Stadtverordnetenversammlung: Tobias Koch geht nach 20 Jahren in Richtung Kiel

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Ahrensburg (ve). Sicher – man sollte sich nicht vor seinem Geburtstag gratulieren. Aber dieser vorsorglicher Abschied von Tobias Koch von der Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung war sicher angemessen.

Der Landtagsabgeordnete Tobias Koch (CDU) in der Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Landtagsabgeordnete Tobias Koch (CDU) in der Ahrensburger Stadtverordnetenversammlung.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

20 Jahre lang war Tobias Koch von der CDU Mitglied der Stadtverordnetenversammlung, sieben Jahre als ihr Fraktionsvorsitzender. Nun verlässt er – vermutlich, muss noch gesagt werden – diesen Ehrenamts-Posten mit Blick auf einen hauptamtlichen Fraktionsvorsitz in Kiel.

Das allerdings hat noch zwei Unbebannte in Form von zwei Wahlen. Sein Parteifreund Daniel Günther muss zunächst zum neuen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins gewählt werden und in dieser Folge Tobias Koch selber zum Fraktionsvorsitzenden der CDU im Kieler Landtag.

Tobias Koch kandidiert für den Fraktionsvorsitz der CDU im Kieler Landtag

„Doch“, ließ der Landtagsabgeordnete seine kommunalpolitischen Kollegen auf der Juni-Sitzung der Ahrensburger Versammlung wissen, „wenn das alles so kommt, steht bereits jetzt fest, dass ich am 17. Juli 2017 – dem nächsten Sitzungstermin der Stadtverordnetenversammlung – verhindert sein werde. Und so möchte ich mich schon jetzt bei Ihnen für die vergangenen Jahre bedanken.“

Für Koch sei, als er sich für die Wahl zum Fraktionsvorsitz in Kiel aufstellen ließ, klar gewesen, dass Hauptamt und Ehrenamt sich in dieser Funktion nicht mehr so kombinieren ließen, wie bisher. Koch ist nicht nur Stadtverordneter und dort Fraktionsvorsitzender, er hat derzeit auch den Vorsitz des Finanzausschusses inne, ist außerdem Vorsitzender des Kreisverbandes Stormarn der CDU. Nun müsse er sich auf das Hauptamt im Landtag konzentrieren.

„Ich habe 20 Jahre lang Kommunalpolitik in Ahrensburg und fünf Jahre lang davor in Lütjensee gemacht“, rechntete Koch vor, „Kommunalpolitik ist für mich eine große Leidenschaft. Es ist einfach wichtig, vor Ort zu gestalten.“

Das hätte er in Ahrensburg mit großer Freude gemacht. Die Planungen zu neuen Baugebieten, zu Schulen und Kindertagesstätten, zum Stormarnplatz, zum CCA, dem Umbau des Marstalls und vieles mehr habe er gerne begleitet. „Besonders in Erinnerung wird mir die Rekommunalisierung des Gasnetzes bleiben“, so Koch, „damals haben wir uns erfolgreich durch zwei Instanzen gestritten.“

Erfolge und Niederlagen in der Kommunalpolitik

Doch es gab auch Niederlagen, „der Beschluss zur Nordtangente ist mir in schmerzlicher Erinnerung und ein Fehler, der wohl nicht wieder gut zu machen ist.“ Der Beschluss zum Bau einer Umgehungsstraße im Ahrensburger Norden fand vor einigen Jahren mit einer knappen Abstimmung keine Mehrheit, als der Vertragslage mit Delingsdorf zugestimmt werden sollte.

Und noch eines lässt für Tobias Koch den Abschied schwer werden: die anstehenden Projekte. „Der Neubau an der Alten Reitbahn um die Entscheidung zum badlantic, die Wohnungsbauplanungen im Rahmen des Flächennutzungsplanes oder das Städtebauförderungsprogramm – all‘ das hätte ich gerne mit gestaltet.“ Dabei ließ er seine Kolleginnen und Kollegen wissen: „Wir kämpfen in Ahrensburg mit harten Bandagen – aber glauben Sie mir eines: Im Kieler Landtag ist es noch härter.“

Und dann folgten umfangreiche Dankesworte an alle Anwesenden im Saal. Und die Ankündigung von Bürgervorsteher Roland Wilde, dass dieser aus aktuellem Anlass etwas überhastete Abschied nicht der letzte sein wird. Tobias Koch solle für sein Ehrenamt für die Stadt Ahrensburg noch in einer Feierstunde ebenfalls gebührend gedankt werden.

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