Dankesfest bei Pryvit: Tänze, Gedichte, Lieder – Großes Programm der Kinder

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Großhansdorf (ve). Über eine Stunde Programm haben die Ferien-Kinder des Vereins Pryvit auf die Bühne gebracht. Fast ohne Vorbereitungszeit.

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Die Kinder und Jugendlichen zeigten Tänze und Choregrafien, sangen Lieder und trugen Gedichte vor. Foto:©Monika /veeh/ahrensburg24.de

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Die Kinder und Jugendlichen zeigten Tänze und Choregrafien, sangen Lieder und trugen Gedichte vor.
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Jedes Jahr lädt der Verein Pryvit Kinder aus der Region Tschernobyl zu einem Ferienaufenthalt nach Großhansdorf. 20 Kinder und Jugendliche sind es in diesem Jahr und auch sie haben sich mit einem Dankesfest beim Verein, der Gemeinde – vertreten durch Bürgermeister Janhinnerk Voß, den Sponsoren – etwa dem Lions Club oder dem Deutschen Roten Kreuz und einer Bank – und Freunden bedankt. Und das unter besonderen Umständen.

„Eigentlich hatten die Kinder keine Zeit zum üben“, erläutert es Wulf Garde, Vorsitzender des Vereins, in seiner Begrüßung, „das Programm ist sehr voll mit Besuchen in der Region, mit Arztbesuchen und mehr. Oft kommen die Kinder erst gegen 21 Uhr am Abend zurück. Und dann finden sie auch noch Zeit zum proben!“

Dankesfest bei Pryvit: Ukrainische Volkslieder und Rockmusik

Haben sie – und die ukrainischen Volkslieder sind den Kinder dabei vielleicht noch am leichtesten gefallen. Doch rockige Tänze zu neuen Beats wollten sie auch zeigen, zum Beispiel zu der ukrainischen Version von oder von. Alle zusammen haben ganz Choreografien erarbeitet und mit viel Spaß und Mut vorgetragen.

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Die Kinder und Jugendlichen zeigten Tänze und Choregrafien, sangen Lieder und trugen Gedichte vor. Foto:©Monika /veeh/ahrensburg24.de

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Die Kinder und Jugendlichen zeigten Tänze und Choregrafien, sangen Lieder und trugen Gedichte vor.
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„Und das, obwohl die Kinder sich vor diesem Aufenthalt zum großen Teil noch gar nicht gekannt haben“, so Garde weiter. Die Kinder und Jugendlichen kommen aus ganz unterschiedlichen Dörfern. In 24 Dörfern in der Region Tschernobyl habe der Verein mit Kindern und Familien gesprochen und sie zu einer Reise nach Deutschland eingeladen. Bei ihrem Besuch in Großhansdorf, Hamburg, Lübeck und vielem mehr sollen sie für drei Wochen das schwierige Leben hinter sich lassen können. Die Region ist nach der Katastrophe in dem Atomkraftwerk 1986 noch immer mit Radioaktivität verseucht, in vielen Dörfern herrscht Armut.

„Die Kinder leben in den Dörfern und dort gibt es nicht viel, eigentlich gar nichts“, erzählt Daria, eine junge Deutsch-Studentin aus Kiew, die als Dolmetscherin engagiert wurde. „Was sie hier in Deutschland sehen und erleben, sind unglaublich viele Eindrücke und Erfahrungen.“

Zusammenarbeit zwischen dem Verein und Engagierten in der Ukraine

Der Verein entscheidet vor Ort gemeinsam mit der Lehrerin Alla Dschedschenko, die in der Region an einer Schule unterrichtet, welche Familien und Kinder angesprochen werden könnten. Doch nicht alle Familien haben Interesse, manche haben Angst, ihre Kinder alleine ins ferne Deutschland reisen zu lassen. Und schließlich ist es auch nicht allen Familien möglich, die erforderlichen Papiere vorzulegen oder de Behörden tun sich schwer mit der Bearbeitung.

„In diesem Jahr“, erzählt Iwan, der Russe lebt seit 16 Jahren in Hamburg, ist Mitglied im Verein und betreut die Gruppe, „haben wir auch ganz gezielt Jugendliche angesprochen und mit auf die Reise genommen.“ Für die Gruppe war das eine Herausforderung, denn die 20 Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren mussten erstmal zusammen finden. „Aber den Jugendlichen ist es, wenn sie erst einmal 18 Jahre alt sind, kaum noch möglich, eine solche Reise zu machen“, so Iwan, „und wir wollten es ihnen ermöglichen.“

