70 Jahre SSC Hagen: Nicht „hinter dem Berg“, sondern Identität für die Stadt

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Ahrensburg (ve). Ein Verein, der heute 70 Jahre alt wird, ist – schon rein rechnerisch – in der Nachkriegszeit entstanden. So auch der Sportverein im Hagen, der das am heutigen Sonntag feiern wollte.

70 Jahre SSC Hagen. Vereinsgeschichte in einem Bild: Pirkko Jungnisch, Kassenwartin und Tochter der langjährigen Kassenwartin Elke Jungnitsch, Turnerin Elke Landwehr, Maria Mencke, Tochter von Adolf Korb, Vorsitzender Ole Junker und Jan Fedkenhauer, der in der ersten Mannschaft der Fußball-Sparte Fußball spielen lernte (von links). Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

70 Jahre SSC Hagen. Vereinsgeschichte in einem Bild: Pirkko Jungnisch, Kassenwartin und Tochter der langjährigen Kassenwartin Elke Jungnitsch, Turnerin Elke Landwehr, Maria Mencke, Tochter von Adolf Korb, Vorsitzender Ole Junker und Jan Fedkenhauer, der in der ersten Mannschaft der Fußball-Sparte Fußball spielen lernte (von links).
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Gefeiert wurde auch zunächst mit einem Empfang. Eingeladen war zudem zu einem großen Sommerfest auf die Anlage des SSC Hagen in der Hagener Allee, das zwar stattfand, aber angesichts des Regens anders als geplant.

Auf dem Empfang wurde auf die besondere Geschichte und Bedeutung des Spiel- und Sportclubs (SSC) verwiesen. Der Verein wurde 1947 noch nach Erlaubnis der britischen Besatzungsmacht im Hagen offiziell gegründet. Eine Vorgeschichte hatte er vor dem Zweiten Weltkrieg, schon damals sollten im Deutschen Jungvolk und in der Hitlerjugend junge Leute ertüchtigt werden.

Engagierte Hagener haben nach dem Krieg den Wert eines Sportvereins gesehen und viel Elan daran gesetzt, das Vereinsleben zu gestalten. Ein Weg war es, sich 1946 als Sportabteilung Hagen im ATSV zu gründen. Das war offensichtlich nicht die beste Idee, denn schon ein Jahr später gründete sich der SSC Hagen, der übrigens erst 1996 zum SSC Hagen Ahrensburg wurde.

70 Jahre SSC Hagen. Vorsitzender Ole Junker blickt mit Respekt auf die Leistung der Vereinsgründer. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

70 Jahre SSC Hagen. Vorsitzender Ole Junker blickt mit Respekt auf die Leistung der Vereinsgründer.
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Vorsitzender Ole Junker und Bürgervorsteher Roland Wilde lächelten in ihren Grußworten heute über den Zweck des damaligen Vereins, der lautete: der Verein diene der „Körperschulung zur Förderung der Gesundheit, Hygiene und Erholung“. Erster Vorsitzender war damals Adolf Korb, dessen Tochter Maria Mencke war bei der Feier dabei und sie erinnert sich noch heute an die Vorstandssitzungen im Wohnzimmer der Familie Korb.

In den siebzig Jahren seines Bestehens ist der Verein stetig gewachsen und hat immer versucht, mit der Zeit zu gehen. Sportarten, so wie sie die Hagener wünschen, wurden angeboten. Insbesondere im Fußball und im Turnen ist der Verein heute stark. Elke Landwehr hat als Trainerin und zeitweilige Leiterin der Turnsparte zum Beispiel großen Wert auf die Sichtbarkeit des Vereins gelegt. Mit ihren Leistungsturnerinnen war sie regelmäßig bei den Großvorführung anlässlich Deutscher Turnerfeste mit im Ensemble, „man muss auch mal nach draußen schauen“, war ihr Motto. Noch heute und damit seit 45 Jahren trainiert sie die Turner. Mit Johnny Lösch hatte der Verein außerdem einen Vorturner, der auch Stadtverordneter war und den die Stadt inzwischen mit der Benennung einer Straße im Hagen geehrt hat.

