Einwohnerversammlung: S4, Schallschutz, Flächennutzungsplan – wie geht es weiter?

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Ahrensburg (je/pm). „quo vadis Ahrensburg, Ahrensburg WOHIN“ ist das Thema der Einwohnerversammlung 2017, auf der die Entwicklung der S 4 und der Flächennutzungsplan 2017 unserer Stadt auf der Tagesordnung stehen.

Bürgervorsteher Roland Wilde lädt zur Einwohnerversammlung 2017 in die SLG ein. Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Bürgervorsteher Roland Wilde lädt zur Einwohnerversammlung 2017 in die SLG ein.
Foto:©Monika Veeh/ahrensburg24.de

Im ersten Teil der Einwohnerversammlung informieren die Verwaltung der Stadt Ahrensburg und ein externer Berater über die Zukunft der Bundesbahn S 4 und den Schallschutz im Ahrensburger Stadtgebiet. Sie stellen sich anschließend den Fragen und Anregungen der Bürgerinnen und Bürger.

Selma–Lagerlöf-Gemeinschaftsschule: Einwohnerversammlung – die Zukunft Ahrensburgs

Im zweiten Teil der Veranstaltung geht es um den aktuellen Stand des Flächennutzungsplans 2017 für Ahrensburg. Auch hier sind Fragen und Anregungen der Teilnehmer erwünscht.

Die Einwohnerversammlung ist am Dienstag, 26. September 2017, um 19 Uhr im Festsaal der Selma–Lagerlöf-
Gemeinschaftsschule, Wulfsdorfer Weg 71.

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1 Kommentar

  1. Wilhelm Hummeltenberg on

    „AHRENSBURG – QUO VADIS SPNV?“

    16 Monate nach der Einwohnerversammlung 2016 sind die Bürger(innen) erneut zum Dialog über die S4 (Ost) aufgerufen. Die damalige Präsentation der DB Netze und das Protokoll sind abrufbar unter https://infonet.ahrensburg.de/sessionnetbi/si0050.asp?__ksinr=2617.

    Was ist seitdem geschehen?

    1. 6.06. – 25.08.2017: Unter der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Verkehr findet das Anhörungsverfahren zu Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1 in Hamburg statt. Der Erläuterungsbericht mit Beschreibung und Rechtfertigung der Gesamtmaßnahme, die Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung (EBWU) mit Begründung der Vorzugsvariante und die Untersuchungsergebnisse zu betriebsbedingten Schallimmissionen von LAIRM Consult sind von allgemeinem Interesse.

    2. 28.07.2017: Die DB Netz AG beantragt das Planfeststellungsverfahren für PFA 3 (Bereich Ahrensburg).

    3. 1.08.2017: Der Hamburger Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof verkündet auf NDR 90,3: „S4 2024 erstmal bis Rahlstedt“. Ab 2028 (FFBQ-Eröffnung), so der Plan, soll sie (gegebenenfalls) bis Bad Oldesloe verlängert werden?

    Worauf gründet die Skepsis einer Verlängerung der S4 über Rahlstedt hinaus? Die Simulation bei der EBWU hat gezeigt: „Als besondere Konfliktpunkte haben sich Behinderungen zwischen der S-Bahn (S4) und Zügen der Fernbahn im Ausfahrbereich Bargteheide und Ahrensburg-Gartenholz ergeben.“ Nach Fortfall der 1-gl. S-Bahn-Strecke „Gartenholz – Bargteheide“ ist dieser Abschnitt tagsüber (6:00 – 22:00) absehbarer Engpass. Aus Skandinavien kommende Güterzüge müssen im Pufferbahnhof Lübeck warten, um nachts (22:00 – 6:00) auf die Strecke „Lübeck – Hamburg“ zu fahren.

    Der 2. Schönheitsfehler: Der EBWU liegt die für 2025 prognostizierte Zahl von 121 Güterzügen pro Tag zugrunde. Mit Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030 hat sich deren Zahl um 28 erhöht. Unter der Prognose 2030 sind 149 Güterzüge pro Tag maßgebend. Also nehmen die Behinderungen im Abschnitt Bargteheide – Gartenholz zu!

    Die 3. Unstimmigkeit: Die schalltechnischen Untersuchungen von LAIRM Consult für PFA 1 unterstellen eine Gleichverteilung der Güterzüge, d.h. unabhängig von der Tages- und Nachtzeit 5 Güterzüge pro h. Dies ist aus 2 Gründen unrealistisch:

    (1) Lt. Prognose 2030 verkehren durchschnittlich 6,2 Güterzüge pro h.
    (2) Wegen des Engpasses zwischen Gartenholz und Bargteheide müssen Güterzüge zeitlich verlagert werden und auf die Nacht ausweichen.

    Die Eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung lässt nur einen Schluss zu: Eine raum- und sozialverträgliche Schienenhinterlandanbindung der FFBQ erfordert zur Strecke Lübeck – Hamburg eine Ausweich- und Entlastungsstrecke. Das vom Bundestag am 23.12.2016 beschlossene Bundesschienenwegeausbaugesetz 2016 sieht diese bereits vor, indem die Strecke „Lübeck – Büchen – Lüneburg“ im Potentiellen Bedarf ausgewiesen ist. Um in den Vordringlichen Bedarf aufzusteigen, bedarf es lediglich des Nachweises, dass ihr notwendiger Ausbau die Kriterien (Wirtschaftlichkeit) für die Aufnahme in den Vordringlichen Bedarf erfüllt.

    Die Antwort auf die Eingangsfrage besteht somit aus 3 Teilen:

    1. Feststellung der Aufnahme der Ausbaustrecke „Lübeck – Büchen – Lüneburg“ in den Vordringlichen Bedarf des BVWP 2030 nach Optimierung der veralteten Streckenführung (Neubau von Kreuzungsbahnhöfen), so dass 3 Zugfahrten pro h und Richtung möglich sind.

    2. Bedarfsklärung des SPNV-Bedienangebots auf der Strecke Bad Oldesloe – Hamburg Hbf nach Inbetriebnahme einer S4 bis Rahlstedt, i.e. Ersatz der RB81 durch einen Metro-Express (ME81) ohne Halt zwischen Rahlstedt und Hamburg Hbf (Fahrzeitverkürzung gegenüber RB81/S4: 10 Minuten); weitere SPNV-Verantwortung für den Streckenabschnitt bei NAH.SH.

    3. Durchführung der überfälligen Wirtschaftlichkeitsanalyse (Standardisierte Bewertung) für eine S4 über Rahlstedt hinaus; Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens für Abschnitt 3 (Ahrensburg), solange kein Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) größer Eins nachgewiesen ist.

    Prof. Dr. Wilh. Hummeltenberg, Ahrensburg

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