Quartierszentrum Kirche Hoisbüttel: Keine Gespräche mehr mit der Bürgerinitiative IGEL

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Ammersbek (ve). Die Bürgerinitiative IGEL und die Kirchengemeinde Hoisbüttel sprechen nicht mehr miteinander. So meldet es die Initiative.

Themenbild Ammersbek. Foto:©ahrensburg24.de

Themenbild Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Hoisbüttel.
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Die Kirchengemeinde Hoisbüttel hat ein Problem: Sie hat ein Kirchengebäude mit Gemeindezentrum. Und Eigentum verpflichtet. Allerdings können die Ammersbeker nach einem Beschluss der Synode bezüglich ihres Eigentums nicht mehr auf Unterstützung des Kirchenkreises hoffen. Die Gemeinde ist also alleine dafür zuständig, die Gebäude zu erhalten. Weil sie das langfristig finanziell nicht kann, hat sie nach Alternativen gesucht.

ahrensburg24.de hat über Gespräche im Bauausschuss zu konkreten Planungen für das Gelände und Gesprächen mit der neu entstandenen Bürgerinitiative IGEL berichtet, „Quartierszentrum Kirche Hoisbüttel: 1.013 Unterschriften dagegen – und so manche Stimme dafür„. Nun meldet die Bürgerinitiative, dass die Gespräche mit der Kirchengemeinde ausgesetzt seien.

Der Vorgang im einzelnen: Bei Gesprächen zwischen der Gemeinde Ammersbek, der Kirchengemeinde und einem Investor ist die Planung eines Quartierszentrums entstanden, dass gemeindliches Leben auf dem Gelände erhalten könnte, dies wird unter anderem mit Wohnbebauung finanziert. Gegen diese Pläne haben sich Anwohner zu einer Bürgerinitiative Interessen-Gemeinschaft Erhaltenswertes Lottbek (IGEL) zusammen geschlossen.

Mitglieder des Bauausschusses hatten bei interfraktionellen Gesprächen ihre Zustimmung zu dem Bauprojekt signalisiert, vertagten dann aber mit Blick auf die Bürgerinitiative den Beschluss im Ausschuss. Laut Bürgermeister Horst Ansén sollen die Pläne für das Quartierszentrum überarbeitet werden und im September erneut dem Bürgermeister vorgetragen werden.

Mitte August nun hat das Gespräch zwischen der IGEL und der Kirchengemeinde stattgefunden, ist aber nach Aussage der Bürgerinitiative nun ergebnislos ausgesetzt. Die Kirchengemeinde Hoisbüttel war bis jetzt nicht zu einer Stellungnahme bezüglich der Gespräche mit IGEL zu erreichen.

In der Mitteilung der IGEL heißt es: „Deutlich wurde in dem Gespräch auch, dass die Kirchengemeinde nicht bereit ist, die Suche nach einer Alternative aktiv zu unterstützen, da der vorliegende Projektentwurf alle ihre Anforderungen optimal erfülle. Damit entzieht die Kirchengemeinde möglichen weiteren Gesprächen den inhaltlichen Boden.“

Die Kirche und das Gemeindezentrum sind im Eigentum der Kirchengemeinde Hoisbüttel. Die Einstufung als Kategorie C im Raumkonzept des Kirchenkreises bedeutet jedoch, dass die Gemeinde auf keine finanziellen Mittel von Seiten des Kirchenkreises mehr für ihre Gebäude hoffen kann. Im Rahmen der Raumplanung sind auch andere Kirchen der Evangelisch-Lutherischen Kirche von dieser Entscheidung betroffen.

Sie stellt die Gemeinden vor die Aufgaben, den Erhalt ihrer kirchlichen Gebäude aus eigenen Mitteln zu finanzieren oder die Gebäude im schlimmsten Falle aufzugeben. Letzteres würde die Entwidmung der Kirche zur Folge haben, die wiederum vom Kirchenkreis beschlossen werden müsste.

Viele Kirchengemeinden suchen daher nach Wegen, ihre Gebäude durch eine andere Art der Finanzierung zu erhalten. Gerade in den vergangenen Jahren hat die gleiche Debatte um die St. Johanneskirche in Ahrensburg die Kirchengemeinde Ahrensburg schwer erschüttert und gespalten.

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1 Kommentar

  1. Karin Schupp on

    Der Beitrag erfordert in zwei Punkten eine Präzisierung. Erstens: Es ist richtig, dass die Gemeindevertreter einer Bebauung grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstehen – allerdings nicht uneingeschränkt. So haben CDU und SPD bereits erklärt, dass sie sich nicht vorstellen können, dem Projekt in der bisher dargestellten Dimension zuzustimmen. Zweitens: Das von der Kirche favorisierte Konzept ist für diese auf den ersten Blick die bequemste Lösung – aber nicht die einzig mögliche. Um dies beweisen zu können, hätte die Bürgerinitiative mehr Hintergrundinformationen benötigt, die die Kirche aber nicht liefern möchte. Im nachbarschaftlichen Miteinander dürfte es nun wohl unbequem werden.

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