Keine Ampel mehr vor der Grundschule am Aalfang: Eltern empört über Abbau

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Ahrensburg (ve). Für die Eltern der Grundschule am Aalfang steht fest: Die Ampel vor der Schule ihrer Kinder muss wieder aufgestellt werden. Sie befürchten schwere Verkehrsunfälle mit Kindern auf dem Ahrensfelder Weg.

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Die Fußgängerampel am Ahrensfelder Weg wurde abgebaut, nun gehen die Kinder ohne einen erkennbaren Sicherheitsraum über die Straße. Foto:ahrensburg24.de

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Die Fußgängerampel am Ahrensfelder Weg wurde abgebaut, nun gehen die Kinder ohne einen erkennbaren Sicherheitsraum über die Straße.
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Zu Beginn des Schuljahres trauen die Eltern und ihre Kinder ihren Augen nicht: Die Fußgängerampel auf der Höhe des Sandweges zum Hort und zur Grundschule am Aalfang gibt es nicht mehr. Und auch nichts anderes – einfach weg. Für die Kindergarten- und Grundschulkinder gibt es damit entlang des Ahrensfelder Weges keinen Abschnitt mehr, an dem sie gesichert die Straße überqueren können.

„Das geht nicht“, „So etwas Blödsinniges“ oder „Jetzt müssen wir die Kinder wieder bis vor das Schulgebäude begleiten“, entfährt es den Eltern, die jetzt nach den Ferien mit ihren Kindern wieder in den Schulalltag rauschen. „Da fehlt die Sicherheit, noch dazu, wenn es im Herbst und Winter nachher dunkel ist“, sorgen sie sich und fordern die Ampel zurück.

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Alessandra Wolf, Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule am Aalfang, und Annett Schulz, Elternbeiratsvorsitzende der AWO Kindertagesstätte am Aalfang (von rechts). Foto:ahrensburg24.de

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Alessandra Wolf, Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule am Aalfang, und Annett Schulz, Elternbeiratsvorsitzende der AWO Kindertagesstätte am Aalfang (von rechts).
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Fußgängerampel im Ahrensfelder Weg: Elternbeiräte mahnen Nachbesserung an

Allen voran Alessandra Wolf und Annett Schulz, die eine Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule am Aalfang, die andere Elternbeiratsvorsitzende der AWO Kindertagesstätte am Aalfang. Alessandra Wolf: „Wir sind entsetzt über den Abbau der Ampel und haben uns auch bereits bei der Stadtverwaltung beschwert. Da wurde uns gesagt, dass die Kinder sich jetzt zu Schuljahresbeginn ja an die Situation gewöhnen könnten.“ Und Annett Schulz ergänzt: „Bei den Autofahrern entsteht das Gefühl, dass ihnen niemand in die Quere kommen kann. Meistens wird somit schneller gefahren als erlaubt und eine Tempo 30 Zone ist somit nicht ausreichend!“ Beide betonen, dass die Sicherheit der Kinder nicht aus Kostengründen riskiert werden dürfe.

Im Ahrensfelder Weg vor der Grundschule und der Kindertagesstätte herrschen kurz vor Beginn der Schule chaotische Zustände. Autos drängen zwischen den Parkreihen wechselseitig über eine freie Fahrspur, immer mit Blick auf andere Fahrzeuge, die auf der gleichen Fahrbahn entgegen kommen. Kommt ein Lieferwagen dazwischen, wird es richtig eng. Und zwischen diesen Fahrzeugen versuchen Kinder den Weg über die Straße zu finden, laufen zwischen oder vor den parkenden Fahrzeugen auf die Fahrbahn.

Das Kuriose: Aus alter Gewohnheit queren die Kinder am früheren Standort der Ampel die Straße und so mancher Autofahrer bleibt auch aus altern Gewohnheit vor der ehemaligen Haltelinie stehen.

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Die Fußgängerampel am Ahrensfelder Weg wurde abgebaut - dichter Verkehr kurz vor Schulbeginn vor dem Schulgebäude. Foto:ahrensburg24.de

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Die Fußgängerampel am Ahrensfelder Weg wurde abgebaut – dichter Verkehr kurz vor Schulbeginn vor dem Schulgebäude.
Foto:ahrensburg24.de

Warum überhaupt ist die Ampel weg? Ein kleiner Unfall war es, der weitreichende Folgen hat. So will es die Ironie der Geschichte. Denn die Ampel wurde von einem Autofahrer beschädigt. Wie in einem solchen Falle üblich berieten die Gremien über die Maßnahmen und entschieden: Die kaputte Ampel wird abgebaut und nicht wieder ersetzt.

