Nachruf: Ahrensburger Architekt Hans Jochem ist verstorben

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Ahrensburg (ve). Im Alter von 94 Jahren ist der in Ahrensburg lebende Architekt Hans Jochem am 4. August 2017 verstorben.

Zum Tode des Ahrensburger Architekten Hans Jochem (1923 bis 2017). Foto:privat

Zum Tode des Ahrensburger Architekten Hans Jochem (1923 bis 2017).
Foto:privat

Hans Jochem, der auch für Ahrensburg Gebäude entworften hat, hat an maßgeblichen Bauten der Stadt Hamburg als Architekt mitgewirkt. Er war in den 1950er Jahren als Bauleiter die rechte Hand des Kontorhausarchitekten Rudolf Klophaus, der das Pressehaus und weitere Bauten im Kontorhausviertel geschaffen hat. Jochem war beteiligt an Bauten wie dem Operettenhaus, dem Hotel Europäischer Hof oder der Commerzbank AG.

1957 starb Rudolf Klophaus und Hans Jochem vollendete sämtliche noch nicht fertiggestellten Bauten, wie die City-Hof-Hochhäuser am Johanniswall, das damals das größte Neubauvorhaben in der Hamburger Innenstadt war. Er hat das Büro Klophaus übernommen und mit Architekt Peter Hauske und einige Mitarbeiter von Rudolf Klophaus ausgebaut. Zusammen realisierten sie viele Neubauprojekte in Hamburg, Berlin und auch in Ahrensburg, etwa das Gebäude der Ewert Elektronik und der heutigen ACER Zentrale am Kornkamp.

Die Firmenzentrale des Chemiehändlers Helm AG, sämtliche Gebäude des Papiergroßhändlers Michaelis & Co., Arzeimittelhändler Gebr. Scharfe, Windsor Castle Tea, Pharmahersteller E. Merck und weitere Gebäude tragen seine Handschrift. Nicht zuletzt die Wohnsiedlung im Hasselmannsweg in Ahrensburg, in der Hans Jochem bis zuletzt wohnte, hat er entworfen.

1971 starb Peter Hauske und ab diesem Zeitpunkt führte Jochem sein Büro mit seinen Mitarbeitern bis 1984 weiter. Damals musste er durch eine Gehirntumorerkrankung seinen Beruf aufgeben. Sein letzter Entwurf war ein Grabstein für die Schauspielerin Ruth Niehaus, der Familiengrabstein wurde 1951 von Joseph Beuys entworfen und Jochem hat einen passenden neuen Stein entworfen.

Sein großes Interesse galt weiterhin der Architektur, so war er beratend für die Helm AG und das Bartholomay-Haus tätig. Zuletzt engagierte er sich in der Initiative zur Rettung der City-Hof-Hochhäuser. Die Planungen für die dortigen Neubauten fand er „entsetzlich“, so Sohn Matthias Jochem.

Hans Jochem ist im Kreise seiner Familie und betreut von seinem Sohn Matthias, der bis zuletzt bei ihm wohnte, seiner Tochter Susanne und seiner Nichte friedlich eingeschlafen. Matthias Jochem: „Er war als Architekt großartig und als Vater liebevoll und großartig. Nun ist hier im Haus eine riesige Lücke entstanden.“ Eine Trauerfeier findet am Freitag, 18. August 2017, in der Schlosskirche Ahrensburg statt. Beigesetzt wird Hans Jochem bei seiner Ehefrau Ingrid auf dem Friedhof Hamburg Ohlsdorf Hoheneichen.

Der Architekt Hans Jochem im Jahr 2012 vor dem Gebäude der Helm AG in Hamburg Hammerbrook. Foto:privat

Der Architekt Hans Jochem im Jahr 2012 vor dem Gebäude der Helm AG in Hamburg Hammerbrook.
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