Gastbeitrag: „Beeindruckend“ – „Jazz meets Brecht“ in der St. Johannes Kirche

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Gastbeitrag: Anmerkungen zur Veranstaltung: „Jazz meets Brecht“ in der St. Johannes Kirche.

"Jazz meets Brecht": Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges. Foto:©Eric-Kandel-Gymnasium

„Jazz meets Brecht“: Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges.
Foto:©Eric-Kandel-Gymnasium

Schüler und Schülerinnen des Eric-Kandel-Gymnasiums gestalteten am 29. September 2017 mit Jazzmusik und einer Brechtinszenierung einen ungewöhnlichen Abend in der St. Johannes Kirche.

Mit Eigenkompositionen wie „Cute Squirell“, „Take your Time“, „Night at Home“, „Thinking about Thinking of You“ und „Nothing Special“ begeistern die sieben jungen Musiker der Jazzcombo das Publikum und zeigen im perfekt aufeinander abgestimmtem Zusammenspiel und dem mit großer Spielfreude vorgetragenen Improvisationen, dass moderner Jazz ein lebendiges und vielseitiges Ausdrucksmittel junger Leute sein kann.

So beginnt Pascal Jarchow seine Komposition „Night at Home“ mit einem melancholischen Bass-Solo, das in einen wilden und aufregenden Latin-Hauptteil wechselt und in einem in harmonischer Hinsicht überraschendem Schluss ausklingt. Für das Abschluss-Set des Abends hat sich Cornelius Krüger ein Arrangement von Duke Ellingtons „In a Mellow Tone“ ausgesucht und es für die Gruppe transkribiert, das heißt die Einzelstimmen des Originals herausgehört und aufgeschrieben. Auch bei der Wiedergabe dieses bekannten Standards zeigen die jungen Musiker eine beeindruckende Professionalität.

"Jazz meets Brecht": Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges. Foto:©Eric-Kandel-Gymnasium

„Jazz meets Brecht“: Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges.
Foto:©Eric-Kandel-Gymnasium

Eingerahmt von der musikalischen Darbietung der Jazzcombo führte der Theaterkurs des derzeitigen Abiturjahrgangs eine während des Unterrichts entwickelte Inszenierung auf.

Eine Gruppe von acht Personen liegt und hockt zusammengekauert im Altarraum und konfrontiert das Publikum mit einem Bild, das an die aktuelle Flüchtlingsthematik erinnert. Mit schleppenden Schritten bewegen sich die Spielerinnen und Spieler in den Mittelgang, wo sie ihr nächstes Lager einrichten. Die Spielfläche vor dem Altar ist nun frei für die übrigen Darsteller, die aus dem Publikum heraus durch den szenischen Vortrag des Gedichtes „Kinderkreuzzug“ von Berthold Brecht das Geschehen in das Jahr 1939 zurückversetzen.

In diesem Gedicht wird das Schicksal einer 55-köpfigen Gruppe von Kindern beschrieben, die im Polenfeldzug 1939 ihre Eltern verloren haben und durch das zerstörte Polen irren. In wechselnden Formationen und Standbildern bei deutlicher Artikulation des Textes schafft die Gruppe eine ausdrucksstarke Umsetzung des erschreckend zeitlosen Anti-Kriegs-Stoffes.

Dabei dürfte dem Publikum besonders das Bild der immer wieder richtungslos im Kreis umherhetzenden Kinder auf der Suche „nach dem Land mit Frieden“ in Erinnerung bleiben. Passend dazu zieht sich wie ein roter Faden die gesummte Melodie des Protestsongs „Blowin‘ in the wind“ von Bob Dylan durch die gesamte Inszenierung.

Vielen Dank an den Förderverein St. Johannes, der in seiner Veranstaltungsreihe „Jugend macht Programm“ den Nachwuchstalenten vom Eric-Kandel-Gymnasium eine Bühne bot!

Anke Meier, Eric-Kandel-Gymnasium

"Jazz meets Brecht": Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges. Foto:©Eric-Kandel-Gymnasium

„Jazz meets Brecht“: Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges.
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"Jazz meets Brecht": Ein außergewöhnlicher Abend mit die Jazzcombo und der Theaterkurs des Abiturjahrganges. Foto:©Eric-Kandel-Gymnasium

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