Filminstallationen in der Galerie im Marstall: Über, zwischen und unter den Sinnen

0

Ahrensburg (ve). Was zeigt ein Film? Was sehen wir wirklich? Das, was der Filmemacher uns zeigen will? Oder das, was es jenseits all‘ dieser Dinge gibt? Das fragt sich Filmemacher Romeo Grünfelder.

Der Filmemacher Romeo Grünfelder zeigt sein Projekt "Subversion d'image" in der Galerie im Marstall. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Filmemacher Romeo Grünfelder zeigt sein Projekt „Subversion d’image“ in der Galerie im Marstall.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Hamburger Autor, Regisseur und Dozent blickt gerne zwischen die Zeilen seiner 16 Millimeter-Filme. Dafür arbeitet er gerade an einer Reihe mit dem Titel „Subversion d’image“, die aus zehn Kurzfilmen bestehen soll. Derzeit sind fünf dieser Filme fertiggestellt und ab Sonntag, 22. Oktober 2017, in der Galerie im Marstall zu sehen.

Erstmals werden in dieser Ausstellung die Filme gleichzeitig und nebeneinander dem Publikum präsentiert. Möglich macht dies die Kulturstiftung des Kreises Stormarn, denn sie stellt nicht nur den Ausstellungsraum der Galerie im Marstall. Für die „Subversion d’image“ wird ein ganzes Gerüst in der Galerie gebaut, ein großer schwarzer Vorhang aufgehängt und natürlich fünf Projektoren und fünf Kinoleinwände aufgestellt. In einer Art Potemkin’schem Dorf soll die Atmosphäre eines Kinosaal erstellt und gleich wieder gebrochen werden.

Zu sehen sind surreale Kurzfilme in schwarz-weiß. Filme, deren Bildersprache den Betrachter zunächst rästeln lassen, was er denn eigentlich da sieht. Und die von sich aus keine Antwort bieten.

Der Filmemacher Romeo Grünfelder zeigt sein Projekt "Subversion d'image" in der Galerie im Marstall. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Filmemacher Romeo Grünfelder zeigt sein Projekt „Subversion d’image“ in der Galerie im Marstall.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Beispiele: Die Kamera fährt langsam auf einen Vorhang zu, zu hören sind undefinierbare Geräusche. Ob sie hinter dem Vorhang entstehen? Wer überhaupt verursacht diese Geräusche? Der Betrachter erfährt es nicht. In einem anderen Film versammeln sich fünf Menschen starrend und rätselnd um ein Nichts. Geübten Betrachtern wird deutlich: Sie blicken auf den Bildmittelpunkt, definiert durch den Blickwinkel der Kamera. Kompositionslinien aus Körpern und Zigarettenrauch winden sich um einen Punkt, der eigentlich erst aus der Blickrichtung des Betrachters entsteht.

Grünfelder befasst sich mit erkenntnistheoretischen Fragen, mit parapsychologischen Antworten, mit Semantik, Filmtechnik, Bildersprache, Realität und dem Paradoxon. Wer sich darauf einlässt, steht schnell vor der Frage, was er persönlich tatsächlich sehen kann, wie ihn die Bilder der Filme determinieren – und ob er dem etwas entgegensetzen kann.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 22. Oktober 2017, um 16 Uhr von Landrat Dr. Henning Görtz eröffnet. Zur Einführung spricht der Hamburger Film- und Medienwissenschaftler Dr. phil. habil. Florian Mundhenke. Am Sonntag, 5. November 2017, lädt die Kulturstiftung zu einem Künstlergespräch, Romeo Grünfelder ist ab 15 Uhr in der Galerie im Marstall vor Ort. Jeden Mittwoch lädt die Stiftung außerdem zu Führungen durch die Ausstellung ein, sie beginnen immer um 16 Uhr.

Wie immer bei der Kulturstiftung gibt es auch zu dieser Ausstellung ein Kinderatlier. Es ist am Sonnabend, 18. November 2017, in der Galerie im Marstall und am Sonnabend, 25. November 2017, im Atelier Mamülei in Ahrensburg.

Der Filmemacher Romeo Grünfelder zeigt sein Projekt "Subversion d'image" in der Galerie im Marstall. Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

Der Filmemacher Romeo Grünfelder zeigt sein Projekt „Subversion d’image“ in der Galerie im Marstall.
Foto:Monika Veeh/ahrensburg24.de

image_pdfimage_print
Teilen.

Kommentieren