Der Ahrensfelder Weg als Fahrradstraße

Hintergrund ist die Rechtslage. Denn aus dem Ahrensfelder Weg ist eine Fahrradstraße gemacht worden, für die spezielle Verkehrsregeln gelten. Zum Beispiel haben Fahrradfahrer Vorfahrt und Autos dürfen auf einer Fahrradstraße nur im Schritttempo fahren. Der Verordnung nach ist an einer solchen Straße eine Fußgängerampel gar nicht zulässig. „Genau genommen ist die Ampel an diesem Standort seid der Umwandlung in eine Fahrradstraße nicht rechtens gewesen“, benennt es Imke Bär von der Stadtverwaltung, „sie wurde bisher einfach nur noch nicht abgebaut.“

Für die Eltern ist das alles nur graue Theorie: „Wer hält sich schon an die Regeln einer Fahrradstraße und wer erkennt es überhaupt, wenn er auf einer entlang fährt? Viele richten sich doch gar nicht danach“, so ein Vater vor der Schule. Alessandra Wolf beschreibt es ähnlich: „Die Argumente der Stadt sind zwar sachlich durchaus nachvollziehbar, aber leider ignoriert man hier die Bedürfnisse der Kinder völlig. Der Ahrensfelder Weg ist zwar eine Fahrradstrasse, wird jedoch von vielen ortskundigen Autofahrern als `ampelfreier Autobahnzubringer` genutzt. Dazu kommen die – sicherlich oft unnötigen – „Elterntaxis“ … Die Strasse ist mogens und mittags alles andere als verkehrsberuhigt.“

Der Schulelterbeirat wie auch der Elterneirat des Hortes jedenfalls wollen sich weiter aktiv dafür einsetzen, dass der Schulweg wieder sicherer wird. Alessandra Wolf: „Wenigstens ein Zebrastreifen wäre dort gut.“ Deshalb werden sie die zuständigen Ausschüsse besuchen, unter anderem den Bau- und Planungsausschuss am heutigen Mittwoch, 6. September 2017, um 19 Uhr, den Bildungsausschuss am Donnerstag, 7. September 2017, um 19.30 Uhr oder den Sozialausschuss am Dienstag, 12. September 2017, um 19.30 Uhr. Alle Ausschüsse tagen im Peter-Rantzau-Haus.

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Die Fußgängerampel am Ahrensfelder Weg wurde abgebaut. Noch ist zu erkennen, wo die Markierungen für den Fußgängerüberweg waren. Foto:ahrensburg24.de

Grundschule und AWO Kindertagesstätten am Aalfang: Eltern fordern eine sichere Querungshilfe für ihre Kinder. Die Fußgängerampel am Ahrensfelder Weg wurde abgebaut. Noch ist zu erkennen, wo die Markierungen für den Fußgängerüberweg waren.
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2 Kommentare

  1. Andreas Hausmann on

    Hier meine Meinung zu dem Thema:
    Bedauerlich und wieder einmal völlig unverständlich wird in den Ahrensburger Straßenverkehr eingegriffen durch eine „Verkehrskommission“ die von Tuten und Blasen keine Ahnung hat: Rollenden Verkehr beschleunigen, ohne Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer). Das ist im Ahrensfelder Weg wieder einmal durchgesetzt worden, weil keiner so richtig geguckt hat… kann man ja auch hinterher machen, wenn alles gelaufen ist – rückgängig wird nichts gemacht (das zeigen mir die Erfahrungen anderer Verkehrssituationen in Ahbg [Ahrensburger Kamp, Erlenhof, u.a.]).
    Vergessen werden darf aber auch nicht, dass sich hier auf einmal die wahren Schuldigen zu Klägern machen: Auch das muss einmal in aller Deutlichkeit gesagt werden, dass dieser morgendliche Verkehr nur durch die Müttertaxis entsteht, die mal eben schnell das eigene (!!) Kind sicher zur Schule bringen wollen.
    Zum wiederholten Male die Frage: Warum können Kinder nicht zu Fuß zur Schule gehen? Rechnerisch sind es für die Kinder in Ahrensburg nicht mehr als 2.000 Meter – darüber hinaus gibt es Bustickets.
    An jeder Schule (Reesenbüttel, Schloßschule, Aalfang…) gibt es diesen unsäglichen „Müttertaxiverkehr“, der in keinster (!) Weise auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nimmt.
    Ließen mal alle Ahrensburger Muttis ihre Kinder zu Fuß, alleine durchs wilde, unwegsame, gefährliche Ahrensburg zur Schule gehen, dann hätten wir keine Gefährdung vor irgendeiner Schule.
    Diese Situation, gerade im Ahrensfelder Weg, ist ein Anachronismus: Keine Elterntaxis, keine Gefährdung der Schüler. Viele Elterntaxis, viel Gefährdung auf (allen) Ahrensburger Straßen.
    Auch darüber sollten wir mal nachdenken.

  2. Gertrud Tammena on

    Die gutgemeinte Idee des „SharedSpace“ bei gleichzeitiger Nutzung von Auto, Rad und Fußgänger geht zu Lasten der Schwächeren – der Autoverkehr als stärkste Gefährdung muss klar und deutlich geregelt werden.
    Das zeigt sich auch an anderen Punkten wie bei der kleinen Kreuzung Klaus-Groth-Straße/Große Straße
    oder Rathausstraße/Lohe. Im Fall Aalfangschule und Kindergarten sind nun besonders Kinder gefährdet, die ja eigentlich ihren Schulweg selbständig gehen sollten. Die Abwehr des Autorisikos kann man in diesem Alter nicht übersehen…

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