Fraktionsvorsitz der CDU: Detlev Levenhagen und Doris Brandt übernehmen

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Ahrensburg (ve). Es ist wie so oft: Scheidet der Vorsitzende aus dem Amt, rückt sein Stellvertreter nach. In diesem Fall Detlev Levenhagen für Tobias Koch.

Detlev Levenhagen, Fraktionsvorsitzender der CDU Ahrensburg. Foto:privat/ahrensburg24.de/Montage:ahrensburg24.de

Detlev Levenhagen, Fraktionsvorsitzender der CDU Ahrensburg.
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Die Rede ist vom Fraktionsvorsitz der CDU Ahrensburg. Tobias Koch, der dieses Amt seit sieben Jahren ausübte, musste es zugunsten seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Landtagsabgeordneter abgeben. Dort ist er zum Fraktionsvorsitzenden gewählt worden und will sich reichlich Zeit nehmen für diese intensive Tätigkeit.

Schon vor gut zwei Wochen hatte er daher seinen Stellvertreter im Ahrensburger Fraktionsvorsitz gefragt, ob er nicht aufrücken würde. Im Weiteren war Anna Hengstler als Kandidatin im Gespräch, die aber ablehnte. Für Levenhagen aber war die Antwort klar, er wolle sich der Aufgabe stellen. Doris Brandt, Stadtverordnete und Vorsitzende des Sozialausschusses, stellte sich als seine Stellvertreterin zur Wahl.

Abstimmung in der Fraktion erfolgte einstimmig

Am gestrigen Dienstag nun erfolgte in der Fraktion die Wahl, beide Kandidaten wurden in geheimer Wahl mit einem einstimmigen Ergebnis gewählt. Auch der Vorsitz des Finanzausschusses muss neu vergeben werden, den Tobias Koch von Christian Conring übernommen hatte. Dafür stellt sich Tim Greiser zur Verfügung. Er ist seit Oktober 2016 bürgerliches Mitglied in dem Ausschuss. Mit dem Vorsitz wird er auch Rederecht in der Stadtverordnetenversammlung bekommen.

Die CDU wird diese Personalveränderungen nun der Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am Montag, 17. Juli 2017, zur Beschlussfassung vorlegen. Detlev Levenhagen ist selber Industrikaufmann und war als Handelsvertreter selbstständig, heute ist er im Ruhestand. Seine beiden Töchter und sein Enkelkind leben ebenfalls in Ahrensburg.

Detlev Levenhagen: Seit zwölf Jahren in der Kommunalpolitik

Für Detlev Levenhagen zeichnet sich damit eine klare Linie einer kommunalpolitischen Karriere ab. Vor 14 Jahren zog er mit seiner Familie aus Hamburg nach Ahrensburg in den Rosenweg, weil ihm die Stadt mit ihrem vielen Grün und ein bisschen abseits der Großstadt gut gefiel. Und doch begann es schnell in ihm zu arbeiten: „Ich ging damals durch die Innenstadt und mir sind viele Verbesserungsmöglichkeiten eingefallen“, erzählt er im Gespräch mit ahrensburg24.de.

Darüber sei er irgendwann mit Rudolf Beyrich ins Gespräch gekommen – als dieser noch Fraktionsvorsitzender der CDU in der Stadtverordnetenversammlung war. Der sah in Levenhagens Ideen Potenzial und holte den früheren Hamburger in die Kommunalpolitik. Seit zwölf Jahren engagiert Levenhagen sich nun ebendort, anfangs als bürgerliches Mitglied.

Inzwischen ist er Stellvertretender Vorsitzender im Hauptausschuss, Mitglied im Finanzauschuss und im Werkausschusses, stellvertretendes Mitglied im Sozialausschuss und im Bau- und Planungsausschuss. Er sitzt in den Aufsichträten der Stadt zu den Stadtwerken und dem badlantic und im Ältestenrat. Und nun ist er Chef der CDU-Fraktion.

Damit obliegt ihm auch die Zusammenarbeit bei den interfraktionellen Treffen. „Am meisten Übereinstimmung habe ich da eigentlich mit den Grünen“, sagt er, mit der SPD zum Beispiel gebe es nur wenig Berührungspunkte. Klingt fast ein bisschen wie die aktuelle Landespolitik.

Levenhagen zu Neubaugebieten, Infrastruktur und Verkehr

Inhaltlich wünscht sich Levenhagen vor allem eines: Dass Ahrensburg so bleibt, wie es ist. So betrachtet er den Zwist um die Suche nach Flächen für Neubaugebiete in Ahrensburgs Süden kritisch: „Wir haben eigentlich unser Soll betreffend der Einwohnerzahl schon erreicht“, bezieht er sich auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, das für das Jahr 2025 eine Einwohnerzahl für die Schlossstadt von 34.000 vorsieht. So viele leben bereits jetzt in Ahrensburg.

Levenhagen: „Eigentlich brauchen wir gar keine Neubaugebiete mehr in Ahrensburg. Wenn wir sehen, was jetzt für die Innenstadt im Bereich Lindenhof, Hamburger Straße und Alte Reitbahn geplant ist, plus das Potenzial der Innenverdichtung auf großen Grundstücken, dann ist genug Wachstum geplant.“ Mehr könne die Stadt schon vor dem Hintergrund der Infrastruktur gar nicht bewältigen, Levenhagen: „Lassen Sie uns doch erst einmal Kindergärten für die Kinder bauen, die bereits hier sind.“

Überhaupt die Infrastruktur – auch die sei am Rande ihrer Belastbarkeit. Vor diesem Hintergrund sieht der CDU-Politiker die Südtangente als geeignetes Mittel zur Entlastung. „Ich kann die Anwohner dort verstehen“, betont Levenhagen. „Deswegen halte ich es für den richtigen Weg, mit der Realisierungsabschätzung endgültig zu klären, ob diese Straße gebaut werden kann. Das Ergebnis dieser Studie ist dann auch für die CDU bindend.“

Ohne Frage realistisch ist es für ihn, dass das Realisierungskonzept kurzfristig erstellt werden kann, damit es noch in die Planungen der Deutschen Bahn zum Brückenbau über das Stellmoorer Tunneltal eingreifen könne. Denn die Bahn muss im Zuge der Erweiterung der Bahnstrecke um ein viertes Gleis für die S-Bahnlinie S4 die Querung im Hagen neu bauen und sieht als beste Lösung derzeit eine Brücke im Straßenverlauf Brauner Hirsch. Wird der Bau dieser Brücke beschlossen, steht es schlecht um die Südtangente.

Ebenso ein Kernproblem für Ahrensburgs Innenstadt ist die Frage der Parkplätze. Levenhagen: „Sie sind lebenswichtig für die Geschäfte in der Innenstadt. Wenn es nicht genügend Parkplätze gibt, gehen die Menschen woanders hin, so einfach ist das.“

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