die Köpfe heiß. Brauchen wir einen neuen Sportplatz in Ahrensburg oder lieber ein Sportstättenentwicklungskonzept? Wollen wir Geld ausgeben für die Sanierung des Rathausplatzes? Oder für eine neue Fassade des Schulzentrums am Heimgarten? Oder gar für Deckenventilatoren im Schulzentrum?

Politik und Demokratie: Beschlüsse vorschlagen, vertreten und abstimmen

Die Begehrlichkeiten sind groß – doch es ist wie in der echten Demokratie. Wer eine politische Entscheidung fällen möchte, muss seine politischen Gegner überzeugen. Und wenn das nicht gelingt, sich mit einer Niederlage abfinden. Mit nur einem Unterschied: Die Beschlüsse werden nicht real umgesetzt – aber sicher von Verwaltung und Politik gehört.

Jugend im Rathaus: Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger weiterführenden Schulen übten Politik bei "Jugend im Rathaus". Bürgervorsteher Roland Wilde leitete die Sitzungen. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Jugend im Rathaus: Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger weiterführenden Schulen übten Politik bei „Jugend im Rathaus“. Bürgervorsteher Roland Wilde leitete die Sitzungen.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Denn bei Jugend im Rathaus wird dieses politische Fundament sehr realitätsnah geübt. Eingeladen von Bürgervorsteher Roland Wilde und Bürgermeister Michael Sarach können Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger Schulen jeweils einen Vormittag lang Demokratie üben. Sie müssen Anträge entwicklen und verfassen, vor dem Parlament und in der Fraktion vortragen und schließlich auf ein positive Abstimmungsergebnis hoffen. Begleitet werden sie dabei von Ahrensburger Stadtverordneten.

Jugend im Rathaus: Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger weiterführenden Schulen übten Politik bei "Jugend im Rathaus" - im Bild eine der Fraktionssitzungen. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Jugend im Rathaus: Schülerinnen und Schüler aller Ahrensburger weiterführenden Schulen übten Politik bei „Jugend im Rathaus“ – im Bild eine der Fraktionssitzungen.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Organisiert wird das Projekt Jugend im Rathaus vom Stadtjugendring und dem Kinder- und Jugendbeirat. Inzwischen wurden auch die Anträge aller Projekttage ausgewertet – insgesamt wurde eine Woche lang im Rathaus debattiert. Über diese Anträge haben die Jugendlichen in diesem Jahr abgestimmt:

– mit großer Mehrheit abgelehnt wurde der Bau einer neuen Sportstätte, zunächst soll der Bestand aufgelistet werden

– es soll Personal eingestellt werden für die sprachliche und psychologische Betreuung von Flüchtlingen; es soll ein neuer Treffpunkt entstehen für Flüchtlinge; es soll ein Sportfest geben zur Integration

– abgelehnt wurde der Vorschlag, ein Kartbahn zu errichten

– die Stadtbücherei sollte neu gebaut werden

– im Industriegebiet soll eine Disco oder ein Club entstehen

– die Räume aller Schulen sollen neu ausgestattet werden

– der Bau eines Kultur- und Mehrgenerationenhauses wurde einstimmig abgelehnt

– Neubau oder Sanierung am Eric-Kandel-Gymnasium soll erfolgen; dort sollen in den Klassenräumen 100 Ventilatoren aufgehängt werden

– der Stormarnplatz soll zum Parkplatz und zur Freizeitfläche für alle werden

– abgelehnt wurde der Vorschlag, I-Pads für Klassenverbände zu finanzieren, zunächst soll eine Bedarfsanalyse erstellt werden

– in der Stormarnschule sollen 500 Spinde aufgestellt werden

– in Ahrensburg soll es frei zugängliches WLAN geben

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