Neuer Vorschlag für die Alte Reitbahn: Mehr Innenverdichtung, mehr Wohnungen, mehr Parkplätze

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Ahrensburg (ve). Eine Wasserleitung war es, die die Planer zum Umdenken zwang. Nun steht für die Bebauung der Alten Reitbahn ein noch größeres Objekt zur Debatte.

Bebauung des Geländes an der Alten Reitbahn: Das neue Konzept sieht eine Erweiterung des Geländes und drei weitere Wohnblocks in Richtung Adolfstraße vor. Grafik:©Stadt Ahrensburg

Bebauung des Geländes an der Alten Reitbahn: Das neue Konzept sieht eine Erweiterung des Geländes und drei weitere Wohnblocks in Richtung Adolfstraße vor.
Grafik:©Stadt Ahrensburg

Die Wasserleitung führt am Rande des Grundstückes entlang. Sie muss also entweder zurück gebaut werden oder die Gebäude müssten kleiner werden. Noch ein zweiter Grund zwang zur neuen Planung: Die Politik wollte mehr sozialen Wohnraum und mehr Parkplätze. Beides sei aber auf dem jetztigen Grundstück nicht kombinierbar, argumentierten die Investoren.

Alte Reitbahn: Zusätzliches Gelände der Grundstücke in der Adolfstraße

Es geht um das Grundstück Alte Reitbahn und um das Bauprojekt, das in Kombination mit dem Neubau eines Kinos für Ahrensburg steht. Denn letzeres wird möglich, wenn der Lebensmittelhändler neben dem Alten Lokschuppen auf das Grundstück an der Alten Reitbahn umzieht und am Lokschuppen ein Neubau entsteht. Doch die Planungen für die Alte Reitbahn sind ins Stocken geraten. Daher haben die Architekten noch einmal neu überlegt und aus „kleiner“ schnell mal „um einiges größer“ gemacht. Auf der Rückseite des Grundstückes Alte Reitbahn könnten nun auch Grundstücke der Anwohner integriert werden.

Derzeit liegt auf der Rückseite des Grundstücks Richtung Adolfstraße ein Knick, dahinter folgen die Grundstücke der Anlieger. Die sind vergleichweise groß, im oberen Bereich gehört ein Teil bereits der Stadt. Wenn die Anlieger verkaufen würden – Gespräche finden derzeit statt – könnte der Bereich in die Planung integriert werden. Damit wäre die Platzprobleme auf der Alten Reitbahn gelöst.

Doppelt so viel Wohnraum, doppelt so viele Parkplätze

Mit ganz neuen Zahlen: Statt der bisher geplanten 3.800 Quadratmeter Wohnraum könnten 7.620 Quadratmeter Wohnraum entstehen und sozialer Wohnraum in einer Größe von 1.270 Quadratmeter errichtet werden. Gleichzeitig würden mit 200 statt bisher 105 geplanten etwa doppelt so viele Parkplätze entstehen. Auch die Gewerbefläche für den Supermarkt, der vom Bahnhof umziehen soll, könnte sich um 350 Quadratmeter auf 3.350 Quadratmeter vergrößern.

Mit diesen Zahlen soll die Planung und das Projekt den Politikern und Anwohnern schmackhaft gemacht werden. Und zumindest die Politiker waren es auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses auch, löst die Idee doch ein Teil der Kernproblematik Parkplatz und sozialer Wohnraum der Ahrensburger Innenstadt.

Der Knick müsste weichen/Zufahrt über die Adolfstraße

Allerdings nicht zum Nulltarif. Zum einen müssten die Anwohner bereit sein, ihre Grundstücksanteile zu verkaufen. Zum anderen würde der Knick nicht erhalten bleiben können. Hinter den Gebäudekomplex auf der Alten Reitbahn würden an dieser Stelle drei weitere Gebäude mit mehreren Wohnungen entstehen.

Eine kreative Idee gibt es übrigens zur Verkehrsproblematik. Denn die neuen Gebäude sollen nicht über die Adolfsstraße erschlossen werden, das würde die Straße und die Anwohner zu stark belasten. Von der Stormarnstraße aus wird es eine Zufahrt in eine Tiefgarage unterhalb der Alten Reitbahn geben. Vorschlag ist, diese Tiefgarage nach hinten zu vergrößern und somit auch für die zurückliegenden Gebäude nutzbar zu machen.

Der Bauauschuss zeigte sich zunächst sehr angetan von der Idee. Ob das bei den Anwohnern auch so ankommt, wird sich zeigen. Der benachbarte Neubau auf dem früheren VW-Gelände ist aufgrund der Größe nicht auf Gegenliebe gestoßen: siehe Beiträge „Bebauung an der Hamburger Straße: Neues Konzept wurde akzeptiert“ und „Neubau auf dem VW-Gelände Hamburger Straße: Anwohner wollen „Klötze“ verhindern„.

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3 Kommentare

  1. Horst Hausmann on

    Aha, das ist also praktizierter Umweltschutz in Ahrensburg. Mehrere sehr alte, mächtige Bäume, eine intakte Vogelwelt und der Tummelplatz vieler Eichhörnchen sollen einem Investor geopfert werden, damit der seinen Reibach machen kann. Allein dieser durchgehende Knick ist noch ein bischen gewachsenen Natur in der Innenstadt.
    Hoffe, dass der BUND aufwacht.
    Und zum neumodischen Thema Innenstadt-Verdichtung: Ahrensburg ist nicht Hamburg. Anscheinend sollen auch in Ahrensburg die Menschen wie Hühner zusammengedrägt werden. Dabei ist doch eine luftige Innenstadt sehr viel schöner.

    • Sabine Heinrich on

      Sehr geehrter Herr Hausmann,

      auch ich hoffe, dass der BUND, aber auch der NABU und besonders die in Ahrensburg etablierten NATURFREUNDE aufwachen und aktiv werden. Leider konnte ich in der Vergangenheit – wie ich auch schon an anderer Stelle geschrieben hatte – keinen Einsatz von den genannten Verbänden für Bäume im Stadtgebiet wahrnehmen. Dieses Schweigen irritiert mich – und ich frage mich, warum diese einflussreichen Verbände so auffallend „laut“ schweigen…
      Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…!

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