Kinder- und Jugendbeirat beeindruckt Finanzministerin Heinold

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Ahrensburg (ve). Wussten Sie eigentlich, dass Ahrensburg weit mehr als fünf Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung hat? Eine davon sind die Kinder und Jugendlichen.

Besuch der Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ahrensburger Stadtjugendring und Kinder- und Jugendbeirat. Yasmina Klix vom KiJuB (rechts) erläutert der Ministerin (links) die Argumente des KiJuB. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Besuch der Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ahrensburger Stadtjugendring und Kinder- und Jugendbeirat. Yasmina Klix vom KiJuB (rechts) erläutert der Ministerin (links) die Argumente des KiJuB.
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Kinder- und Jugendbeirat heißt die Fraktion, kurz KiJuB. Daneben gibt es noch den Seniorenbeirat und den Behindertenbeirat. Die politisch engagierten Kinder und Jugendlichen haben jetzt Besuch von der Schleswig-Holsteinischen Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/ Die Grünen) bekommen.

Und Monika Heinold war beeindruckt von der Arbeit des Ahrensburger Nachwuchses. Auf ihrer Sommerreise macht sie derzeit Stationen bei verschiedenen städtischen Jugendvertretungen und nahm sich nun fast drei Stunden dafür, mehr über Ahrensburg aus der Perspektive der Jungwähler zu erfahren. „Das ist schon sehr beeindruckend, was ihr hier machen“, so ihr erstes Urteil.

Heinold zum KiJuB: „Das ist gelebte Demokratie“

Allen voran Yasmina Klix und die Pädagogische Geschäftsführerin Julia Jastrembski. Gemeinsam mit den KiJuB-Mitgliedern Andreas, Kevin und Justin erläuterten sie vor Ministerin, Bürgervorsteher Roland Wilde, Bürgermeister Michael Sarach, Stadtjugendpfleger Matthias Bollmann sowie den Stadtverordneten Claas-Christian Dähnhardt (Bündnis 890/Die Grünen) und Michael Stukenberg (FDP) sowie dem Bufdi des Bruno-Bröker-Hauses Kardo Lateef das Konzept des KiJuB und des Stadtjugendringes, der übergeordneten Einrichtung. Schließlich führten sie alle zusammen dann bei einem Spaziergang zu den aus jugendlicher Sicht neuralgischen Punkten im Ahrensburger Stadtgebiet.

Besuch der Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ahrensburger Stadtjugendring und Kinder- und Jugendbeirat. Die Versammlung mit Michael Stukenberg (FDP), Bürgermeister Michael Sarach, Bürgervorsteher Roland Wilde, Yasmina Klix vom KiJuB, Staddtjugendpfleger Matthias Bollmann, Ministerin Monika Heinold, Julia Jastrembski vom Stadtjugendring und dem Referenten der Ministerin (von links) beim Rundgang durch die Stadt. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Besuch der Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ahrensburger Stadtjugendring und Kinder- und Jugendbeirat. Die Versammlung mit Michael Stukenberg (FDP), Bürgermeister Michael Sarach, Bürgervorsteher Roland Wilde, Yasmina Klix vom KiJuB, Staddtjugendpfleger Matthias Bollmann, Ministerin Monika Heinold, Julia Jastrembski vom Stadtjugendring und dem Referenten der Ministerin (von links) beim Rundgang durch die Stadt.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Wussten Sie zum Beispiel, dass der KiJuB eine echte Delegiertenversammlung ist? Jede Schule, jeder Verein, jeder Verband und jede Einrichtung, in der Jugendlichen organisiert sind, schicken Delegierte in die Vollversammlung. Aus diesen Reihen wird dann der KiJuB gewählt. Und der arbeitet schließlich genau wie eine Fraktion.

„Wir entsenden jeweils einen Vertreter in die Ausschüsse“, erläutert es die 17-jährige Schülerin Yasmina Klix, „dort haben wir Rede- und Antragsrecht.“ Abstimmen dürfen sie zwar nicht – aber davon lassen sich die Jugendlichen nicht beeindrucken. „Die Mitglieder berichten in gemeinsamen Sitzungen über die politischen Themen und zusammen überlegen wir, was für uns wichtig ist und welche Meinung wir dazu haben.“ Wer in einem Ausschuss sitzt, trägt dann dort die Position des KiJuB vor. Das geschieht durchaus häufig und findet bei den Politikerinnen und Politikern auch Gehör.

