ACHTUNG – ABGESAGT! Politik in der Remise: Wie ist Erdogans Politik in der Türkei zu erklären?

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ACHTUNG: Diese Veranstaltung findet nicht statt, sie ist aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesagt worden.

Die Veranstaltungsreihe "Politik in der Remise" macht das deutsch-türkische Verhältnis zum Thema. Grafik:Volkshochschule Ahrensburg

Die Veranstaltungsreihe „Politik in der Remise“ macht das deutsch-türkische Verhältnis zum Thema.
Grafik:Volkshochschule Ahrensburg

Die Veranstalter, das Kulturzentrum Marstall und die Volkshochschule Ahrensburg, bemühen sich, einen Ausweichtermin zu organisieren. Bereits jetzt steht aber die nächste Veranstaltung der Reihe „Politik in der Remise“ fest: Am Mittwoch, 15. November 2017, wird ab 19.30 Uhr ein wieder sehr aktuelles Thema behandelt. Dann steht der Abend unter der Überschrift „Die Macht in der Mitte – Deutschlands Rolle in der EU“.

Ursprünglicher Beitrag:

Ahrensburg (ve/pm). Die deutsch-türkischen Beziehungen haben eine jahrhundertelange Tradition – und aktuell akute Verstimmung. Das soll Thema bei der Reihe „Politik in der Remise“ werden.

Fast drei Millionen Menschen in Deutschland sind türkischer Herkunft, etwas mehr als die Hälfte von ihnen besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Türkei war bislang ein beliebtes Reiseziel für viele Deutsche. Unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft wurden 1999 die Weichen für den EU-Kandidatenstatus der Türkei gestellt.

Türkei: Flüchtlingsabkommen, Putsch, demokratische Grundordnung

Doch spätestens seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei 2016 durchlaufen die deutsch-türkischen Beziehungen turbulente Zeiten. Auf der einen Seite gibt es das Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und Deutschland, auf der anderen Seite gab es Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder in Deutschland. Nach dem Referendum zur Präsidialverfassung in diesem Frühjahr sind die Rechte des Parlamentes in der Türkei beschränkt, die Gewaltenteilung ist geschwächt. Täglich erreichen uns Nachrichten von Verhaftungen und Übergriffen auf Journalisten, Parlamentarier und kritische Bürger. Menschenrechte, Meinungsfreiheit, demokratische gesellschaftliche Strukturen scheinen in Gefahr oder bereits abgeschafft.

Dieses komplizierten diplomatischen Terrains will die Reihe „Politik in der Remise“ annehmen. Am Freitag, 20. Oktober 2017, steht die Veranstaltung um 19.30 im Marstall Ahrensburg unter dem Titel „Die aktuelle Situation in der Türkei mit Blick auf Deutschland und Europa“. Die Moderation des Abends übernimmt Gisela Euscher von der Volkshochschule Ahrensburg.

Referentin der Veranstaltung: Politikwissenschaftlerin Dr. Gülistan Gürbey

Referentin des Abends ist die Professorin Dr. Gülistan Gürbey. Gülistan Gürbey ist Jahrgang 1968, hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Politikwissenschaft studiert und dort promoviert. Sie hat Forschungsaufenthalte in den USA, Großbritannien, in der Türkei, auf Zypern und in „Kurdistan-Irak“ absolviert. Ihre Habilitationsschrift befasst sich mit der „Außenpolitik in defekten Demokratien. Gesellschaftliche
Anforderungen und Entscheidungsprozesse in der Türkei 1983-1993.“

Zur aktuellen Situation sagt sie in einem Interview mit dem Fernsehsender ntv: „Für Erdogans Verhalten gibt es grundsätzlich zwei ausschlaggebende Erklärungen. Die erste ist eine ganz einfache Erklärung: Es ist das Streben nach absoluter und unteilbarer politischer Macht. Die zweite Erklärung betrifft die ideologische Dimension, also die ideologischen Leitlinien und Überzeugungen Erdogans und seiner AKP, die eine Kombination von Hypernationalismus, politischem Islam und Neo-Osmanismus sind. Auf der Grundlage dieser ideologischen Werte will Erdogan seine „Neue Türkei“ errichten. Regionalpolitisch sehen Erdogan und die AKP die Türkei als pro-sunnitisch ausgerichtete, hegemoniale Führungsmacht in der Region, sogar auf dem Weg zu einer globalen Macht. Nach innen wollen sie eine neue Gesellschaft formieren, die religiös-islamisch und sehr konservativ ist. Die gesellschaftliche Formierung betreiben sie durch verschiedene politische Instrumente, zum Beispiel durch Einflussnahme auf die Medien oder das Erziehungssystem. Dabei sind die Grundfreiheiten der ideologischen Werteordnung eindeutig untergeordnet.“

Zur Veranstaltungsreihe „Politik in der Remise“

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. In der Reihe “Politik in der Remise” informieren regelmäßig namhafte Referenten über aktuelle politische Themen. Die Reihe des Kulturvereins Marstall und der Volkshochschule Ahrensburg gibt es seit 2014, das Konzept haben die frühere Ahrensburger Bürgermeisterin Ursula Pepper, der Vorsitzende des Marstall Kulturvereins Professor Dr. Lutz Reuter und die frühere Leiterin der Ahrensburger Volkshochschule, Gisela Euscher, entwickelt. Die Reihe wurde gefördert von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Weltpolitik mit Augenzwinkern: Eine der Grafiken des Vortrages von August Pradetto.

Weltpolitik mit Augenzwinkern: Eine der Grafiken des Vortrages von August Pradetto.

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