70 Jahre SSC Hagen. Gäste der Feier: Bürgermeister Michael Sarach und Bürgervorsteher Roland Wilde sowie die Stadtverordneten Thomas Bellizzi (FDP), Monja Löwer und Dirk Langbehn (Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Koch (CDU Landtag) und Jochen Proske (SPD, hintere Reihe). Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

70 Jahre SSC Hagen. Gäste der Feier: Bürgermeister Michael Sarach und Bürgervorsteher Roland Wilde sowie die Stadtverordneten Thomas Bellizzi (FDP), Monja Löwer und Dirk Langbehn (Bündnis 90/Die Grünen), Tobias Koch (CDU Landtag) und Jochen Proske (SPD, hintere Reihe).
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Dabei bleibt der Verein auch immer bei seinen Leisten, „Basketball und Leichtathletik für Erwachsene wird es zum Beispiel bei uns nicht geben, das machen andere Vereine in der Stadt und dass soll auch so bleiben“, betont Ole Junker.

Die (wenigen) Vorgänger in seinem Amt sind neben Adolf Korb Fritz Götze, dessen Enkel und Urenkel ebenfalls engagierte Mitglieder des Vereins sind. Urenkel Bjarne seinerseits erlernte das Fußball spielen im SSC Hagen so gut, dass er inzwischen zum Verein St. Pauli gewechselt ist. Nach Dötze wurde Leni Dahnke Vorsitzende, anschließend deren Schwiegersohn Henry Stölzle sowie Rudi Möller. Zwischen 1984 und 2012 lenkte der heutige Ehrenvorsitzende Harro Timm die Geschicke des Vereins, der an der Geburtstagsfeier selber nicht teilnehmen konnte.

Die Fußballsparte – die größte des Vereins und eine erfolgreiche – wurde von Fred Seidel 1975 ins Leben gerufen. Und wichtig in der Geschichte des Vereins ist sicher eine Laufgruppe, die Horst Burmester 1976 anregte. Aus ihr ging der heute überregional so bekannte „Lümmellauf“ hervor.

In seiner Geburtstagsrede aber betonte Ole Junker eines: Der Verein habe immer auf eine nachhaltige Entwicklung geachtet. Sportplatz, Umkleidekabinen, Vereinshaus und schließlich Mehrzweckhalle wurden immer vom Verein mühevoll und langwierig sowohl politisch wie finanziell erkämpft. Lange mit dem Gefühl, in der Stadt etwas für die „hinter dem Wald“ erreichen zu müssen. Heute sei das anders, bestätigt auch Bürgermeister Michael Sarach, „auch wenn ihr nie „die hinterm Wald“ ward!“.

Für Sarach hat der Hagener Verein eines gezeigt: Wie ein Stadtteil und ein Identität bildender Verein seine Rolle und seinen Stand in der Stadt füllen können. Der SSC Hagen Ahrensburg sei ein Vorbild dafür, wie ein Stadtteil und die Stadt zusammen wachsen könne, Sarach: „Auch der Teil „hinter dem Wald“ ist ein Teil der Stadt geworden, dazu haben Sie entscheidend beigetragen.“

Ole Junker beendete seine Rede mit einem Blick auf den Anfang: „Wir bleiben der Verein, der voller Demut auf die Gründerjahre schaut, die in einer unglaublichen Schaffens- und Willenskraft unserer Großmütter- und Großvätergeneration ihre Wurzeln hat. Menschen, die mit ganz bescheidenen Mitteln diesen Verein aufgebaut und mit Weitsicht weiterentwickelt haben. Dieser Lebensleistung gilt mein tief empfundener Respekt und mein Dank.“

70 Jahre SSC Hagen. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

70 Jahre SSC Hagen.
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