Kunstprojekt Erdquadrat „Globale Migration“ am Haus am Schüberg: Was macht Migration aus?

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Ammersbek (ve). Migration – was ist das? Ist es ein natürlicher Prozess, eine Gefahr oder einfach nur der Lauf der Welt? Ein Kunstprojekt in Ammersbek will diese Fragen aufwerfen.

Installation der Künstlergruppe StormarnArt: Das Erdquadrat „Globale Migration“ auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg in Ammersbek. Im Bild Initiator Hardy Fürstenau (rechts) mit Axel Richter vom KunstHaus und Holger Möller vom Förderverein sowie teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern mit ersten Erdproben. Foto:ahrensburg24.de

Installation der Künstlergruppe StormarnArt: Das Erdquadrat „Globale Migration“ auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg in Ammersbek. Im Bild Initiator Hardy Fürstenau (rechts) mit Axel Richter vom KunstHaus und Holger Möller vom Förderverein sowie teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern mit ersten Erdproben.
Foto:ahrensburg24.de

Die Gruppe StormarnArt hat die Wege der Migration beobachtet und sich überlegt, wie sie künstlerisch beschrieben werden kann. Ihre Frage: Gibt es Migration nicht schon immer? Ist sie überhaupt etwas Besonderes?

Nein, findet Initiator Hardy Fürstenau. Für ihn ist Migration vor allem ein biologischer Prozess. „Pflanzen, Tiere – alle gestalten ihren Lebensraum durch Migration, das ist einfach ganz normal“, sagt er. Und so kam ihm und der Künstlergruppe schnell die Idee, Migration mit Hilfe der Biologie darzustellen in dem Erdquadrat „Globale Migration“.

Installation am KunstHaus am Schüberg: Erquadrat bietet Platz für Neuland

Und dieses Erdquadrat stellt die Migration quasi auf den Kopf, verweist Heimat in die Fremde und lässt Heimisches in Fremde immigrieren: „Wir tragen verschiedene Erdproben zusammen, die alle nicht aus Stormarn stammen. Aus diesen Erdproben gestalten wird eine quadratische Fläche, auf der sich Pflanzen ansiedeln sollen“, beschreiben sie gegenüber der Presse das Prinzip. Mit Ausnahme des Baus dieses Quadrates und der Sammlung der Erdproben soll der Mensch keinen weiteren Einfluss auf die Entwicklung nehmen, kein Saat entfernen oder hinzufügen, kein Rasen mähen, nichts verändern. „Wir werden einfach nur beobachten, wie die Pflanzen wachsen und sich vermischen“, betont Hardy Fürstenau. „Und wenn es auch die Herkulesstaude ist, die dort wachsen wird, dann soll es so sei“, ergänzt er schmunzelnd.

Installation der Künstlergruppe StormarnArt: Das Erdquadrat „Globale Migration“ auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg in Ammersbek. Foto:ahrensburg24.de

Installation der Künstlergruppe StormarnArt: Das Erdquadrat „Globale Migration“ auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg in Ammersbek.
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Bereits jetzt hat die Künstlergruppe Erdproben aus Schleswig-Holstein und Hamburg, aus Dänemark, aus Nambibia, Südhessen und Indien zusammengetragen. Die früherer Oldesloer Bürgerworthalterin Ilse Siebel war in den Partnerstädten der Kreisstadt und hat von dort, also auch aus Israel und Palästina, Erde mitgebracht. 40 mal zwei Kilogramm Erde sollen es insgesamt werden.

Projekt von StormarnArt, gefördert vom KunstHaus am Schüberg und vom Förderverein KunstHaus am Schüberg

Ein neue Heimat werden diese fremden Erden auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg finden. Die Künstlergruppe hat im Förderverein der Einrichtung einen engagierten Partner gefunden, der das Projekt mit umsetzt. Axel Richter vom KunstHaus am Schüberg und Holger Möller vom Förderverein haben alles vorbereitet für eine große Aktion, mit der das Projekt am Wahlsonntag gestartet werden soll.

Eröffnungsveranstaltung am 24. September 2017 ab 14 Uhr

Denn am Sonntag, 24. September 2017, wird ab 14 Uhr ebendort gebuddelt. Bei der Eröffnungsveranstaltung soll das Erdquadrat mit den vielen Erdproben – jede soll etwa ei bis zwei Kilo wiegen – aufgefüllt. Vorbereitet ist lediglich eine zwei mal zwei Meter große Fläche, etwa 15 Zentimeter tief, abgegrenzt mit einer kleinen Torfschicht. Die Künstler werden in dieses Erdquadrat ihre fremden Erden einfügen.

Welche Pflanzen und Tiere sich durchsetzen werden auf diesem Stück Erde, wer wächst und wer untergeht, das soll regelmäßig fotografiert werden. Der Fortschritt auf dem Erdquadrat im Internet unter www.stormarnart.de sichtbar gemacht werden.

Fürstenau: „Und wer untergeht und verdrängt wird, der geht eben unter – das ist der Lauf der Natur, wie ihn schon Charles Darwin beschrieben hat.“ Der Initiator will mit dieser Installation vor allem eines: Den „weit verbreiteten Vorurteilen und Ängsten“ begegnen, und zur „Versachlichung einer brisant-kontrovers geführten Auseinanderseitzung“ beizutragen, die sich um das Thema Migration ranken. „Wir argumentieren häufig nur emotional, bauchgesteuert, konfrontativ“, sagt Hardy Fürstenau, „und vergessen dabei, das Migration ein völlig natürlicher Vorgang ist.“ Mit dieser Installation solle das Thema versachlicht werden, aber auch eine Debatte um die Bewertung der Migration neu in Gang gesetzt werden.

Installation der Künstlergruppe StormarnArt: Das Erdquadrat „Globale Migration“ auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg in Ammersbek. Im Bild Initiator Hardy Fürstenau (rechts) mit Axel Richter vom KunstHaus und Holger Möller vom Förderverein sowie teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern mit ersten Erdproben. Foto:ahrensburg24.de

Installation der Künstlergruppe StormarnArt: Das Erdquadrat „Globale Migration“ auf dem Gelände des KunstHauses am Schüberg in Ammersbek. Im Bild Initiator Hardy Fürstenau (rechts) mit Axel Richter vom KunstHaus und Holger Möller vom Förderverein sowie teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern mit ersten Erdproben.
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