Geschichtenwerkstatt in der Grundschule am Schloss: Ein Autoren-Quartett mit lauter guten Ideen

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Ahrensburg (ve). Schreiben Autoren alleine im stillen Kämmerlein ihre Geschichten? Nein – gerne auch im Team. So geschehen an der Grundschule am Schloss.

Sie sind die Geschichtenwerkstatt der Grundschule am Schloss: Lennart, Lars und Henrike (von links). Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Sie sind die Geschichtenwerkstatt der Grundschule am Schloss: Lennart, Lars und Henrike (von links).
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Lars, Kevin, Henrike und Lennart sind dieses Team. Fast zwei Jahre lang haben sie und Schulsozialarbeiter Wolfgang Boxan sich jeden Donnerstag getroffen und gemeinsam gegrübelt und phantasiert, welche Geschichten es auf dieser und über diese Welt geben könnte. Dann haben sie sie aufgeschrieben und gemeinsam verbessert, verarbeitet, weiterentwickelt oder auch korrigiert. Entstanden ist daraus jetzt ein kleines Büchlein, „Geschichtenwerkstatt“ lautet der Titel.

„Geschichtenwerkstatt“: Ab Donnerstag in der Buchhandlung Stojan erhältlich

Ab Donnerstag, 20. Juli 2017, ist dieses Büchlein in der Buchhandlung Stojan, Hagener Allee 3a in Ahrensburg, zu erhalten. Das Büchlein kostet nichts, aber eine Spende kommt dem Schulverein der Grundschule zugute, der den Druck des Buches finanziert hat.

Mit Karl May, Harry Potter oder Pferdegeschichten: Abtauchen in eine andere Welt

„Am liebsten mag ich Fantasiegeschichten oder Spannendes“, sagt zum Beispiel Lennart. Er lese sehr viel, sagt er, die „???“ etwa oder „Harry Potter“. „Die habe ich alle schon mehrmals gelesen“, sagt der Noch-Viertklässler. „Ich mag gerne Pferdegeschichten“, sagt Klassenkameradin Henrike, „beim Lesen kann man immer so schön in einer andere Welt eintauchen.“ „Und ich lese Fantasy- oder Gruselgeschichten – oder auch mal ein Märchen“, sagt Lars. Zusammen mit Kevin gehen sie alle in eine Klasse und bilden gleichzeitig die Geschichtenwerkstatt.

„Eine Geschichte, sie heißt „Der Zauberring oder die 10 Amulette“, haben wir zusammen geschrieben, die anderen Geschichten hat jeder für sich geschrieben“, erzählen sie. Und wie geht das? „Die besten Ideen kommen kurz vor dem Einschlafen“, erzählt Henrike, „dann gehen mir die Dinge vom Tage durch den Kopf und mir fallen neue Ideen für Geschichten ein.“ Lennart erzählt, er warte einfach – und dann kommen die Ideen: „Ich habe einfach Bilder im Kopf und die muss ich nur aufschreiben. Zum Beispiel, wenn ich selber gerade ein Buch lese.“ Derzeit widmet er sich „Old Surehand“ von Karl May. Denn: „Lesen macht Spaß und man erfährt immer neue Sachen, bei Karl May zum Beispiel habe ich gelernt, wie man sich an etwas heranpirscht.“

Der Autor Boris Pfeiffer zu Gast in der Stadtbücherei Ahrensburg. Foto:Stadtbücherei Ahrensburg

Der Autor Boris Pfeiffer zu Gast in der Stadtbücherei Ahrensburg.
Foto:Stadtbücherei Ahrensburg

Tipps von Boris Pfeiffer, Autor der „???“

Dass sie professionellen Rat bekommen haben in diesem Frühjahr, hat sie besonders gefreut. Damals war Boris Pfeiffer zu Gast, einer der Autoren der „???“. Er hat den Mitgliedern der Geschichtenwerkstatt eine exkulsive Autorenstunde gegeben. „Er hat uns Tipps gegebe, wie man eine Geschichte spannender machen kann“, so die Kinder.

Wolfgang Boxan, Schulsozialarbeiter an der Grundschule am Schloss und im AWO Hort der Grundschule. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Wolfgang Boxan, Schulsozialarbeiter an der Grundschule am Schloss und im AWO Hort der Grundschule.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

15 Geschichten haben die vier in fast zwei Jahr aufgeschrieben. Zehn in der dritten Klasse und fünf in der vierten Klasse. Alle zusammen sind in dem Büchlein zu finden. Schulsozialarbeiter Wolfgang Boxan war in diesem Fall Lektor, „wir mussten ja immer neue Ideen für Geschichten entwickeln, das haben wir gemeinsam getan. Und wenn dann der erste Entwurf einer Geschichte fertig war, haben wir sie gemeinsam besprochen, ob man es anders schreiben kann, ob alles richtig ist oder wie die Geschichte weiter gehen könnte.“ Und manches Mal, wenn keiner mehr so eine richtig gute Idee hatte, musste der Lektor sein Team auch neu motivieren – ganz, wie im richtigen Leben.

Dabei haben sie nicht nur im Team gearbeitet, sondern auch über lange Zeit Hartnäckigkeit bewiesen. An der Geschichte, die alle vier gemeinsam geschrieben haben, haben sie insgeamt ein ganzes Jahr lang gearbeitet.

Für die vier Geschichtenschreiber geht es nun an eine weiterführende Schule, ihre Geschichtenwerkstatt hat ein Ende. Lars und Lennart hoffen darauf, vielleicht bei einer Schülerzeitung weiter schreiben zu können. Und vielleicht gibt es ja in den dritten Klassen des kommenden Jahrgangs wieder Schülerinnen und Schüler, die ihrer Fantasie freien Lauf lassen mögen und aus den Bildern in ihrem Kopf Geschichten machen möchten.

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