Die WAS und die Anschlussstellen Autobahn 1: Ideen gegen den Stau gibt es – und jetzt?

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Ahrensburg/Bad Oldesloe (ve). Wo sind die dicksten Verkehrsknoten im Kreis Stormarn? An der Autobahn 1. Und daher sollen diese Knoten entschärft werden.

Sie stellten die Studie und die Ideen für eine neue Verkehrsführung an den Anschlussstellen Ahrensburg und Stapelfeld der Autobahn 1 vor: Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS, mit Loana Eichholz und Michael Hohmann von der Ingenieurgesellschaft Masuch+Olbrisch (von rechts). Foto:ahrensburg24.de

Sie stellten die Studie und die Ideen für eine neue Verkehrsführung an den Anschlussstellen Ahrensburg und Stapelfeld der Autobahn 1 vor: Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS, mit Loana Eichholz und Michael Hohmann von der Ingenieurgesellschaft Masuch+Olbrisch (von rechts).
Foto:ahrensburg24.de

Gemeint sind die Anschlussstellen Stapelfeld und Ahrensburg der Autobahn 1. Für die auf- und abfahrenden Verkehre sind dies Autobahnausfahrten Geduldsproben, vor Ahrensburg aus Hamburg kommend wurde aus diesem Grund schon die Abfahrspur verlängert. Denn oben auf der Landesstraße 224, dem verlängerten Ostring vor Siek, ist Stau. Täglich fahren dort 13.000 Fahrzeuge, gezählt in beide Richtungen und inklusive Lastverkehr. Ebenso vor der Ausfahrt vor Stapelfeld, alleine auf dem Abschnitt zwischen der Abfahrt und der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld werden täglich insgesamt in beide Richtungen bis zu 25.000 Fahrzeuge inklusive Lastverkehr gezählt.

Kreis, Stadt und Gemeinden wollen eine Veränderung

Die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) hat daher federführend für den Kreis Stormarn, die Stadt Ahrensburg und die Gemeinden Großhansdorf, Siek, Braak und Stapelfeld eine Studie bei der Ingenieurgesellschaft Masuch+Olbrisch in Auftrag gegeben, wie Lösungen aussehen könnten. Diese Studie wurde heute den Bürgermeistern und Kommunalpolitikern der Gemeinden vorgestellt und auch der Presse. Wohlgemerkt – es sind Idee, was verändert werden könnte, keine Planungen.

Der Vorschlag von Masuch+Olbrisch: An der Anschlussstelle Ahrensburg könnte eine zweite Brücke über die Autobahn die entscheidende Verbesserung bieten. Die Verkehre könnten dann zweispurig über die Autobahn geführt werden. Gleichzeitig sei der Bau einer zusätzlichen Brücke einfacher und wesentlich kostengünstiger, als der Umbau der vorhandenen Brücke.

Anschlussstelle Ahrensburg: Eine zweite Brücke

Für den Bau einer Brücke ist allerdings ein Planfeststellungsverfahren notwendig, so dass eine Umsetzung – sollte sie denn vom Kieler Verkehrsministerium gewünscht und sowohl von Land als auch vom Bund finanziert werden – erst in ein paar Jahren erfolgen würde. Die erste Kostenschätzung nennt eine Zahl von elf Millionen Euro – ohne allerdings auf Daten einer Vorplanung zurückgreifen zu können

Anschlussstelle Stapelfeld: Eine Verdoppelung der Fahrspur

Im Falle der Anschlussstelle Stapelfeld ist die Lösung einfacher: Schon eine Verdoppelung der Spur der Alten Landstraße in Richtung Hamburg könnte entscheidende Entlastung bieten. Und sei unkompliziert umsetzbar, da für eine solche Baumaßnahme kein Planfeststellungsverfahren erforderlich sei, heißt es von Seiten des Ingenieurbüros. Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro könnten entstehen.

„Die Situation an diesem Abfahrten ist bedenklich“, betont Detlev Hinselmann, Geschäftsführer der WAS, „zum einen stellt sich eine erhebliche Unfallgefahr da. Zum anderen fließt der Verkehr nicht, das behindert die Wirtschaft vor Ort und schadet dadurch.“ Stormarn sei eine Region im Land, in der die Wirtschaftskraft am stärksten ist, Hinselmann: „Deswegen habe ich nach Kiel zur Landesregierung signalisiert, dass wir an diesen beiden Knotenpunkt eine Verbesserung brauchen. Und es ist dort auch gehört worden.“

Er hoffe dabei auf Mittel, die die neue Kieler Landesregierung nun in den Ausbau der Straßen im Land investieren möchte. Mit der Studie stünden der Landesregierung Fakten zur Verfügung, so dass die Dringlichkeit der Stormarner Maßnahmen ins Verhältnis zu anderen Maßnahmen im Land gesetzt werden könnten. Eine Entscheidungshilfe sozusagen. Und gleichzeitig Lösungsvorschläge mit einem ersten groben Kostenentwurf.

Loana Eichholz und Michael Hohmann vom Ingenieurbüro haben auch andere Umbaumaßnahmen durchgerechnet. Für die Ansschlussstelle Ahrensburg etwa den Neubau der vorhandenen Brücke, der könnte allerdings schnell mal 35 Millionen Euro kosten und scheide daher aus. Etwas günstiger wäre es, die Verkehre nur im Rechtsabbieger-Modus durch den Knoten zu führen. Das bedinge zum einen eine so genannte zusätzliche Verteilerspur auf der Autobahn, zum anderen würde ein Verkehrsstrom dann grundsätzlich über das Gemeindegebiet von Großhansdorf geleitet werden müssen – was nicht deren Zustimmung finden würde.

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