Umweltministerium: Freilebende Katzen können wieder kastriert werden

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Kiel (ve/pm). Streunt eine Katze durch Ihre Nachbarschaft, die scheinbar niemandem gehört? Dann haben Sie die Möglichkeit, sie kastrieren zu lassen.

Themenbild Katze. Foto:©ahrensburg24.de

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Vom 16. Oktober 2017 an können wieder freilebende Katzen in Schleswig-Holstein kastriert werden. Bei freilebenden Katzen handelt es sich um herrenlose Tiere, die sich nicht in menschlicher Obhut befinden, so das Umweltministerium. Dieses Angebot richtet sich an Tierschutzvereine und andere Überbringer. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Tierschutzverbänden, Tierärzteschaft, Kommunaler Familie, Landesjagdverband und Land. Die Kastration wird im Rahmen des landesweiten Vorgehens gegen das Katzenelend über den von der Tierärztekammer Schleswig-Holstein verwalteten Fonds abgerechnet.

Voraussetzung für die Kastration ist, dass von denjenigen, die eine Katze zur Kastration bringen, ein entsprechendes Formular ausgefüllt und unterschrieben wird mit der Bestätigung, dass es sich um eine freilebende Katze handelt. Die Kosten der Operation werden dann in voller Höhe übernommen. Die Kosten teilen sich mit 25 Euro durch Honorarverzicht der ausführenden Tierarzt und mit 59,01 Euro beziehungsweise 115 Euro Restkostenübernahme durch den Fonds, je nachdem, ob es sich um einen Kater oder eine weibliche Katze handelt. Die Katzen müssen nach Durchführung der Kastration wieder an der Stelle des Fangs ausgesetzt werden. Die Kastration ist bis zum 10. November 2017 geplant. Sofern die finanziellen Mittel im Fonds zu erschöpfen drohen, wird die Aktion vorzeitig durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein beendet.

Das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung hat im Haushalt 2017 einen Betrag von 180.000 Euro für die Kastration der freilebenden Katzen bereitgestellt, der Deutsche Tierschutzbund wird 30.000 Euro in die Kastration einspeisen, der Landesverband 10.000 Euro, der Landestierschutzverband Schleswig-Holstein 5.000 Euro und die AG Wildtierstationen 1.000 Euro.

Von Herbst 2014 bis einschließlich Herbst 2016 wurden in Schleswig-Holstein im Rahmen des Pilotprojektes gegen Katzenelend bereits in vier Aktionen insgesamt 10.104 Katzen kastriert. Das Pilotprojekt war durch Zusammenwirken von Kommunen (vertreten durch die Kommunalen Landesverbände), Land, Tierschutzverbänden, Tierärzteschaft und Landesjagdverband erst möglich geworden. Nach den Erkenntnissen und Abrechnungen der Tierärztekammer aus dem Pilotprojekt wurden in diesen vier Aktionszeiträumen insgesamt 7.417 freilebende Katzen kastriert.

Hintergrund ist, dass die Zahl von freilebenden, nicht an Menschen gebundenen Katzen stetig steigt. Auf der Suche nach Nahrung werden sie nicht immer fündig, ein Teil der Tiere ist krank oder verletzt. Gleichwohl haben Katzen Nachwuchs. Viele der jungen Katzen werden krank geboren und leiden unter Mangelernährung, Parasitenbefall und Infektionen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.schleswig-holstein.de/gegenkatzenelend.

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