Betreuung der Kinder: Beim Zähneputzen fängt es an

„Eines der Mädchen, 15 Jahre ist sie alt“, erzählt Dolmetscherin Daria, „ist so schüchtern, dass sie sich nicht traut, Kleidung als Geschenk anzunehmen. Sie denkt, dass es Ärger gibt. Dabei hat sie kaum Kleidung und wir wollen ihr so gerne etwas schenken.“ Und Daria erzählt auch von ihrem Eindruck, den die Kinder auf sie gemacht haben: „Wir haben hier ganz grundsätzliche  Dinge mit den Kindern gemacht, zum Beispiel ihnen gezeigt, wie sie sich die Zähne putzen oder sich waschen können.“ Einfache Hygiene sei nicht selbstverständlich bei allen, habe sie erfahren. Und noch mehr: „Manche Eltern kümmern sich nicht, vielleicht werden manche Kinder sogar Zuhause geschlagen.“

Ein Großteil des Programmes ist es auch jedes Jahr, den Kinder Arztbesuche zu ermöglichen, dafür stellen sich Ärzte in der Park Klinik Manhagen und im Ahrensburger Zahnschiff zur Verfügung. Auch zwei ukrainische Ärzte sind mitgekommen, sie haben im Zahnschiff die Betreuung der Kinder begleitet und eine Art Praktikum gemacht.

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Foto:©Monika /veeh/ahrensburg24.de

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen.
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Freizeit in und um Großhansdorf: Ein umfangreiches Programm

Allerdings – die Freizeit bleibt die große Attraktion dieser Reise. In diesem Jahr gab es wieder einen Besuch im Miniaturwunderland – mit Besuch der Plaza der Elbphilharmonie. Sie waren bei der Feuerwehr Ahrensburg und der Feuerwehr Großhansdorf zu Gast und durften durch das Norderstedter Arriba und den Kletterwalt Lütjensee toben. Zum Programm gehört Eislaufen in Hamburg Farmsen, ein Besuch im Erlebnispark Grabau und im Serengeti-Park. Susann Heins lädt die Kinder privat nach Dahme an die Ostsee und Hermann Ahlers in ein Restaurant.

So berichtete ahrensburg24.de: „Kinder aus Tschernobyl zu Gast: Mit Pryvit das Schloss Ahrensburg erleben

Besuch beim Bürgermeister Voß: „Wichtig für uns, das zu erfahren“

Am Montag waren sie bei Bürgermeister Janhinnerk Voß im Großhansdorfer Rathaus. „Das ist für die Kinder immer sehr aufregend“, erzählt Voß, „und ich begrüße die Kinder immer sehr gerne. Wenn ich die Lütten sehe und ihre Geschichte dazu höre, zeigt es mir eines: Die Probleme, die wir hier in Großhansdorf haben, sind verglichen mit ihren Problemen sehr klein. Wenn wir auf diese Kinder blicken, können wir auch sehen, wie gut es uns eigentlich geht. Es ist auch für uns wichtig, das wir das erfahren dürfen.“

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Bürgermeister Janhinnerk Voß dankt dem Verein und betont die Bedeutung, die das Projekt auch für Großhansdorf hat. Foto:©Monika /veeh/ahrensburg24.de

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Bürgermeister Janhinnerk Voß dankt dem Verein und betont die Bedeutung, die das Projekt auch für Großhansdorf hat.
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Mitgliedschaft im Verein Pryvit ist möglich

Knapp anderthalb Stunden Programm haben die Kinder ihren Gästen im Schullandheim Erlenried gezeigt und danach an eine große Kuchentafel eingeladen. Das Publikum war begeistert und hat – glücklich und trocken zwischen zwei Regenschauern – den Nachmittag sehr genossen. Und eine Botschaft vom Verein vernommen, Wulf Garde: „Der Verein hat dreimal die 100 geknackt: wir haben über 100 Mitglieder, wir haben den Kindern über 100 Arztbesuche ermöglicht und wir haben über 100 Kindern die Reise ermöglicht.“

Der Verein ist vor sechs Jahren aus der Initiative für Kinder aus Tschernobyl hervorgegangen, die kurz nach der Tschernobyl-Katastrophe mit dem Ferienprogramm für Kinder im Schullandheim Erlenried begonnen hatte.

Doch bei der 100 soll es nicht bleiben: „Eine solche Reise ist nur möglich, wenn wir viele Helferinnen und Helfer haben“, betont Wulf Garde. Derer gibt es einige, doch der Verein könnte viele weitere helfende Hände gebrauchen. Wer sich engagieren möchte, findet weitere Informationen unter http://pryvit.de/.

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Vereinsvorsitzender Wulf Garde mit der ukrainischen Lehrerin Alla Dschedschenko, die sich in der Ukraine um das Projekt kümmert, rechts Dolmetscherin Daria. Foto:©Monika /veeh/ahrensburg24.de

Dankesfest der ukrainischen Kinder, die mit dem Verein Pryvit ihre Ferien in Deutschland verbringen. Vereinsvorsitzender Wulf Garde mit der ukrainischen Lehrerin Alla Dschedschenko, die sich in der Ukraine um das Projekt kümmert, rechts Dolmetscherin Daria.
Foto:©Monika /veeh/ahrensburg24.de

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