„Lest ihr dann auch die ganzen Beschluss-Vorlage?“, fragt die Ministerin vorsichtig. „Ja“, so Yasmina, „das macht eben der, der für den Ausschuss zuständig ist.“ Heinold: „Und versteht ihr die Vorlagen dann auch? Das ist ja manches mal sehr kompliziert.“ „Ja, schon“, so Yasmina. Und dann schaltete sich Bürgermeister Sarach ein: „Zum einen versuchen wir, die Vorlagen verständlich zu verfassen. Zum anderen stehen unsere Türen für Fragen der Jugendlichen immer offen, wir erklären das gerne.“

„Und wenn ihr mal nicht einer Meinung seid?“, wollte die Ministerin wissen. Yasmina: „Och, eigentlich sind wir meistens einer Meinung. Wenn nicht, diskutieren wir. Aber kontroversen Streit gab es eigentlich noch nie.“

Mit der breit aufgestellten Basis, mit der versucht wird, allen Jugendlichen eine Stimme in der Vollversammlung zu geben, und der demokratischen Beteiligung in der politischen Arbeit der Stadt konnten die Ahrensburger bei der grünen Landespolitikerin punkten. „Das ist ja gelebte Demokratie, was ihr hier macht“, so Heinold. „Und darauf sind wir auch sehr stolz“, entgegnete Bürgervorsteher Wilde, „wie sich die Jugendlichen einbringen und was sie beitragen. Dem versuche ich in den Gremien immer den angemessenen Raum zu geben.“ Mit Folgen: Sein Stellvertreter Bela Randschau (SPD) zum Beispiel ist über den KiJuB in die politische Arbeit gekommen. Und er ist nicht der einzige, der in der bald 20-jährigen Geschichte des Stadtjugendringes als Erwachsener die politische Arbeit nicht an den Nagel gehängt hat.

Im Blick des KiJuB: Stormarnplatz, Kino, Rathausplatz und und und …

Ein großes Projekt des Stadtjugenringes ist zudem „Jugend im Rathaus“. Bei diesem Planspiel werden alle Schülerinnen und Schüler einer Klassenstufe im Rathaus zu Politikern, erarbeiten Vorlagen und debattieren. Damit erreichten sie nicht nur die breite Masse des Ahrensburger Nachwuchses, so Julia Jastrembski, „es entsteht auch politisches Interesse. Die Jugendlichen erfahren, wie politische Entscheidungen herbeigeführt werden. Und mancher kommt danach zu uns und möchte sich beim KiJuB beteiligen.“

Politische Arbeit ist es aber auch, die Finanzministerin dezent beiseite zu nehmen und auf die eigenen Interessen zu stoßen. Das geschah beim Rundgang durch die Stadt. So stand die Gruppe einige Zeit vor der Skateranlage neben dem Peter-Rantzau-Haus, die dringend saniert werden soll. Dann ging es in die Bahnhofstraße, dort soll neben dem Parkhaus Alter Lokschuppen ein Kino entstehen. Beides zentrale Wünsche der Jugendlichen. Oder ein Jugendgästehaus auf dem Stormarnplatz. Für die Arbeit der Kinder und Jugendlichen hätten sie gerne ein Seminarhaus, zum Beispiel im Stormarnpark auf dem Stormarnplatz. Um einiges attraktiver würde die Stadt für Jugendliche werden, wenn es entsprechende Geschäfte für Elektronik und Bekleidung gebe, hieß es weiter. Und der Rathausplatz – für den wünschen sich nicht nur die Jugendlichen eine attraktivere Gestaltung.

Finanziert wird die Arbeit des Stadtjugendringes übrigens durch die Stadt Ahrensburg. Das Land, so die Finanzministerin, stellt für Gemeinschaftsprojekte jährlich 80.000 Euro zur Verfügung, 20.000 Euro kommen vom Deutschen Kinderhilfswerk. Zudem gibt es in Schleswig-Holstein in diesem Jahr erstmals landesweit Wahlen zu den Kinder- und Jugendvertretungen. Für Ahrensburg ein Selbstgänger, denn die Kinder- und Jugendvertretung der Schlossstadt ist im Alter von knapp 20 Jahren längst erwachsen.

Besuch der Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ahrensburger Stadtjugendring und Kinder- und Jugendbeirat. Eine Station des gemeinsamen Spazierganges durch die Stadt: Bernd Meyerink (rechts) vom Bruno-Bröker-Haus im Gespräch mit Ministerin Monika Heinold und Vertretern des Kinder- und Jugendbeirates. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Besuch der Finanzministerin Monika Heinold (Bündnis 90/Die Grünen) beim Ahrensburger Stadtjugendring und Kinder- und Jugendbeirat. Eine Station des gemeinsamen Spazierganges durch die Stadt: Bernd Meyerink (rechts) vom Bruno-Bröker-Haus im Gespräch mit Ministerin Monika Heinold und Vertretern des Kinder- und Jugendbeirates.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

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